Die Gerüchteküche rund um ein MacBook Neo mit Touchscreen hat in den letzten Wochen eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht – von einem klaren „Ja“ über ein vorsichtiges „Vielleicht“ bis hin zu einem endgültigen „Nein“. Die zweite Generation des günstigen MacBook Neo wird vorerst wohl ohne berührungsempfindliches Display auf den Markt kommen.
- Mark Gurman schließt einen Touchscreen für das MacBook Neo in den nächsten drei Jahren aus, da dies die Kosten des 699-Euro-Laptops erhöhen würde.
- Analyst Ming-Chi Kuo hat seine ursprüngliche Prognose revidiert – das MacBook Neo 2 wird 2027 voraussichtlich ohne Touch-Funktion erscheinen.
- Stattdessen kommt das MacBook Neo 2 mit A19 Pro Chip und 12 GB RAM statt der aktuellen 8 GB im A18 Pro Modell.
Von der Hoffnung zur Enttäuschung
In seinem aktuellen Power On Newsletter hat Bloomberg-Journalist Mark Gurman klargestellt, dass Apple noch keine Entscheidung getroffen hat, ob Touchscreen-Unterstützung über das nächste High-End MacBook Pro hinaus auf weitere Mac-Modelle ausgeweitet wird. Das MacBook Pro mit OLED-Display und Touchscreen wird voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 erscheinen.
Für das MacBook Neo bedeutet dies: Ein Touchscreen würde die Produktionskosten des ohnehin schon günstigen Laptops, der ab 699 Euro erhältlich ist, weiter erhöhen. Gurman zeigt sich skeptisch: „Ich wäre schockiert, wenn ein Touchscreen in den nächsten drei Jahren zum Neo kommt.“
Widersprüchliche Prognosen der Analysten
Die Einschätzungen des bekannten Apple-Analysten Ming-Chi Kuo haben sich innerhalb weniger Wochen deutlich gewandelt. Im September 2025 prognostizierte er noch, dass die zweite Generation des MacBook Neo „könnte“ Touch-Unterstützung erhalten. Vergangene Woche ruderte er bereits zurück und erklärte, dies „könnte“ doch nicht geschehen. Nun hat Gurman die Möglichkeit komplett ausgeschlossen.
Kuo hatte ursprünglich argumentiert, dass ein Touchscreen dem MacBook Neo helfen würde, besser mit Chromebooks zu konkurrieren, von denen mittlerweile über 50 Prozent über eine Touch-Funktion verfügen. Seine neuesten Recherchen in der Zulieferindustrie deuten jedoch darauf hin, dass Apple diese Pläne verworfen hat.
Was kommt stattdessen?
Trotz des fehlenden Touchscreens wird die zweite Generation des MacBook Neo voraussichtlich 2027 auf den Markt kommen. Das wichtigste Upgrade dürfte der A19 Pro Chip mit erhöhtem Arbeitsspeicher sein. Statt der aktuellen 8 GB RAM im A18 Pro Chip soll das neue Modell über 12 GB verfügen – eine deutliche Verbesserung für anspruchsvollere Aufgaben.
On-cell Touch-Technologie integriert die Touch-Sensoren direkt in die oberste Schicht des Display-Panels, anstatt eine separate Touch-Schicht zu verwenden. Dies reduziert die Dicke des Displays und macht es schlanker. Apple plant, diese Technologie beim kommenden High-End MacBook Pro mit OLED-Display einzusetzen.
Apples Strategie bei Touchscreens
Das erste MacBook Neo, das diese Woche auf den Markt kam, verzichtet bewusst auf einen Touchscreen. Apple positioniert das Gerät als direkten Konkurrenten zu günstigen Windows-Laptops und Chromebooks. Mit einem Startpreis von 699 Euro (599 Euro im Bildungsbereich) ist es das günstigste MacBook, das Apple je angeboten hat.
Die Entscheidung gegen einen Touchscreen beim MacBook Neo steht im Kontrast zu vielen Konkurrenzprodukten von HP, Lenovo, Acer und ASUS, die diese Funktion bereits standardmäßig bieten. Apple scheint jedoch zunächst abwarten zu wollen, wie die Touch-Funktion beim High-End MacBook Pro ankommt, bevor das Unternehmen sie auf günstigere Modelle ausweitet.
Laut Kuo liegen die Verkaufszahlen des MacBook Neo bei etwa 4,5 bis 5 Millionen Einheiten, wobei 2 bis 2,5 Millionen im ersten Halbjahr 2026 ausgeliefert werden sollen. Für ein einzelnes Laptop-Modell ist das eine beeindruckende Zahl – auch ohne Touchscreen.







