Smarte Autos

BMW: Keine Eile autonomes Fahren einzuführen

BMW galt lange als einer der großen Innovatoren der Automobilindustrie und ist in vielerlei Hinsicht ein Rebel mit System. Erst kürzlich nannte das Manager Magazin das Unternehmen "das deutsche Apple". Die Aussage entlockt hier und da sicher einen Schmunzler, aber ähnlich wie Apple geht auch BMW bei neuen Technologien auf Nummer sicher und lässt sich lieber etwas Zeit, bevor man sie in seine Produkte integriert.

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Autonomes Fahren ist bereits seit einigen Jahren ein Thema und Unternehmen wie Audi, Mercedes, Tesla und auch Google haben auf diversen Automessen und in Sonderveranstaltungen ihre konzeptionellen Experimente der breiten Masse präsentiert. Einzig BMW gibt sich noch zurückhaltend. Nicht weil man nichts zu zeigen hätte, sondern weil das Produkt ausgereift sein soll, bevor es der Öffentlichkeit präsentiert wird. 

"Wir können autonomes Fahren auf der Autobahn bis 120 Km/h anbieten, aber unsere Technologie muss 100 Prozent zuverlässig sein.", sagte BMW-Chef Harald Krüger gegenüber dem Handelsblatt.

Im Straßenverkehr entscheidet diese Zuverlässigkeit über Leben und Tod. Laut Krüger habe man daher nicht die Möglichkeit wie App-Entwickler Produkte zu veröffentlichen, die "zu 70 bis 80 Prozent fertig sind" und dann die Entwicklung beim Kunden fertigzustellen. Dies ist gerade beim Thema "autonomes Fahren" völlig unmöglich, da es ausgereift sein muss, wenn man es seinen Kunden in die Hand gibt.

Anders als beispielsweise Google möchte BMW die Technologie Stück für Stück einführen. Die meisten aktuellen BMW-Modelle bieten bereits eine aktive Einparkhilfe, die die Lenkung beim Parkvorgang übernimmt und man sich nur noch auf das Spiel zwischen Gas un Bremse konzentrieren muss. Der neue BMW 7er geht schon einen Schritt weiter und kann völlig ohne Zutun des Fahrers einparken. Man muss nicht einmal im Auto sitzen. Zukünftig soll das Fahrzeug dann selbstständig nach einer passenden Parklücke suchen und einparken. Erst danach sollen autonom fahrende BMWs auf die Autobahnen losgelassen werden.

Während man also in München fleißig an der Perfektion der Technologie arbeitet, eignet man sich in Cupertino derzeit noch das nötige Know-How mit der Anwerbung von ehemaligen Tesla-Mitarbeitern an. Was genau Apple hinter den Kulissen entwickelt und ob es sich wirklich um eine selbstfahrendes Elektroauto handelt, wird wohl noch einige Zeit ein Geheimnis bleiben.

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