Apple warnt vor Innovationsblockade

EU-Ladegeräteverordnung könnte noch 2020 kommen

Die EU-Kommission macht ernst und hat eine Ladegeräte-Vorgabe auf ihre Agenda gesetzt. Noch 2020 könnte eine Verordnung kommen.

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Gerade noch hat Apple davor gewarnt, eine einheitliche Ladegeräte-Verordnung in der Europäischen Union einzuführen, da macht die EU-Kommission schon Nägel mit Köpfen. Auf der Agenda der Institution steht bereits ein Vorhaben, das eine einheitliche Lademethode für Mobiltelefone und ähnliche Geräte noch für das Jahr 2020 vorsieht.

Ist das das Ende von Lightning?

Das Arbeitsprogramm der EU birgt zumindest das Potential, einen Aufschrei zu erzeugen, wenn Boulevardmedien die Sache überstürzt und übertrieben aufgreifen sollten.

Der Vizepräsident der EU-Kommission, Maroš Šefčovič brachte am 13. Januar in einer Rede das Thema einheitliche Ladegeräte zur Sprache, wobei er den Wunsch äußerte, dass es aus Nachhaltigkeitsgründen gut wäre, wenn Verbraucher Netzteile interoperabel einsetzen könnten und Smartphones optional auch ohne Netzteil verkauft würden. Auch ein einheitlicher kabelloser Ladestandard sei wünschenswert.

Das sieht offenbar auch das Europäische Parlaments so. Eine Vereinheitlichung der Lademethode soll eigentlich nicht vorrangig Benutzern das Laden erleichtern und das Kabelchaos lichten sondern vor allem die Umwelt entlasten.

Apple sieht das genau anders herum: Ein einheitlicher, verpflichtender Standard würde Innovationen behindern. „Die Gesetzgebung würde sich negativ auswirken, indem sie die Hunderte von Millionen aktiver Geräte und Zubehörteile betreffen würde, die von unseren europäischen Kunden verwendet werden, was zu einer beispiellosen Menge an Elektronikschrott führen und die Benutzer stark verunsichern würde.“

Muss Apple USB-C schon im iPhone 12 einbauen?

Soweit so gut. Aber geht es überhaupt um die Abschaffung der Lightning-Schnittstelle? Müssen alle Geräte künftig auf ihrer Seite eine USB-Buchse tragen oder geht es - und danach sieht es aus - eher um Netzteile mit einheitlichem Anschluss? Dann wäre USB-C das Mittel der Wahl und würde Apple und seine Nutzer nicht sonderlich tangieren. Statt wie bisher USB-A und USB-C-Netzteile zu liefern würde es eben nur noch einen Typ geben.

Und sollte wirklich auch Geräteseitig USB-C vorgeschrieben werden, dann würde es immer noch jahrelang Adapter geben, um weiterhin Lightning-Zubehör und -Kabel nutzen zu können. Bisher gibt es so einen Adapter ohne dazwischen liegendes Kabel allerdings nicht.

Wie sehen Sie die Situation? Gehört Lightning aufs Altenteil und sollte Apple das nächste iPhone mit USB-C bauen? Schreiben Sie Ihre Meinung in die Kommentarfelder unterhalb des Artikels, wir sind daran sehr interessiert.

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Netzteil ja, das ist schon jetzt durchgängig USB und wird ohnehin langsam zu USB-C.
Kabel nein, völlig überflüssig!

Das alles hat nichts mit nur diesem Anschluss oder dem Kabel zu tun. Diese Verordnung ist genauso bei Android mit QuickCharge ein Problem. Dieses setzt nicht standardisierte Methoden zum Laden ein, zB die Erhöhung der Spannung etc

Ich verstehe den Fokus der EU-Kommission auf Smartphones/Tablets nicht so ganz. Bei aktuellen Geräten wird doch eh nur noch 2 (Lightning oder USB-C) verbaut und die Zukunft zeigt eh in Richtung kabellos.
Viel größer sehe ich die Vielfalt und Elektroschott bei Notbooks oder sind diese endlich auch davon betroffen?

Ich sehe das ebenfalls kritisch. Es ist wie bei allem einfach zu spät. Zwar haben die meisten eh schon USB-C. Aber ich bezweifle ob Apple sich überhaupt öffnen würde. Nach ihrem ziemlich geschlossenen System in Software als auch Hardware. Meiner Meinung nach soll lieber in die Technologie des Kabellosen Ladens und Verbindens gesteckt werden. Da jetzt immer mehr das meiste in Richtung kabellos übergeht.

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