Apple hat seine Geschäftsbedingungen für Apps in der Europäischen Union überarbeitet. Die neuen Regeln sollen am 1. Oktober 2026 in Kraft treten und unter anderem die bisherige Core Technology Fee ersetzen. Nach einem Bericht von Irish Independent begrüßt die EU-Kommission die Änderungen grundsätzlich. Epic Games übt dagegen deutliche Kritik.
- Apple ändert seine Geschäftsbedingungen für Apps in der EU zum 1. Oktober 2026.
- Die bisherige Core Technology Fee wird durch eine Provision von fünf Prozent auf bestimmte digitale Transaktionen ersetzt.
- Die EU-Kommission begrüßt die Änderungen, will deren Umsetzung aber weiter überwachen.
- Epic Games hält die neuen Gebühren weiterhin für unvereinbar mit dem Digital Markets Act.
- Für externe Kauf-Links verlangt Apple grundsätzlich 15 Prozent Provision.
Apple hatte die Anpassungen am 18. August offiziell angekündigt. Nach Angaben des Unternehmens seien sie in enger Abstimmung mit der Europäischen Kommission entstanden. Apple sieht damit seine Auseinandersetzungen mit der Kommission über Geschäftsbedingungen und alternative App-Vertriebswege als beigelegt an.
Neue Gebühren für alternative Vertriebswege
Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Core Technology Fee. Die bislang an Installationen gekoppelte Gebühr wird durch eine sogenannte Core Technology Commission ersetzt. Für digitale Transaktionen in Apps, die über alternative App-Marktplätze oder direkt über das Web vertrieben werden, verlangt Apple künftig fünf Prozent.
Die Core Technology Commission ist eine neue Apple-Gebühr für digitale Transaktionen in Apps, die in der EU außerhalb des App Store verteilt werden. Sie beträgt fünf Prozent und ersetzt die bisherige Core Technology Fee, die sich unter bestimmten Bedingungen an der Zahl der Installationen orientierte.
Gleichzeitig entfallen die bisherige Initial Acquisition Fee und die Store Services Fee. Auch bei Apps aus dem regulären App Store gelten neue Sätze. Wer Apples eigenes In-App-Purchase-System nutzt, zahlt grundsätzlich 26 Prozent Provision. Für Teilnehmer bestimmter Programme sowie für automatisch verlängerte Abonnements nach dem ersten Jahr gelten 15 Prozent.
Bei alternativer Zahlungsabwicklung innerhalb einer App verlangt Apple künftig 20 Prozent. Für Apps, die Nutzer für einen Kauf auf eine externe Webseite weiterleiten, sind 15 Prozent vorgesehen. Für Teilnehmer etwa des Small Business Program reduzieren sich diese Sätze auf jeweils zehn Prozent.
Entwickler können außerdem erstmals Apples In-App Purchase parallel zu alternativen Bezahlmethoden anbieten. Wer sich für bestimmte Zahlungsoptionen entscheidet, muss diese laut Apple für zwölf Monate beibehalten.
EU-Kommission begrüßt Apples Änderungen
Die Europäische Kommission bewertet die neue Regelung zunächst positiv. Gegenüber dem Irish Independent erklärte sie, dass sie Apples Änderungen an den Geschäftsbedingungen begrüße. Diese seien auf einen engen Dialog zwischen Apple und der Kommission gefolgt.
Damit ist die Angelegenheit allerdings nicht vollständig abgeschlossen. Die Kommission kündigte zugleich an, die tatsächliche Umsetzung der neuen Bedingungen weiter zu überwachen. Nutzer in der EU hätten nach dem Digital Markets Act ein Recht auf eine wirksame Auswahl alternativer Vertriebswege für Apps.
Hintergrund sind unter anderem frühere Verfahren gegen Apple. Die Kommission hatte im April 2025 festgestellt, dass Apples damalige Regeln zur Weiterleitung von Nutzern auf externe Angebote gegen Vorgaben des Digital Markets Act verstießen. Auch die Bedingungen für alternative App-Vertriebswege standen unter Beobachtung.
Epic Games hält Gebühren weiter für unzulässig
Ganz anders fällt die Reaktion von Epic Games aus. Das Unternehmen bezeichnet die neue Gebührenstruktur als „Junk Fees“ und vertritt die Auffassung, dass Apple damit die Anforderungen des Digital Markets Act weiterhin nicht erfülle.
Epic stört sich vor allem daran, dass Apple auch bei Zahlungen außerhalb des eigenen Bezahlsystems Provisionen verlangt. Das Unternehmen nennt dabei die 20-prozentige Gebühr für alternative In-App-Zahlungen, 15 Prozent bei der Weiterleitung zu externen Kaufmöglichkeiten und die fünfprozentige Core Technology Commission bei Apps aus alternativen Stores oder dem Web.
Nach Auffassung von Epic müsse Apple Entwicklern ermöglichen, Nutzer ohne zusätzliche Gebühren zu externen Kaufmöglichkeiten zu führen. Sollte die EU-Kommission die neuen Bedingungen endgültig akzeptieren und ihre laufenden Maßnahmen einstellen, würde dies nach Ansicht des Unternehmens die Wirkung des Digital Markets Act erheblich schwächen.
Für Epic selbst sind die neuen Regeln unmittelbar relevant. Bei digitalen Käufen innerhalb von Apps, die über den Epic Games Store auf iPhone oder iPad verteilt werden, würde künftig die fünfprozentige Core Technology Commission anfallen.










