WWDC

Apple baut Kinderschutz auf iPhone, iPad und Mac aus

Apple überarbeitet seine Kinderschutzfunktionen für iPhone, iPad und Mac. Eltern sollen künftig genauer festlegen können, welche Apps, Websites und Kontakte ihre Kinder nutzen dürfen.

Von   Uhr

Apple erweitert seine Kinderschutzfunktionen für iPhone, iPad und Mac. Das Unternehmen hat auf der WWDC-Keynote neue Werkzeuge vorgestellt, mit denen Eltern Inhalte, Kontakte und Nutzungszeiten für Kinderkonten genauer steuern können. Die Funktionen sollen im Herbst mit einem Update für iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 verfügbar werden.

BenQ MA270S vs. Apple Studio Display: Der günstigere gewinnt?

Beide bieten 27 Zoll und 5K, zwischen ihnen liegen aber 700 Euro Preisunterschied. Was der BenQ besser kann, was er vermisst lässt und für wen er die richtige Wahl ist: unser ausführlicher Test.

→ BenQ MA270S im Test

Quickread: Auf einen Blick
  • Apple erweitert die Kinderschutzfunktionen für iPhone, iPad und Mac
  • Neue Funktionen kommen mit iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27
  • „Ask to Browse“ lässt Kinder Website-Zugriffe in Safari anfragen
  • Bildschirmzeit erhält neue Zeitkontingente und übersichtlichere Auswertungen
  • Communication Safety soll künftig auch gewalthaltige Bilder und Videos blockieren

Im Mittelpunkt steht weiterhin das Kinderkonto. Apple führt Eltern beim Einrichten eines neuen Geräts stärker durch diesen Prozess und schlägt altersabhängige Schutzmaßnahmen vor. Dazu gehören unter anderem Einschränkungen für Erwachsenen-Websites, altersgerechte Medieninhalte und Limits im App Store. Ein Kinderkonto ist laut Apple für Kinder unter 13 Jahren verpflichtend, kann aber grundsätzlich bis zum Alter von 18 Jahren genutzt werden. Das genaue Mindestalter kann je nach Land oder Region abweichen.

Mehr Kontrolle über Apps und Websites

Neu ist unter anderem eine vereinfachte Startauswahl für Apps. Eltern können festlegen, ob ein Kind zunächst nur wenige zentrale Apps, eine empfohlene Auswahl oder individuell gewählte Anwendungen nutzen darf. Weitere Apps lassen sich später hinzufügen.

Eine größere Neuerung ist „Ask to Browse“. Die Funktion erweitert das Prinzip von „Ask to Buy“ auf das Web: Kinder können in Safari den Zugriff auf eine neue Website anfragen, Eltern genehmigen oder blockieren den Besuch. Apple nennt iPhone, iPad und Mac als unterstützte Geräte.

Ask to Browse erklärt!

„Ask to Browse“ ist eine neue Safari-Funktion für Kinderkonten. Wenn ein Kind eine noch nicht freigegebene Website öffnen möchte, kann es eine Anfrage an die Eltern senden. Diese entscheiden dann, ob der Zugriff erlaubt wird.

Auch bei Kontakten baut Apple die Kontrolle aus. Eltern sollen festlegen können, mit wem Kinder über Nachrichten, FaceTime und Telefon kommunizieren dürfen. Wenn ein Kind einen neuen Kontakt hinzufügen oder anschreiben möchte, kann dafür eine Zustimmung der Eltern erforderlich werden.

Apples „Communication Safety“ wird ebenfalls erweitert. Die Funktion kann bereits Nacktheit in Nachrichten und FaceTime erkennen und ausblenden. Künftig soll sie auch bei besonders brutalen oder gewalthaltigen Bildern und Videos eingreifen. Apple schreibt, dass Communication Safety für Nutzerinnen und Nutzer unter 18 Jahren standardmäßig aktiviert ist.

Bildschirmzeit wird übersichtlicher

Apple überarbeitet außerdem die Bildschirmzeit-Funktion. Eltern sollen künftig auf einen Blick sehen, wie lange Kinder ihre Geräte durchschnittlich nutzen und welche Apps besonders häufig verwendet werden. Einstellungen für App- und Webzugriff sollen sich schneller anpassen lassen.

Neu sind außerdem „Time Allowances“, also flexiblere Zeitkontingente für App-Kategorien wie Unterhaltung, Spiele oder soziale Medien. Apple will Eltern dabei altersbezogene Empfehlungen anzeigen, die als Ausgangspunkt dienen sollen. Zusätzlich lassen sich Zeitpläne festlegen, damit bestimmte Apps etwa während der Schulzeit nicht verfügbar sind.

Apple bindet auch Entwickler ein

Neben den Funktionen für Eltern verweist Apple auf neue und bestehende Werkzeuge für Entwickler. Dazu zählen unter anderem SensitiveContentAnalysis, PermissionKit und die Declared Age Range API. Apps können darüber altersabhängige Erlebnisse anbieten, ohne das genaue Geburtsdatum eines Kindes zu erhalten.

Apple hat außerdem eine neue Website für Eltern gestartet, auf der bestehende Schutzfunktionen und Hilfen erklärt werden. Dort nennt das Unternehmen unter anderem Warnungen bei eingegebenen Bildschirmzeit-Codes, Meldewerkzeuge für schädliche Inhalte und „Apple Watch For Your Kids“.

Die neuen Kinderschutzfunktionen sollen nach Installation des Bildschirmzeit-Updates in iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 verfügbar sein. Apple weist darauf hin, dass sich Funktionen bis zur Veröffentlichung noch ändern können.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Apple setzt mit den neuen Funktionen weniger auf eine einzelne große Neuerung als auf mehr Kontrolle im Alltag. Besonders „Ask to Browse“ dürfte für Eltern praktisch sein, weil Webzugriffe bisher schwerer zu steuern waren als App-Downloads. Entscheidend wird sein, wie verständlich Apple die vielen Einstellungen bündelt – zu komplexe Kinderschutzmenüs werden in der Praxis oft gar nicht konsequent genutzt.