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Smart leihen und teilen: E-Scooter und E-Roller in der Stadt

In den größeren deutschen Städten kommen Sie auch ohne eigenes Fahrzeug bequem von A nach B. Alles, was Sie brauchen, ist ein Smartphone. Wir präsentieren Ihnen Möglichkeiten, wie Sie einen E-Scooter, ein E-Bike oder sogar einen E-Roller ausleihen können und damit die neue E-Mobilität erleben können. Dazu stellen wir Ihnen einige Anbieter vor und auch einige Apps.

Der Autoverkehr in den großen Städten wird trotz aller Warnungen, dass die Menschen dringend die Umwelt schonen müssen, immer schlimmer. In einer Stadt wie Berlin erstreckt sich die Rushhour an vielen Tagen von sieben bis elf Uhr vormittags und von 15 bis 20 Uhr in den Abend hinein. Die Anwohner so mancher Straße müssen das Stoßstange-an-Stoßstange-Brummen von morgens bis abends erdulden. Was liegt also näher, als sich nach Alternativen umzuschauen – zumal in gefühlt 90 Prozent der Kraftfahrzeuge nur eine Person sitzt? Das Angebot ist vielfältig: Entweder, Sie besitzen selbst ein Rad, eine Vespa beziehungsweise ein Motorrad, oder Sie leihen sich einen fahrbaren Untersatz.

Hier fängt es jedoch schon an, knifflig zu werden. Gerade in Großstädten sind die sehr markant sichtbaren Leihräder bei Einheimischen unbeliebt, dabei sind sie tatsächlich an jeder zweiten Ecke verfügbar – und wenn Sie nichts Großes oder ausnehmend Schweres zu transportieren haben, eine hervorragende Alternative zum Auto, mit dem Sie ohnehin oftmals nur im Stau stehen.

Privates Rad verleihen

Eigentlich ist die Idee naheliegend, doch es hat etwas gedauert, bis sie professionell in die Tat umgesetzt wurde: Genau wie Sie bei Airbnb günstig Unterkünfte von Privatpersonen mieten können, haben Sie mit Donkey Republic die Möglichkeit, sich ein Rad gegen einen zumeist geringen Obolus zu borgen. Die teilnehmenden Verleiher haben dafür ihr Fahrrad mit einem per App aufschließbaren Schloss ausgestattet. Sie müssen also nur, genau wie bei anderen Verleihern, die App öffnen, auf der Karte nachsehen, wo sich das nächste verfügbare Rad befindet, vor Ort den Code am Lenker mit jenem in der App vergleichen und per Bluetooth das Schloss öffnen.

Das Netz etwa des Anbieters Nextbike ist recht ansehnlich: Selbst Orte wie Hamm, Lippstadt oder Quickborn sind mit Fahrrädern versorgt. Doch auch andere Anbieter (siehe Kasten) mischen in dem Geschäft kräftig mit und bieten professionellen Service. Das Prinzip ist jedes Mal dasselbe: Sie registrieren sich, müssen keine Grundgebühr und keinen Einstiegspreis zahlen, sondern nur die Gebühr für die jeweilige Fahrt, die Sie unternehmen. In den Apps sehen Sie auf einer Karte, wo sich die freien und zu mietenden Räder befinden. Die Schlösser können Sie per Bluetooth, oder indem Sie einen QR-Code scannen, öffnen.

Lediglich bei Call A Bike, dem Leihdienst der Bahn, ist die Anmeldung etwas komplizierter, dafür haben Sie im Anschluss Zugriff auf deutschlandweit 15.000 Fahrräder unterschiedlicher Art und können darüber hinaus noch zwischen verschiedenen Tarifen und Leihmodellen wählen.

Wann kommt Lime?

Sind Ihnen die zumeist eher gemütlich anmutenden Leihfahrräder mit Gepäckträger und Korb am Lenker zu klobig, können Sie demnächst auch auf elektrisch unterstützte und sehr schlanke Tretroller zugreifen. Für Deutschland wurden diese just zugelassen, auch wenn der ein oder andere Verkehrsexperte bereits Unfälle und viel Unmut von Fußgängern prophezeit.

Doch wer in letzter Zeit zum Beispiel in Paris Urlaub gemacht hat, sieht sie überall: die Lime-Elektroroller. Für 19 Cent pro Minute können Sie sich dort (und in anderen europäischen und US-amerikanischen Städten) ebenfalls per App anzeigen lassen, wo die beliebten Scooter stehen und sie mit wenigen Klicks auf dem Smartphone leihen.

Auf geraden Strecken und bergab kommen Sie mit den recht robust gebauten Rollern auf 24 Stundenkilometer, bergan immerhin auf 17. Das Wichtigste aber ist, dass Sie flexibler, wendiger und damit schneller sind als die meisten anderen Verkehrsteilnehmer, da Sie fast immer die Luftlinie von A nach B wählen können.

Welche Anbieter in den kommenden Monaten den deutschen Markt mit ihren Rollern erobern, scheint noch vollkommen offen, zumal viele Kommunen und Städte Sorge haben, dass die Leihroller im Straßengraben, in Flüssen oder massenweise umgekippt auf dem Gehweg landen und die Straßen und Fahrradwege überbevölkern. Ob die andernorts populären Lime-Roller also auch auf deutschen Straßen zu sehen sein werden, ist noch vollkommen offen. In einer offiziellen Mitteilung des Unternehmens klingt das so: „Wir prüfen derzeit mögliche Standorte. Grundsätzlich ist für 2019 geplant, in allen größeren deutschen Städten und Regionen aktiv zu sein. Wann, wo und demzufolge wie viele E-Scooter in Deutschland tatsächlich starten, kann Lime zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mit Sicherheit sagen. Es wurden laut Lime bereits Gespräche mit verschiedenen Städten aufgenommen, und immer mehr Städte melden sich proaktiv bei uns.“ Derzeit bietet Lime in Frankfurt und Berlin immerhin bereits E-Bikes zum Verleih an.

Neben Lime bringen sich derzeit noch die Unternehmen Bird, Hive (betrieben von Mytaxi), Tier Mobility und Voi in Stellung. Weitere mögliche Kandidaten sind Go Flash, Wind und Spin.

Um die E-Scooter von Coup oder Emmy zu fahren, müssen Sie kein erfahrener Motorradfahrer sein.
Um die E-Scooter von Coup oder Emmy zu fahren, müssen Sie kein erfahrener Motorradfahrer sein. (Bild: Hersteller)

Die Alternative

Ein Argument, das sowohl gegen E-Scooter als auch gegen Leihräder spricht, ist die Geschwindigkeit, mit der Sie mit beiden unterwegs sind. Schneller geht es natürlich mit großen E-Scootern wie mit jenen von Coup oder Emmy. Noch gibt es die Coup-Roller, die traditionellen Vespas ähneln, die jedoch per Akku betrieben werden, nur in Berlin, Paris und Madrid. Es scheint aber nur eine Frage der Zeit, wann weitere Städte folgen.

Die Konkurrenz von Emmy hat seine E-Roller bereits in München, Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Stuttgart postiert. 1.600 der Flitzer sind im Einsatz und kosten den Nutzer nur 19 Cent pro Minute. Coup verlangt nur zwei Cent pro Minute mehr, aber auch Tages- oder Nachtpauschalen sind möglich. Das Aufschließen per App ist höchst einfach, Helme befinden sich im Sattel – und Spaß macht das Fahren mit den E-Rollern immens.

Leider ruht der Spaß aus Sicherheitsgründen in den Wintermonaten von Dezember bis März, doch in jener Zeit stehen Ihnen ja noch diverse Leihräder- oder die Car-Sharing-Dienste zur Verfügung. Egal, welches Fortbewegungsmittel das richtige für Sie ist, bleibt doch eine wichtige Erkenntnis festzuhalten: Ein eigenes Auto, ja überhaupt ein privates Gefährt, benötigen Sie im Jahr 2019 – zumindest in den Großstädten – eigentlich nicht mehr. Denn neben dem Spaßfaktor sprechen noch eine Reihe anderer Gründe für ein sprichwörtliches Umsatteln: Das Leihen der beschriebenen Räder, E-Scooter oder Autos ist vergleichsweise günstig und Sie sparen eine Menge Zeit, indem Sie Staus umgehen oder auf Busse und Bahnen warten.

Zudem sind Sie alle lästigen Pflichten los, die mit dem Besitz von Autos, Motorrollern, Fahr- oder Motorrädern einhergehen. Denn die Verleiher übernehmen für Sie nicht nur die Reparatur bei etwaigen Schäden, sie kümmern sich auch um die Wartung, übernehmen die Versicherung, und natürlich fallen für Sie auch keine Steuern an. Und sollte ein Leihgefährt einmal geklaut werden, geht Sie die ganze Sache ebenfalls nichts an.

Bleibt also zu hoffen, dass das Netz an Leihrädern, E-Scootern und Autos auch in Kleinstädten und ländlichen Gebieten noch dichter gerät, damit mehr Menschen umsteigen. Nicht nur (aber auch) der Umwelt zuliebe.

Die besten Verleih-Apps

Nextbike

Die Anmeldung für Nextbike bringen Sie mit Ihrer mobilen Rufnummer binnen Sekunden hinter sich. Ein Nextbike öffnen Sie, indem Sie den Code am Rahmen scannen. Zur Auswahl stehen sowohl Pedelecs, die den Fahrer beim Treten unterstützen, als auch herkömmliche Räder mit tiefem Einstieg. Sollten Sie etwas zu transportieren habe, befindet sich am Lenker ein Korb. In den ersten dreißig Minuten zahlen Sie ein Euro pro Minute.

Nextbike
Nextbike (Bild: Screenshot)

Lime

Als einer der ersten Verleiher hat man bei Lime bereits Erfahrung im Markt und bietet infolgedessen eine der besten Apps an. Aufgeräumt, übersichtlich und nur mit den nötigen Infos ausgestattet, können Sie hier das Rad klingeln lassen, wenn Sie es nicht finden, Sie sehen sofort den Akkustand der E-Bikes und Sie können es per Knopfdruck als fehlend melden. Kostenpunkt: ein Euro zum Entsperren und anschließend 15 Cent pro Minute.

Lime
Lime (Bild: Screenshot)

Mobike

Bei Mobike haben Sie die Wahl, Pässe mit unterschiedlicher Leihdauer zu buchen. Dies kann attraktiv sein, sollten Sie über einen längeren Zeitraum ein Leihrad benötigen. Dreißig Tage kosten zehn, ein ganzes Jahr nur 70 Euro. In diesem Zeitraum sind 30-Minuten-Fahrten frei, jede weitere Minute kostet den Festpreis von einem Euro pro 20 Minuten. Auch bei Mobike sind Registrierung und das Leihen der Räder höchst einfach.

Mobike
Mobike (Bild: Screenshot)

Urbi

Eine App, die wir besonders empfehlen können, wenn Sie sich smart in Ihrer Umgebung fortbewegen möchten, ist Urbi. Auf der implementierten Karte können Sie sich alle gewünschten Anbieter auf einmal anzeigen lassen und die Fahrten auch in der Urbi-App aus beginnen und beenden, oder aber Sie werden direkt weitergeleitet. Der Vorteil, alles auf einen Blick zu haben, kann im Alltag, wo es oft auf Minuten ankommt, wichtig sein!

Urbi
Urbi (Bild: Screenshot)

Swapfiets: Das Fahrrad im Abo

Es ist frustrierend, wenn das Fahrrad geklaut wird oder es aufgrund mangelhafter Radwege oder Glasscherben und ähnlichem Unrat unterwegs ständig kaputt geht. Swapfiets animiert Sie dazu, sich von Ihrem alten Drahtesel zu trennen und auf ein Abomodell umzusteigen. Besagtes funktioniert ganz einfach: Sie melden sich in der Swapfiets-App oder online unter „swapfiets.de“ bei dem Dienst an und zahlen künftig 20 Euro pro Monat. Sie erhalten dafür ein Swapfiet, also ein Fahrrad, das einem Hollandrad sehr ähnlich ist. Das ist wenig verwunderlich, da das anbietende Unternehmen aus den Niederlanden stammt und Fiets der holländische Begriff für Fahrrad ist.

Swapfiets: Das Fahrrad im Abo
Swapfiets: Das Fahrrad im Abo (Bild: Jordy Brada)

Sollte Ihr gemietetes Rad eine Panne haben, kommt binnen 24 Stunden ein Swapfiets-Mitarbeiter bei Ihnen vorbei, um es zu reparieren oder Ihnen in schwierigeren Fällen ein neues zur Verfügung zu stellen. Im Falle eines Diebstahls zahlen Sie nur 60 Euro, es greift eine Versicherung – und auch dann erhalten Sie ein frisches Rad.

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nicht gerade ein Ärgernis in den Städten? Schlagzeile ‚gefährlich, verratzt und alles andere als unweltfrrundlich‘.

Nicht gretatauglich.

Mir scheint, dass der Artikel recht alt ist. "Go Flash" hat sich bereits vor Monaten in "Circ" umbenannt.

Abgesehen davon sind ein paar Formulierungen… sagen wir mal unglücklich:

"In den ersten dreißig Minuten zahlen Sie ein Euro pro Minute." – ist dem wirklich so? Dann würde ich stets 30 € bezahlen, was natürlich niemand macht.

"jede weitere Minute kostet den Festpreis von einem Euro pro 20 Minuten" – das geht doch besser, oder?