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Apple erweitert App Store: Neue Werkzeuge für Werbung, Abos und Kinderschutz

Apple baut den App Store für Entwickler aus. Neue Werbemittel, personalisierte Empfehlungen, Gruppen-Abos und Änderungen beim Mac App Store sollen Vermarktung und Verwaltung vereinfachen.

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Apple erweitert den App Store um mehrere Funktionen, die Entwicklern mehr Möglichkeiten bei Vermarktung, Abo-Modellen und App-Verwaltung geben sollen. Das Unternehmen hat die Neuerungen auf der WWDC-Keynote angekündigt. Viele Funktionen richten sich klar an Entwickler, können aber auch für Nutzer sichtbar werden – etwa durch neue Empfehlungen, App-Hinweise oder neue Abo-Angebote.

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Quickread: Auf einen Blick
  • Apple erweitert den App Store um neue Marketingwerkzeuge für Entwickler.
  • Personalisierte App-Sammlungen und App Notes starten zunächst auf Englisch in den USA.
  • Neue Abo-Optionen ermöglichen Gruppen- und Volumenkäufe.
  • Mac-Apps im App Store müssen keine Intel-Version mehr enthalten.
  • iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 erhalten neue Zeitlimits für Kinder und Jugendliche.

Neue Werbeflächen im App Store

Eine zentrale Neuerung sind sogenannte Creative Assets. Damit können Entwickler zusätzliche Bilder und Videos einsetzen, die im Kopfbereich der Produktseite sowie in Suchergebnissen erscheinen. Neben klassischen Screenshots und App-Previews sollen diese Inhalte etwa saisonale Aktionen, neue Inhalte oder die Marke einer App stärker hervorheben.

Apple integriert die Creative Assets auch in bestehende Werkzeuge wie Custom Product Pages und Product Page Optimization. Entwickler können damit unterschiedliche Varianten testen und prüfen, welche Darstellung besser funktioniert. In App Store Connect gibt es außerdem eine Vorschau, die zeigt, wie Produktseiten auf iPhone und iPad, in verschiedenen Sprachen, im Dunkelmodus sowie im Hoch- und Querformat aussehen.

Creative Assets erklärt!

Creative Assets sind zusätzliche Bilder und Videos, mit denen Entwickler ihre App im App Store präsentieren können. Sie ergänzen klassische Screenshots und können etwa neue Inhalte, Aktionen oder saisonale Angebote zeigen.

Mit der neuen Asset Library bündelt Apple zudem Marketingmaterialien wie Creative Assets, App-Preview-Videos und Screenshots an einem Ort. Inhalte sollen sich dadurch einfacher für verschiedene Kampagnen, Produktseiten oder In-App Events wiederverwenden lassen. Apple erlaubt außerdem, Assets unabhängig von einem App-Update zur Prüfung einzureichen. Das kann vor allem für zeitlich begrenzte Aktionen oder Kampagnen mit Apple Ads relevant sein.

Personalisierte Empfehlungen mit Erklärung

Auch die App-Entdeckung im Store wird angepasst. Apple führt Personalized Collections ein, also personalisierte Sammlungen auf Basis von Interessen, App-Nutzung und Downloads. Zusätzlich sollen App Notes erklären, warum bestimmte Apps empfohlen werden.

Diese Empfehlungen können in den Bereichen Apps, Games und Suche erscheinen. Der Start erfolgt laut Apple zunächst in englischer Sprache in den USA. Weitere Sprachen und Regionen sollen folgen, konkrete Termine nennt Apple dafür nicht.

Für Spieleentwickler ergänzt Apple neue Möglichkeiten in der Apple Games App. Über sogenannte Featuring Nominations können sie geplante In-Game-Angebote oder zeitlich begrenzte Rabatte beim Redaktionsteam des App Store vorschlagen. Eine Garantie auf Platzierung ergibt sich daraus nicht.

Neue Abo-Modelle für Gruppen und Unternehmen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Apple In-App Purchase. Apple führt neue Optionen ein, mit denen Entwickler Abos für mehrere Nutzer anbieten können. Technisch basiert das auf StoreKit 2.

Für Unternehmen und Bildungseinrichtungen soll es Volumenkäufe über Apple Business Manager und Apple School Manager geben. Organisationen können Abos dadurch in größerem Umfang beziehen und über bestehende Geräteverwaltungsprozesse zuweisen. Diese Funktion soll im Herbst 2026 verfügbar werden.

Daneben plant Apple Gruppenkäufe. Dabei kann eine Person mehrere Plätze in einem Abo erwerben und andere Personen einladen. Die eingeladenen Nutzer greifen mit ihren eigenen Accounts auf das Abo zu. Gruppenkäufe sollen im Winter 2026 starten.

Apple kündigt außerdem neue App Store Bundles an. Entwickler sollen künftig auch gemeinsam mit anderen Anbietern Pakete schnüren können, die mehrere Apps verschiedener Entwickler enthalten. Zusätzlich sind sogenannte Suites vorgesehen, also Abo-Pakete, die nicht als einzelne Standalone-Käufe angeboten werden.

Mehr Spielraum beim Kündigungsprozess

Für bestehende Abos führt Apple Retention Messaging breiter ein. Entwickler können Nutzer im Kündigungsprozess gezielter ansprechen und beispielsweise zusätzliche Informationen oder spezielle Angebote anzeigen. Das Ziel ist offensichtlich: Abwanderung reduzieren, ohne den Kündigungsprozess grundsätzlich zu blockieren.

Auch die Einreichung von In-App-Käufen soll einfacher werden. Entwickler können mehrere In-App Purchases und zusammengehörige Elemente künftig in einer gemeinsamen App-Review-Einreichung bündeln. Das dürfte vor allem Apps mit vielen Kaufoptionen oder regelmäßig wechselnden Angeboten entlasten.

Mac App Store braucht keine Intel-Unterstützung mehr

Eine technische Änderung betrifft den Mac App Store. Apps und Spiele müssen dort künftig keine Intel-Unterstützung mehr enthalten. Entwickler können also reine Apple-Silicon-Binaries ausliefern. Für neue Apps kann das Pflegeaufwand reduzieren, für Nutzer älterer Intel-Macs bedeutet es aber auch, dass künftige Versionen einzelner Apps möglicherweise nicht mehr unterstützt werden.

Neue Zeitlimits in iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27

Apple kündigt zudem neue Time Allowances für iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 an. Eltern sollen damit flexibler festlegen können, wie lange Kinder und Jugendliche Apps bestimmter Kategorien nutzen dürfen – darunter Unterhaltung, Spiele und soziale Medien. Neue Zeitpläne sollen außerdem regeln, welche Apps zu bestimmten Tageszeiten verfügbar sind.

Damit diese Funktionen korrekt greifen, passt Apple im Juli den Fragebogen zur Altersfreigabe in App Store Connect an. Entwickler können dort künftig angeben, ob ihre App soziale Funktionen enthält, etwa Interaktionen mit nutzergenerierten Inhalten über einen Feed. Apps werden anschließend automatisch Kategorien wie Social Media, Entertainment, Games oder Other zugeordnet.

Für Entwickler ist das Update vor allem ein Ausbau der Infrastruktur rund um Vermarktung, Abos und Verwaltung. Für Nutzer dürften die Änderungen vor allem dort spürbar werden, wo Empfehlungen stärker personalisiert werden, neue Abo-Pakete auftauchen oder Apps auf älteren Intel-Macs nicht mehr aktualisiert werden.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Apple richtet die Neuerungen klar auf Entwickler und App-Vermarktung aus. Für Nutzer kann der App Store dadurch persönlicher und kommerzieller werden: Empfehlungen sollen besser erklärt werden, gleichzeitig bekommen Entwickler mehr Werkzeuge für Angebote, Bundles und Abo-Rückgewinnung. Besonders relevant ist die Änderung beim Mac App Store, weil sie den Abschied von Intel-Macs im App-Ökosystem weiter beschleunigen kann.

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