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Trump gegen China

Tim Cook kommt im US-Handelstreit mit China eine Sonderrolle zu

Als CEO des wertvollsten Unternehmens der Welt, das den überwiegenden Teil seiner Produkte in China fertigen lässt, kommt Tim Cook im Handelsstreit zwischen China und Donald Trump eine Sonderrolle zu. Die New York Times sieht im Apple-Chef den obersten Tech-Diplomaten. So sollen iPhone-Importe aus China von neuen US-Strafsteuern ausgenommen sein. Dabei möchte Tim Cook doch einfach nur iPhones verkaufen, und zwar in China. 

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Mögliche neue US-Zölle gegen Produkte aus China sind zwar noch nicht beschlossene Sache, trotzdem versichert die Trump-Administration laut New-York-Times-Bericht, dass in China gefertigte iPhones von den Strafsteuern ausgenommen seien, mit denen Donald Trump „faire“ Handelsbedingungen herstellen möchte. Gleichzeitig bringt sich die Regierung in Peking schon einmal in Stellung und droht mit „kraftvollen“ Gegenmaßnahmen und Klagen vor der Welthandelsorganisation in New York.

Tim Cook jedenfalls kommt zwischen den Fronten von Trump und China in mehrerer Hinsicht eine Sonderrolle zu. Ende April trafen sich Donald Trump und Tim Cook im Weißen Haus. Cook warnte seinerzeit vor einem Handelskrieg – insbesondere gegenüber China. Denn China ist inzwischen nicht nur Produktionsort sondern selbst ein großer Markt mit einer aufstrebenden Mittelschicht. Deswegen ist Apple in China auch zu Zugeständnissen bereit. So betreibt Apple eigene iCloud-Server in China, entfernt VPN-Apps aus dem App Store und schaltet die Walkie-Talkie-Funkion in watchOS 5 erst gar nicht frei für das chinesische Internet, das unter staatlicher Kontrolle steht. 

Donald Trump hingegen versprach bereits im Wahlkampf Steuern von bis zu 45 Prozent auf Produkte aus China. Jetzt stehen neue Zölle auf chinesische Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar an, sollte die Regierung in Peking ihre geplanten Vergeltungszölle für frühere amerikanische Aufschläge tatsächlich umsetzen. 

Dennoch bleibt eine gewisse Ironie, wenn ausgerechnet die kommunistische Partei Chinas den freien Welthandeln vor einem demokratisch gewählten US-Präsidenten verteidigen muss. Letztlich werden die Endkunden den Preis für den Protektionismus der USA bezahlen. 

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