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Technologien aus der Taufe heben und ausreizen

Damals: Steve Jobs erklärt das Konzept der „Machbarkeitsfenster“

Damals: Steve Jobs erklärt das Konzept der „Machbarkeitsfenster“. Es gibt Menschen, die halten alles, aber auch wirklich alles für erklärbar, wenn man nur den gesunden Menschenverstand anwendet. Wenn das allerdings der Fall wäre, dann würde die Welt heute nicht sein, wie sie ist. Stattdessen gibt es wenige Menschen, die theoretisches Wissen in praktische Anwendungen verwandeln, und zwar jeden Tag aufs Neue. Zu solchen gehörte auch der verstorbene Apple-Gründer, der 1992 in einer Vorlesung am MIT den Hörern das Konzept der Machbarkeitsfenster nahelegte. Was es damit auf sich hat, und warum es heute noch zur Anwendung kommt/kommen sollte, erklären wir Ihnen nachfolgend.

Steve Jobs scheint sich mit Mediengeschichte auseinandergesetzt zu haben. Denn seine Analyse ist genau das, eine Schlussfolgerung aus Beobachtungen der Mediengeschichte. Es gibt gewisse Zeitfenster, in denen ganz unterschiedliche Medien agieren. Die sind aber, was wir so wissen, endlich. Das heißt manche Medien wirken nebeneinander, oder miteinander.

Anmerkung: Manche „Medienfunktionen“ allerdings wirken auch lange nachdem ein Zeitfenster eines Mediums bereits wieder geschlossen wurde. „Lesen“ können Sie auch an einem Tablet/E-Book-Reader/Computer, etc. und benötigen dafür keine Schriftrolle oder Papier mehr.

Machbarkeitsfenster nach Steve Jobs

Wer sich mit Medien beschäftige und diese beobachtet, so erklärt Jobs, stellt schnell auch die einzelnen Funktionen/Möglichkeiten fest, die diese bieten. Wenn man ein wenig drüber nachdenkt, findet man womöglich neue Funktionen, die so noch nicht gedacht wurden oder bis zu einem Punkt X nicht möglich waren, eben weil neue Medien erst weitere Funktionen freigeben.

Jobs‘ nach dauert es rund fünf Jahre, ehe ein Machbarkeitsfenster öffnet, ehe ein kommerzielles Produkt anhand dessen Möglichkeiten entstünde.

Widerstände und Ressourcen zur Realisierung des Machbaren

Zum Teil seien es ganz reale Widerstände, denen „Macher“ begegnen, wenn Sie versuchen das Machbare in die Realität umzusetzen, so Jobs. Er beschreibt eigene Produkte, wie den Apple Lisa, der in der Entwicklung viel Geld verschlungen habe, ehe dann am Ende der Macintosh dabei herauskam. Jobs beschreibt die Investitionen als Invest in eine Kurskorrektur. Und der Macintosh sei eine Kurskorrektur der Idee des Apple Lisa gewesen.

Weitere fünf Jahre soll es dauern, die gedachten Möglichkeiten auch vollends auszunutzen. Jobs beschreibt den Mac, der zu dieser Zeit sieben, acht Jahre am Markt war, oder das Betriebssystem DOS, das 10 Jahre auf dem Buckel hatte und noch ein paar weitere alt werden würde. Diese technologischen Möglichkeiten hätten allerdings eine Halbwertszeit. 10, 15 Jahre Lebenszeit einer Technologie seien laut Jobs nicht einmal wirtschaftlich begründet, sondern weil es so komplex sei, sie zu durchdringen, um alle ihre Möglichkeiten auszuschöpfen.

Nicht auf den Lorbeeren ausruhen (mit Blick aufs iPhone)

Doch schon während der Phase, in der ein Unternehmen oder eine Institution eine Technologie ausreizt, „müssen“ die Arbeiten an der Nachfolgetechnologie beginnen. Denn auf einen Höhepunkt folgt unweigerlich der Niedergang.

Nimmt man Jobs‘ eigenen Maßstab zur Hand, dann hat das iPhone seinen Zenit bereits überschritten. Tatsächlich sanken die Verkaufszahlen zuletzt und konnte Apple aber in den Jahren zuvor die Möglichkeiten voll ausschöpfen. Das iPhone ist mittlerweile 12 Jahre alt. Apples Arbeiten an einem „Next Big Thing“ sollten also schon begonnen haben. Und richtig: Tim Cook spricht immer wieder von Augmented (und Virtual) Reality.

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