Pressespiegel: Das sagt die Fachpresse zum MacBook Pro mit PROLED XDR-Display
Die ersten Testberichte zum neuen MacBook Pro mit PROLED XDR-Display sind veröffentlicht. Noch vor dem Verkaufsstart am morgigen 6. November konnten internationale Technikredaktionen die neuen Modelle mit 14 und 16 Zoll ausprobieren. Besonders im Mittelpunkt steht der erstmals verbaute Touchscreen. Doch der scheint für viele Tester eher eine praktische Ergänzung als ein entscheidender Fortschritt zu sein.
- Die ersten internationalen Tests zum MacBook Pro mit PROLED XDR-Display sind veröffentlicht.
- Das Tandem-OLED-Display erhält besonders viel Lob für Helligkeit, Kontrast und Farben.
- Der neue Touchscreen ist praktisch, verändert die Mac-Bedienung aber kaum.
- Dynamic Island, geringeres Gewicht und das beleuchtete Apple-Logo kommen gut an.
- Kritik gibt es am hohen Preis und teilweise an der basslastigen Lautsprecherabstimmung.
Touchscreen: Praktisch, aber kein Kaufargument
Apple hat sich lange gegen einen Touchscreen im MacBook gewehrt. Mit dem neuen PROLED XDR-Modell ändert sich das. Die ersten Tests zeigen allerdings, dass sich die Bedienung eines Mac dadurch weniger verändert, als man zunächst vermuten könnte.
David Pierce von The Verge beschreibt die Touchfunktion als nützlich, sieht darin aber keine grundlegende Veränderung der Laptop-Nutzung. Besonders beim Bearbeiten von Fotos sei es angenehm, Bildausschnitte direkt mit zwei Fingern zu vergrößern. Auch bei der Videowiedergabe oder beim gemeinsamen Betrachten von Inhalten könne der Touchscreen Vorteile bieten.
Allerdings fehlen einige Funktionen, die Nutzer von iPhone und iPad kennen. So erscheint beim Berühren eines Textfeldes keine Bildschirmtastatur. Auch die gewohnten Auswahlmenüs für Kopieren und Einfügen stehen bei der Touchbedienung nicht in derselben Form zur Verfügung. Der Apple Pencil wird ebenfalls nicht unterstützt.
Ähnlich fällt das Urteil von Luke Larsen bei Wired aus. Im Arbeitsalltag habe er die Touchfunktion häufig schlicht vergessen. Für typische Aufgaben seien Tastatur und Trackpad weiterhin die bequemere Wahl.
Kyle Barr von Gizmodo sieht einen Vorteil dagegen bei der iPhone-Synchronisierung. Wer die iPhone-Spiegelung unter macOS verwendet, könne das eingeblendete Smartphone nun mit vertrauten Wischgesten bedienen. Das funktioniere zwar nicht ganz so unmittelbar wie auf einem echten iPhone, mache die Funktion aber intuitiver.
OLED-Display überzeugt die Tester
Deutlich einheitlicher fällt das Urteil zum neuen Bildschirm aus. Das PROLED XDR-Display verwendet erstmals Tandem-OLED-Technik in einem MacBook Pro. Gegenüber den bisherigen Mini-LED-Displays verspricht die Technik unter anderem höhere Kontraste und eine verbesserte Farbdarstellung.
Bei einem Tandem-OLED-Display kommen zwei übereinanderliegende OLED-Leuchtschichten zum Einsatz. Dadurch kann der Bildschirm eine höhere Helligkeit erreichen, während die einzelnen Schichten weniger stark belastet werden. Das kann sich positiv auf die Lebensdauer auswirken. Wie bei anderen OLED-Displays leuchten die Bildpunkte selbst, weshalb keine separate Hintergrundbeleuchtung benötigt wird. Das ermöglicht besonders hohe Kontraste und eine präzise Darstellung dunkler Bildbereiche.
Chris Welch von Bloomberg zeigt sich besonders von der Bildqualität beeindruckt. Das neue Panel erreiche sichtbar höhere Helligkeitswerte als bisherige LCD-Modelle. Gleichzeitig könnten einzelne Pixel vollständig abgeschaltet werden, wodurch Schwarz tatsächlich schwarz dargestellt werde.
Auch die gleichmäßige Darstellung über die gesamte Bildschirmfläche hebt Welch positiv hervor. Gerade für Fotografen sei zudem der größere darstellbare Farbumfang interessant.
Timothy Beck Werth von Mashable äußert sich ähnlich begeistert. Er lobt die tiefen Schwarztöne, kräftigen Farben und die detaillierte Darstellung heller und dunkler Bildbereiche.
Das Display erreicht bei HDR-Inhalten eine Spitzenhelligkeit von bis zu 2.000 Nits. Damit gehört die Bildschirmtechnik zu den wesentlichen Neuerungen der aktuellen MacBook-Pro-Generation.
Dynamic Island ersetzt die Notch
Auch beim Design hat Apple einige Änderungen vorgenommen. Die bisherige Kameraaussparung am oberen Bildschirmrand weicht einer Dynamic Island, wie man sie bereits vom iPhone kennt.
Jason Snell von Six Colors bewertet diese Änderung positiv. Während die bisherige Notch lediglich Platz beanspruchte, übernehme die Dynamic Island eine aktive Funktion innerhalb der Benutzeroberfläche.
Unter anderem können dort Informationen zur Medienwiedergabe, Aktivitäten eines verbundenen iPhones sowie Animationen für Spotlight und Siri AI angezeigt werden. Die Elemente lassen sich per Maus oder Touch bedienen.
Hinzu kommen schmalere Bildschirmränder und ein überarbeitetes Displayscharnier, das bei der Touchbedienung für mehr Stabilität sorgen soll.
Weniger Gewicht kommt gut an
Ein weiterer Punkt, der in mehreren Testberichten positiv auffällt, ist das überarbeitete Gehäuse. Apple hat die neuen Modelle etwas dünner und leichter gestaltet.
Chance Miller von 9to5Mac hebt insbesondere das geringere Gewicht des 16-Zoll-Modells hervor. Der Unterschied sei bereits beim ersten Anheben spürbar.
Bislang habe er wegen der besseren Mobilität kleinere MacBooks bevorzugt. Das neue 16-Zoll-Modell fühle sich jedoch deutlich angenehmer an, ohne dass man auf die größere Bildschirmfläche verzichten müsse.
Auch das beleuchtete Apple-Logo auf der Rückseite kehrt zurück. Laut Miller passt sich dessen Leuchtkraft sowohl der Displayhelligkeit als auch dem Umgebungslicht an. Bei geschlossenem MacBook bleibt das Logo dagegen unbeleuchtet.
Neue Lautsprecher mit zu viel Bass?
Nicht alle Änderungen kommen bei den Testern gleichermaßen gut an. Apple hat das Lautsprechersystem überarbeitet und verspricht einen um 50 Prozent kräftigeren Bass.
Chris Welch von Bloomberg sieht darin allerdings nicht ausschließlich einen Vorteil. Bei Filmen und Serien könne der stärkere Tieftonbereich durchaus überzeugen. Bei Musik, Podcasts und YouTube-Videos wirke die Wiedergabe teilweise jedoch zu basslastig.
Dadurch gehe etwas von der ausgewogenen Klangabstimmung verloren, für die frühere MacBook-Pro-Modelle bekannt waren. Eine unkomplizierte Möglichkeit, den Bass gezielt zu reduzieren, fehle ebenfalls.
Leistung bleibt auf bekanntem Niveau
Bei der Rechenleistung gibt es dagegen keine grundlegenden Überraschungen. Die neuen PROLED-XDR-Modelle verwenden weiterhin Apples M5-Pro- und M5-Max-Chips, die auch in den MacBook-Pro-Varianten mit Mini-LED-Display zum Einsatz kommen.
Entsprechend ähnlich fällt die Leistung aus. Wer bereits ein aktuelles MacBook Pro mit einem dieser Prozessoren besitzt, erhält durch den Wechsel auf das OLED-Modell daher keinen nennenswerten Leistungszuwachs.
Neu sind außerdem ein überarbeitetes Kühlsystem und eine Speicheroption mit bis zu 16 TB.
Der Preis bleibt die größte Hürde
Die zusätzliche Technik hat ihren Preis. Das MacBook Pro mit PROLED XDR-Display beginnt bei 3.299 Euro für die 14-Zoll-Version. Das größere Modell mit 16 Zoll startet bei 3.899 Euro.
Damit positioniert Apple die Geräte deutlich oberhalb der regulären MacBook-Pro-Modelle mit Mini-LED-Bildschirm.
Die ersten Tests zeichnen insgesamt ein recht klares Bild: Das neue OLED-Display, das geringere Gewicht und die Änderungen am Gehäuse überzeugen. Der Touchscreen funktioniert zwar und kann einzelne Arbeitsabläufe erleichtern, verändert die klassische Mac-Bedienung bislang aber kaum.










