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Künstliche Intelligenz: Was du jetzt wissen solltest

Künstliche Intelligenz kann brillant sein, wenn man sie richtig einsetzt – sie hat aber auch Schattenseiten.

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Künstliche Intelligenz (KI) ist allgegenwärtig. Es vergeht kaum ein Tag, an dem sie nicht diskutiert oder debattiert wird. Sie verändert bereits die Art und Weise, wie wir mit unseren Geräten interagieren, und gestaltet Arbeitsplätze weltweit neu. Während Nutzerinnen und Nutzer neue Wege entdecken, kreativ und produktiv zu sein, profitieren Unternehmen, die massiv in KI investiert haben, von den Erträgen. Aber hält die Technologie wirklich, was sie verspricht?

Sicherlich bietet KI viele Vorteile. In der Medizin wird sie effektiv eingesetzt, um klinische Entscheidungen zu unterstützen, Patientinnen und Patienten effizienter zu triagieren und Behandlungsergebnisse zu verbessern. KI hilft bei der Interpretation von Bildgebungsverfahren und automatisiert Aufgaben, damit dem medizinischen Personal mehr Zeit für die Pflege bleibt. Banken nutzen sie zur Betrugserkennung, Hersteller für schnelle Qualitätskontrollen. Amazon und Netflix setzen darauf, um Produktvorschläge zu personalisieren. Auch der Einzelhandel nutzt KI, um Verkaufstrends vorherzusagen, und in der Robotik spielt sie eine fundamentale Rolle. Und auch für Verbraucherinnen und Verbraucher liefert KI zahlreiche Vorteile. Wer ein aktuelles Apple-Gerät startet, erlebt dies sofort in Aktion. Mit Apple Intelligence werden beispielsweise Benachrichtigungen zusammengefasst, sodass man den Kern einer Meldung sofort erfasst und entscheiden kann, ob sich das Öffnen lohnt. Zudem hilft das System bei der Priorisierung, damit wichtige Informationen zuerst ankommen. In diesem Sinne ist KI ein echter Zeitsparer. Seit iOS 26 bringt Apple KI-gestützte Zusammenfassungen für Nachrichten zurück. Nutzerinnen und Nutzer behalten dank Zusammenfassungen und „Smart Replies“ (intelligente Antworten) den Überblick in Mail und Nachrichten. Die Schreibwerkzeuge – verfügbar in fast allen Apps mit Texteingabe – können Texte korrigieren, umschreiben und organisieren. In Kombination mit ChatGPT lassen sich sogar ganze Entwürfe erstellen.

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Ist ChatGPT aktiviert, kann das iPhone ausführliche Antworten auf Fragen geben, die man Siri stellt. Dazu kommen weitere KI-gesteuerte Werkzeuge wie die visuelle Intelligenz („Visual Intelligence“). Diese nutzt die iPhone-Kamera, um mehr über die Umgebung zu verraten. Mit Apple Intelligence lassen sich zudem anhand von Fotos und Textbeschreibungen via „Image Playground“ neue Bilder kreieren oder eigene Emojis, die sogenannten Genmojis, erstellen.

Surfen mit Chatbot-Hilfe

Zwei neue KI-Browser haben das Potenzial, die Informationssuche im Web grundlegend zu verändern. Da ist zum einen Comet (perplexity.ai) für macOS und Windows, zum anderen ChatGPT Atlas, das für macOS bereitsteht. Beide bieten einfachen Zugriff auf einen Chatbot, der die Webnavigation erleichtert und das Auffinden von Informationen beschleunigt.

Im Comet-Browser lässt sich über eine ausklappbare Seitenleiste auf einen KI-Assistenten zugreifen.
Im Comet-Browser lässt sich über eine ausklappbare Seitenleiste auf einen KI-Assistenten zugreifen. (Bild: Screenshot)

Comet verwandelt Suchanfragen in Echtzeit-Konversationen. Der Browser liefert nicht nur eine Liste von URLs, sondern fasst Informationen zusammen und stellt Links zu den Quellen bereit, bevor er zu Folgefragen einlädt. Atlas öffnet eine ChatGPT-Seitenleiste. Da diese kontextsensitiv arbeitet, lässt sich direkt mit den aktuell aufgerufenen Inhalten interagieren. Im kostenpflichtigen „Agent Mode“ übernimmt die Software sogar Aufgaben stellvertretend für die Anwendenden.

Nimmt man den „Image Wand“ dazu, der grobe Skizzen in der Notizen-App in fertige Bilder verwandelt, die Möglichkeit, Rückblick-Filme zu erstellen, sowie das „Bereinigen“-Werkzeug in Fotos, das störende Objekte entfernt, ergibt sich eine beachtliche Sammlung an KI-Funktionen. Doch ist KI wirklich ein „Game Changer“ oder wird sie eher zur Ablenkung?

Apple geht bei Apps wie Image Playground auf Nummer sicher – und das könnte sich als Vorteil erweisen.
Apple geht bei Apps wie Image Playground auf Nummer sicher – und das könnte sich als Vorteil erweisen. (Bild: Screenshot)

Vorsichtiger Ansatz

Bedenken gegenüber Apple Intelligence wurden bereits laut, insbesondere als bekannt wurde, dass einige Zusammenfassungen irreführend waren oder falsche Informationen verbreiteten. Es gibt auch breitere Kritik an KI-Systemen generell: Manche argumentieren, Tech-Firmen befänden sich in einem Goldrausch, ohne die Konsequenzen zu bedenken.

Es ist fair zu sagen, dass künstliche Intelligenz ohne Kontrolle erhebliche Nachteile haben kann. Dennoch beruhigt es, dass Apple scheinbar einen maßvolleren und vorsichtigeren Ansatz wählt als viele Konkurrenten. Das erklärt, warum Apple Intelligence nur schrittweise eingeführt wurde und warum einige das Unternehmen im Rückstand sehen. Doch indem Apple besonders auf potenzielle Fallstricke achtet und sicherstellt, dass die KI den exzellenten Ruf in Sachen Datenschutz und Zuverlässigkeit nicht beschädigt, könnten sich diese zögerlichen ersten Schritte als weise erweisen.

Die Live-Übersetzungen von Apple Intelligence erleichtern Gespräche über Sprachgrenzen hinweg.
Die Live-Übersetzungen von Apple Intelligence erleichtern Gespräche über Sprachgrenzen hinweg. (Bild: Apple)

Apple betont, das Nutzungserlebnis an erste Stelle zu setzen und den Datenschutz zu priorisieren – indem so viele Aufgaben wie möglich direkt auf dem Gerät („on-device“) verarbeitet werden. Wenn das nicht möglich ist, greift Apple auf „Private Cloud Compute“ zurück. Dabei werden Daten an Server mit eigener Apple-Silicon-Architektur gesendet. Dies stellt sicher, dass Nutzerdaten nur verarbeitet und nicht gespeichert werden.

Das Unternehmen möchte verhindern, dass Apple Intelligence mit sogenanntem „KI-Schund“ (im Englischen „AI Slop“) überflutet wird – ein Begriff für minderwertige, massenhaft generierte Texte und Bilder. Solche Inhalte haben zuletzt stark zugenommen. Ein kurzer Blick in soziale Medien zeigt unzählige Beispiele, von gefälschter Kunst im Studio-Ghibli-Stil bis hin zu Kuriositäten wie „Jesus als Garnele“.

Dieser KI-Schund kann irreführend oder manipulativ sein. Ein weit verbreitetes Bild eines Mädchens, das während der Flut durch Hurrikan Helene im Jahr 2024 einen Welpen in einem Boot umklammerte, entpuppte sich als komplett KI-generiert – entworfen, um Aufmerksamkeit zu erregen, nicht um zu informieren. Vieles existiert nur, um Engagement zu erzeugen und Gewinne für Ersteller und Plattformen zu generieren. Was als Spaß beginnt, kann schnell düster und verzerrend wirken. Wenn KI-Inhalte real genug aussehen und ernste Themen wie Konflikte betreffen, werden sie gefährlich.

Täuschend echt

Workout Buddy nutzt Künstliche Intelligenz, um das eigene Fitnessniveau zu analysieren und motivierende Rückmeldungen an den User zu geben.
Workout Buddy nutzt Künstliche Intelligenz, um das eigene Fitnessniveau zu analysieren und motivierende Rückmeldungen an den User zu geben. (Bild: Apple)

Der Missbrauch von KI kann beunruhigend sein. „Deepfakes“ nehmen zu und sind von den Rändern des Internets in den Mainstream gewandert. Ursprünglich 2017 geprägt für pornografische Videos mit ausgetauschten Gesichtern von Prominenten, beschreibt der Begriff heute jede synthetische Medienform – ob Video, Audio oder Bild –, die Personen Dinge tun oder sagen lässt, die nie stattgefunden haben. Wir sahen Deepfakes, die angeblich Präsident Selenskyj zeigten, der ukrainische Truppen zur Kapitulation aufforderte, Joe Biden, der Demokraten vom Wählen abriet, oder explizite Bilder des Popstars Taylor Swift. Je weiter die Technologie fortschreitet, desto schwerer werden Deepfakes zu erkennen.

In einem Bericht für das Alan Turing Institute schrieben die Datenwissenschaftler Dr. Phil Swatton und Margaux Leblanc über den Aufwand, der betrieben wird, um realistische Ergebnisse zu erzielen. „Einige ältere Deepfake-Videos zeigten Menschen, die nicht blinzelten“, so die Autoren. „Sobald das fehlende Blinzeln jedoch als Erkennungszeichen für gefälschte Inhalte bekannt war, tauchten Deepfakes mit blinzelnden Personen auf.“ Es scheint, je mehr versucht wird, Fälschungen zu entlarven, desto innovativer wird deren Erstellung. Das dürfte Menschen wie die Schauspielerin und Regisseurin Zelda Williams sorgen. Im Oktober 2025 bat sie ihre Followerschaft auf Instagram, ihr keine KI-Videos ihres verstorbenen Vaters, des Schauspielers Robin Williams, mehr zu senden. „Zuzusehen, wie das Vermächtnis echter Menschen darauf reduziert wird, dass es ‚vage nach ihnen aussieht und klingt‘, nur damit andere schrecklichen TikTok-Schund produzieren können, ist zum Wahnsinnigwerden“, schrieb sie.

Wie handeln die Regierungen?

Generell versuchen Regierungen, KI zu regulieren, um deren Sicherheit zu gewährleisten. Im Juli 2025 veröffentlichte das Weiße Haus „America’s AI Action Plan“, um die US-Dominanz bei KI-Technologien sicherzustellen. Das Papier spricht von der Überwachung „aufkommender und unvorhergesehener Risiken“ und mahnt, dass dies „ständige Wachsamkeit erfordert“.

„Winning the Race“: Amerikas „AI Action Plan“ legt die US-Vision für Künstliche Intelligenz dar.
„Winning the Race“: Amerikas „AI Action Plan“ legt die US-Vision für Künstliche Intelligenz dar. (Bild: White House)

Auch Großbritannien agiert proaktiv. Es hat ein neues internationales Rahmenwerk unterzeichnet, das vom Europarat beschlossen wurde. Darin verpflichten sich die Parteien zu kollektivem Handeln, um KI-Produkte zu verwalten und die Öffentlichkeit vor potenziellem Missbrauch zu schützen. Als besorgniserregend werden dabei die Verbreitung von Fehlinformationen und die Nutzung voreingenommener Daten zur Beeinflussung von Entscheidungen genannt.

Die Europäische Union hat derweil im Rahmen des „EU AI Act“ KI-Anwendungen nach ihrem Risiko klassifiziert. Verboten wurden EU-weit unter anderem die Manipulation menschlichen Verhaltens, biometrische Fernidentifikation in Echtzeit und „Social Scoring“.

Doch die negativen Aspekte enden hier nicht. Gefälschte KI-Videos und -Bilder werden auch in betrügerischen Werbeanzeigen verwendet, oft mit Prominenten, die angeblich ein Produkt empfehlen. In Großbritannien wehrte sich der bekannte Finanzjournalist Martin Lewis, der grundsätzlich keine Werbung macht, wiederholt gegen Deepfakes, die ihn bei der Bewerbung dubioser Dienste zeigten. Menschen wurden durch solche Betrügereien finanziell ruiniert, was Meta dazu veranlasste, Gesichtserkennungstechnologie einzuführen, um das Problem einzudämmen. Das Problem: Die Situation könnte sich verschlimmern. Während Apple bei der Bildgenerierung nur nicht-fotorealistische Stile zulässt, gehen andere Firmen einen anderen Weg. Im September 2025 veröffentlichte OpenAI das Videomodell Sora 2, mit dem jeder durch einfache Texteingabe realistische Videos erstellen kann. Wer ein Foto hochlädt und seine Stimme aufnimmt, kann Videos produzieren, die einen selbst in verschiedenste Situationen versetzen – dank synchronisierter Dialoge in Sora 2 mit einer gehörigen Portion Realismus. Wie zu erwarten, wurde der Dienst bereits missbraucht. Es gab Beschwerden von Schauspielern – darunter „Breaking Bad“-Star Bryan Cranston –, dass ihre Stimmen und Ähnlichkeiten ohne Zustimmung in Videos verwendet wurden.

OpenAI hat seitdem die Nutzungsbedingungen geändert: Personen müssen nun aktiv zustimmen („Opt-in“), damit ihr Ebenbild genutzt werden darf. CEO Sam Altman erklärte, das Unternehmen sei „zutiefst verpflichtet, Darstellende vor der missbräuchlichen Verwendung ihrer Stimme und ihres Aussehens zu schützen“. Doch auch wenn dieses Durchgreifen begrüßenswert ist, bedeutet es nicht, dass nicht andere Dienste ohne diese Sicherheitsvorkehrungen auftauchen werden. Probleme mit dem Urheberrecht gehen zudem tiefer als nur der Missbrauch von Bildern und Videos. Auch Texte sind betroffen.

Platzt die KI-Blase bald?

Der Wert von Unternehmen mit KI-Bezug steigt rasant. 2025 durchbrach Nvidia als erster börsennotierter Konzern die Marke von 5 Billionen US-Dollar (ca. 4,7 Billionen Euro). Hauptgrund ist der Wandel von Gaming-GPUs hin zu KI-Chips. Das Unternehmen erwartet für 2026 Aufträge für KI-Chips im Wert von 500 Milliarden US-Dollar und hat einen lukrativen Deal mit OpenAI, das selbst mit 500 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Dennoch fürchten viele eine KI-Blase, Parallelen zur Dotcom-Blase der Jahrtausendwende sind unverkennbar. Firmen investieren gegenseitig ineinander: Microsoft soll 27 Prozent an OpenAI halten, sobald dieses zur „Public Benefit Company“ wird. Google kooperiert derweil mit Adobe, um seine KI-Modelle in Produkte wie Firefly, Photoshop und Premiere zu integrieren. Die Branche verfällt zudem in einen Einstellungsrausch und zahlt hohe Preise für KI-Start-ups. Steht etwa ein spektakulärer Knall bevor?

Nvidias Wert stieg in nur vier Monaten von 4 auf 5 Billionen US-Dollar, 2020 waren es 200 Milliarden.
Nvidias Wert stieg in nur vier Monaten von 4 auf 5 Billionen US-Dollar, 2020 waren es 200 Milliarden.

Ein Whitepaper der SEO-Firma Graphite zeigte, dass im November 2024 mehr als die Hälfte aller im Web veröffentlichten Artikel KI-generiert waren. Der Bericht besagt, dass die Zahl nach dem Start von ChatGPT zwei Jahre zuvor signifikant anstieg und sich dann stabilisierte. Der Reiz ist klar: KI-Texte sind billiger als von Menschen geschriebene und oft qualitativ vergleichbar. Dennoch ist dies ein massiver Wandel in der Content-Erstellung im Vergleich zu vor einem Jahrzehnt. Auch wenn die Studie anmerkt, dass diese Artikel „größtenteils nicht in Google und ChatGPT auftauchen“, sind sie doch da draußen.

Noch bedenklicher ist eine Studie der University of Maryland: Bis zu 9 Prozent der Artikel, die zwischen Juni und September 2025 von US-Zeitungsverlagen veröffentlicht wurden, waren „entweder teilweise oder vollständig KI-generiert“. Der KI-Detektor Pangram analysierte 186.000 Artikel von 1.500 Zeitungen und fand heraus, dass vor allem lokale Blätter KI nutzen – vermutlich aufgrund „schrumpfender Kapazitäten und begrenzter Ressourcen“.

Sora 2 ist das neueste Modell von OpenAI zur Video- und Audiogenerierung – und kann täuschend echte Inhalte erzeugen.
Sora 2 ist das neueste Modell von OpenAI zur Video- und Audiogenerierung – und kann täuschend echte Inhalte erzeugen.

Blick in die Zukunft

Was kommt als Nächstes? Was wird getan, um zu verhindern, dass das Internet und wir von schlechter KI überrollt werden? Viele Unternehmen erkennen ihre Verantwortung, wie die Reaktion von OpenAI bezüglich Sora 2 zeigte. OpenAI verfügt zudem über ein „Preparedness Framework“ – einen Prozess zur Vorbereitung auf fortgeschrittene KI-Fähigkeiten, die neue Risiken bergen könnten. Doch obwohl das Unternehmen versteht, dass leistungsfähigere Modelle „Sicherheitsvorkehrungen in der realen Welt“ benötigen, wird nicht jedes Modell vor der Veröffentlichung auf alle Risiken geprüft.

Konkret prüft OpenAI nicht vorab, ob ein Modell genutzt werden könnte, um Menschen zu manipulieren oder zu überzeugen. Stattdessen wird die tatsächliche Nutzung überwacht. Das Unternehmen gab zudem an, es würde ein Hochrisiko-Modell veröffentlichen, wenn die Gefahren gemindert werden können, und unter Umständen sogar die Sicherheitsanforderungen anpassen.

Was führt Apple im Schilde?

Die Funktionen von Apple Intelligence werden schrittweise eingeführt, während Apple weiter kräftig in KI investiert. Personalisierte Siri-Funktionen sollen 2026 erscheinen, weitere Entwicklungen sind bereits in Arbeit.

Apple hat kürzlich die Börsenbewertung von 4 Billionen US-Dollar überschritten, vor allem dank der starken Nachfrage nach KI-fähigen iPhones.
Apple hat kürzlich die Börsenbewertung von 4 Billionen US-Dollar überschritten, vor allem dank der starken Nachfrage nach KI-fähigen iPhones. (Bild: Apple)

Der Bloomberg-IT-Journalist Mark Gurman berichtet, dass Apple ein KI-gestütztes Werkzeug für die Websuche plant. Zudem hat das Unternehmen eine eigene interne Version von ChatGPT namens „Veritas“ erstellt, die genutzt wird, um die Überarbeitung von Siri zu testen – etwas, das laut Gurman eigentlich auch öffentlich gelauncht werden sollte. Eigentlich, denn Apple gab im Januar 2026 die Zusammenarbeit mit Google bei der Siri-Überarbeitung bekannt. Zudem ist es ein offenes Geheimnis, dass der Apple M5-Chip als der „nächste große Sprung in der KI-Leistung“ beworben wird. Apple fordert die Konkurrenz derweil auf anderen Wegen heraus. Das Unternehmen liefert bereits leistungsstarke KI-Server mit speziellen Datenschutz-Chips aus.

„Wenn ein anderer Entwickler ein Hochrisiko-System ohne vergleichbare Sicherheitsvorkehrungen veröffentlicht, könnten wir unsere Anforderungen anpassen“, schrieb OpenAI in einem Blogbeitrag. Dies ist im Grunde eine Senkung der Sicherheitsstandards, getrieben durch das Tempo der Konkurrenz. Da sich jedoch viele führende KI-Entwickler öffentlich zu Sicherheitsrahmenwerken verpflichtet haben, sollten wir theoretisch nicht erleben, dass KI bei kritischen Risiken hilft – etwa bei der Entwicklung biologischer Waffen oder Cyberangriffen.

Anthropic hat beispielsweise seine „Responsible Scaling Policy“ vorgestellt, eine Verpflichtung, keine Modelle zu trainieren oder einzusetzen, die katastrophalen Schaden anrichten könnten, solange keine Sicherheitsmaßnahmen die Risiken auf ein akzeptables Niveau senken. Google Deepmind sprach bei der Veröffentlichung von Gemini davon, „Schutzmechanismen einzubauen und mit Regierungen zusammenzuarbeiten“.

Die Reise beginnt …

Grok-Eigentümer xAI hingegen wurde kritisiert, als Grok 4 im Juli 2025 ohne branchenüblichen Sicherheitsbericht veröffentlicht wurde. Das Unternehmen musste handeln, als Grok antisemitische Kommentare verbreitete und sich selbst als „MechaHitler“ bezeichnete. Zuletzt war Grok gar ob pädokriminell relevanter Inhalte ins Interesse von Ermittlern gerückt. Solche Vorfälle erklären, warum Regierungen bestrebt sind, die wildesten Auswüchse der KI zu zähmen. Sie verdeutlichen auch Probleme mit Bias, also einer Voreingenommenheit, die oft in den Trainingsdaten begründet liegt.

Da KI bleiben wird, sind all solche Dinge wichtig. Wir stehen erst am Anfang einer Reise vergleichbar mit der der industriellen Revolution. Auch wenn Herausforderungen vor uns liegen, die schnell gelöst werden müssen, ist die Zeit auf unserer Seite. Es besteht kein Zweifel: KI ist aufregend und bietet enormes Potenzial mit Werkzeugen, die Arbeit, Lernen und Kreativität verändern. Wir müssen nur hoffen, dass sie – wie das Weltwirtschaftsforum anmerkte – die menschlichen Fähigkeiten verstärkt, statt sie zu untergraben.

Stefan Molz // Chefredakteur
Stefan Molz

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.

Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.

Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

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