Was kann der M3 Ultra?

Mac Studio M3 Ultra im Test: Das Kraftpaket für Profis

Wolf im Schafspelz: Der Mac Studio präsentiert sich auch 2025 als extrem leistungsstarke Workstation in einem erstaunlich kompakten Gehäuse. Für wen lohnt sich die Investition in dieses Kraftpaket?

Von   Uhr

Da ist sie also, die Aktualisierung von Apples Profi-Desktop. Und die kommt mit einer ungewöhnlichen Besonderheit daher: Während das Basismodell des Mac Studio den M4-Max-Chip erhält, setzt die leistungsstärkere Variante hingegen auf den M3 Ultra. Dieser unkonventionelle Schachzug wirft Fragen auf. Kann Apples leistungsstärkstes Stück Silizium trotz der in der Bezeichnung älter anmutenden Architektur überzeugen?

Schön, schlicht, Studio

Auch im Modelljahr 2025 behält der Mac Studio die bekannte Formsprache seines Vorgängers bei. Mit Abmessungen von 19,7 mal 19,7 mal 9,5 Zentimetern entspricht die Grundfläche exakt der des ursprünglichen Alu-Mac-mini, ist allerdings rund 2,5-fach so hoch. Das Gehäuse besteht aus einem präzise gefrästen Aluminiumblock. Der ist als Monolith nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern dient gleichzeitig als zusätzlicher Kühlkörper.

Ein Unterschied zwischen den Modellvarianten zeigt sich beim Gewicht: Während das Modell mit M4 Max und seinem Aluminiumkühlkörper 2,74 Kilogramm auf die Waage bringt, wiegt die M3 Ultra-Variante mit ihrem massiveren Kühlsystem aus Kupfer beachtliche 3,64 Kilogramm. Dieser Gewichtsunterschied von fast einem Kilogramm unterstreicht, wie viel aufwändiger die Kühllösung sein muss, um die Abwärme des Ultra-Chips abzuführen.

Der kreisförmige Lufteinlass an der Unterseite, der sich bei unserem M1-Max-Studio als Staubfang erwies, sowie die feinen Belüftungslöcher an der Rückseite sind ebenso unverändert geblieben. Die durchdachte Luftführung sorgt zusammen mit dem wirklich sehr leisen internen Lüfter und dem speziellen Kühlkörper für eine besonders effiziente Wärmeableitung – selbst bei anspruchsvollen Aufgaben.

Äpfel vs. Birnen

Der Mac Studio ist kompakt und bietet mit M4 Max oder M3 Ultra enorme Rechenleistung für Kreativprofis. Er arbeitet leise, benötigt wenig Platz und wird extern erweitert. Der Mac Pro ist größer und modular aufgebaut. Er nutzt den M2 Ultra, bietet sechs PCIe-Steckplätze und zahlreiche Anschlussmöglichkeiten. Er richtet sich an Anwendende, die spezielle Erweiterungskarten brauchen. Kurz: Mac Studio für Power auf kleinem Raum, Mac Pro für maximale Flexibilität und Erweiterbarkeit.

Volle Bandbreite voraus

Bei den Anschlüssen des Mac Studio zeigt sich eine erfreuliche Aufwertung, die sich aber erst auf den zweiten Blick hin erschließt. An der Vorderseite befinden sich wie gehabt zwei USB-C-Anschlüsse sowie ein SDXC-Kartenleser nach UHS-II-Standard für den schnellen Zugriff auf Mediendateien. Bei der M3-Ultra-Variante unterstützen die frontseitigen USB-C-Ports den neuen Thunderbolt-5-Standard mit beeindruckenden Geschwindigkeiten von bis zu 120 Gbit/s – in der Spitze bis zu dreimal so schnell wie Thunderbolt 4.

Die Rückseite beider Modellvarianten ist identisch bestückt: Hier finden sich gleich vier der Thunderbolt-5-Anschlüsse, zwei USB-A-Ports (5 Gbit/s), ein HDMI 2.1-Anschluss, eine 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse sowie ein 10-Gigabit-Ethernet-Port. Diese Vielfalt an Buchsen ermöglicht den Betrieb von bis zu acht Bildschirmen mit 6K-Auflösung bei 60 Hertz oder vier Displays mit 8K-Auflösung bei 60 Hertz oder 4K bei bis zu 240 Hertz.

Bei den drahtlosen Verbindungen bietet der Mac Studio WiFi 6E und Bluetooth 5.3. Interessanterweise verzichtet Apple auch bei diesem Mac auf den neuesten WiFi-7-Standard, der bei vergleichbar teuren Windows-PCs mittlerweile zum Standard gehört. Für professionelle Anwendende dürfte jedoch ohnehin die kabelgebundene 10-Gbit/s-Ethernet-Verbindung die wohl bevorzugte, da performantere Wahl darstellen.

Ultraleistung seziert

Der M3 Ultra stellt aktuell die leistungsstärkste Chip-Lösung aus dem Hause Apple dar. Was zunächst verwunderlich klingen mag – schließlich setzt das Einstiegsmodell des Mac Studio bereits auf den neueren M4 Max – wird bei näherer Betrachtung nachvollziehbar.

Der M3 Ultra folgt Apples bewährter Ultra-Strategie: Er verbindet zwei M3-Max-Chips mittels der proprietären UltraFusion-Technologie zu einer einzigen, extrem leistungsstarken Einheit. Die Basisversion des M3 Ultra verfügt über eine 28-Kern-CPU und eine 60-Kern-GPU. Die Maximalausstattung, die auch im Testgerät verbaut ist, bietet hingegen eine 32-Kern-CPU (bestehend aus 24 Performance-Kernen und 8 Effizienz-Kernen) sowie die ultimative 80-Kern-GPU. Ergänzt wird dies durch eine 32-Kern-Neural-Engine für maschinelles Lernen und dedizierte Hardware-Encoder für H.264, HEVC und ProRes.

Bemerkenswert ist die Speicherausstattung: Der M3 Ultra unterstützt bis zu 512 Gigabyte gemeinsamen Arbeitsspeicher mit einer extremen Bandbreite – ausreichend, um komplexe KI-Modelle vollständig im Speicher zu halten. Das Testgerät ist mit ebenfalls üppigen 256 Gigabyte Arbeitsspeicher sehr gut ausgestattet.

Bei der SSD-Speicherkapazität bietet Apple Optionen von 1 Terabyte bis zu gewaltigen 16 Terabyte, wobei das Testgerät über 4 Terabyte verfügt. Die Geschwindigkeit ist gut: In Benchmark-Tests erreichte die SSD Schreibgeschwindigkeiten von über 7.100 MB/s und Lesegeschwindigkeiten von etwa 6.200 MB/s.

Der Multi-Core-Score von Geekbench zeigt, wie leistungsfähig der Prozessor bei Aufgaben ist, die mehrere Kerne gleichzeitig nutzen. Höhere Werte bedeuten bessere Leistung – gleiches gilt für den hell abgesetzten Single-Core-Wert.
Der Multi-Core-Score von Geekbench zeigt, wie leistungsfähig der Prozessor bei Aufgaben ist, die mehrere Kerne gleichzeitig nutzen. Höhere Werte bedeuten bessere Leistung – gleiches gilt für den hell abgesetzten Single-Core-Wert. (Bild: Mac Life)

Rechenleistung ohne Ende

In der täglichen Anwendung erweist sich der Mac Studio mit M3 Ultra als ausgesprochen leistungsfähig. Grundlegende Aufgaben wie Websurfen, E-Mail-Bearbeitung oder das Arbeiten mit Office-Anwendungen stellen für diesen Rechner natürlich in keiner Weise eine Herausforderung dar – diese Anwendungen laufen auch auf dem einen Bruchteil eines Mac Studio kostenden Mac mini problemlos.

Die wahren Stärken des M3 Ultra zeigen sich bei anspruchsvollen Aufgaben für Kreativprofis. Bei der Bearbeitung von 4K- und 8K-Videomaterial in Programmen wie Adobe Premiere Pro oder Davinci Resolve lässt der Mac Studio seine Muskeln spielen. Das Scrubben durch hochauflösendes Filmmaterial in einem Beispielprojekt erfolgt flüssig, und Effekte sowie Farbkorrekturen werden in Echtzeit angewendet.

Besonders beeindruckend ist die Geschwindigkeit bei Exportvorgängen. So konnte der M3 Ultra einen zwölfminütigen 4K-Film in nur 92 Sekunden transkodieren. Auch bei der Arbeit mit komplexen 3D-Modellen in Blender und bei KI-gestützten Bildgenerierungs- und Bearbeitungsaufgaben zeigt der M3 Ultra seine Überlegenheit.

Entwicklerinnen und Entwicklern dürfte der Mac Studio mit M3 Ultra ebenfalls einige Vorteile bieten, insbesondere wenn mehrere virtuelle Maschinen parallel betrieben oder große Mengen Code kompiliert werden müssen. Die hohe Anzahl an CPU-Kernen und der großzügige Arbeitsspeicher machen das Gerät zu einer idealen Entwicklungsumgebung.

Ein interessanter Aspekt des M3 Ultra zeigt sich bei Spielen: Obwohl der M3 Ultra insgesamt mehr Rechenleistung bietet, kann der M4 Max in einigen Spieletiteln tatsächlich höhere Bildraten erzielen. Dies liegt daran, dass der M4 Max höher taktet und zumindest die derzeit aktuellen Titel nicht von der großen Anzahl an Kernen des M3 Ultra profitieren können. Die Wenigsten aber werden sich einen solchen Mac zum Zocken kaufen, trotz grafisch schicker Neuerscheinungen wie Cyberpunk 2077, Control und Assassin’s Creed Shadows.

Energie!

Apple Silicon steht für hohe Leistung bei beeindruckender Energieeffizienz. Die Chips sind so entwickelt, dass sie selbst bei komplexen Aufgaben wenig Strom verbrauchen. Das liegt an der engen Verzahnung von Prozessor, Grafik und Speicher auf einem einzigen Chip, was Rechenwege verkürzt und Energie spart. Im Alltag bedeutet das: Mac, iPad und iPhone laufen schneller, bleiben kühl und benötigen weniger Strom – auch unter Last.

Zahlen lügen nicht

In synthetischen Benchmarks zeigt der M3 Ultra seine Stärken – und auch seine konzeptbedingten Grenzen. Bei Single-Core-CPU-Leistungstests erreicht der M3 Ultra einen Geekbench-6-Wert von 3.258 Punkten. Damit positioniert er sich deutlich über dem Vorgänger M2 Ultra (2.815 Punkte), bleibt jedoch hinter dem M4 Max zurück, der mit 3.906 Punkten mehr Single-Core-Leistung bietet.

Bei Multi-Core-Tests gleicht der M3 Ultra diesen Nachteil durch seine höhere Kernanzahl mehr als aus. Mit 28.533 Punkten im Geekbench-Multi-Core-Test liegt er knapp vor dem M4 Max, der 25.809 Punkte erreicht.

In professionellen Renderanwendungen wie Blender zeigt sich ein differenzierteres Bild: Bei CPU-Berechnungen kann der M3 Ultra mit seinen 32 Kernen zwar beeindruckende Werte erzielen (391,70 Punkte im „Monster“-Test), bleibt aber hinter spezialisierten Desktop-Workstations mit Intel Xeon oder AMD Threadripper um rund 10 Prozent zurück.

Die wahre Stärke des M3 Ultra zeigt sich im GPU-Bereich: Beim GPU-beschleunigten Blender-Test erzielt er mit 3.657,73 Punkten im „Monster“-Test einen herausragenden Wert, der weit über dem des M4 Max (2.498,08) und konventioneller Workstations liegen.

Leistungsstark statt lautstark

Eine der beeindruckendsten Eigenschaften des Mac Studio mit M3 Ultra ist seine Fähigkeit, enorme Rechenleistung bei minimaler Geräuschentwicklung zu liefern: Selbst unter Volllast bleibt das Gerät erstaunlich leise. Der interne Lüfter ist nur dann hörbar, wenn man das Ohr sehr nahe an die Lüftungsschlitze hält.

Dies ist umso bemerkenswerter, als der M3 Ultra eine beachtliche Wärmeentwicklung aufweist. Bei anspruchsvollen Benchmarks und Rendertests kann die Oberseite des Gehäuses spürbar warm werden, aber niemals in einem besorgniserregenden Ausmaß. Die Temperaturmessungen während diverser Dauertests zeigten eine stabile Systemtemperatur von etwa 42 Grad Celsius. Die Effizienz des Kühlsystems spiegelt sich auch in der konstanten Leistung wider: Selbst bei länger andauernden Benchmarks und Rendertests war kein spürbares Drosseln (das sogenannte „Throttling“) der Leistung zu beobachten.

Pofessionelle Zielgruppe, professionelle Preise

Der Mac Studio mit M3 Ultra richtet sich eindeutig an professionelle Anwender, die maximale Leistung in einem kompakten System benötigen. Mit einem Einstiegspreis von 4.999 Euro für die Basisvariante mit 28-Kern-CPU, 60-Kern-GPU, 96 Gigabyte Arbeitsspeicher und 1 TerabyteB SSD ist er keine Investition für Gelegenheitsnutzer. Das getestete Modell mit 32-Kern-CPU, 80-Kern-GPU, 256 Gigabyte Arbeitsspeicher und 4 Terabyte SSD kostet stolze 9.374 Euro. Eine maximal ausgestattete Konfiguration mit 512 Gigabyte Arbeitsspeicher und 16 Terabyte SSD schlägt mit über 17.000 Euro zu Buche.

Diese Preise mögen auf den ersten Blick wahnwitzig hoch erscheinen und sind es im Kontext der Leserschaft der Mac Life, uns selbst inbegriffen, auch, doch im Vergleich zu traditionellen Desktop-Workstations mit ähnlicher Leistungsfähigkeit relativiert sich das Bild. So kosten allein Prozessoren wie der AMD Threadripper Pro 5995WX oder Intel Xeon W9-3495X ab 5.000 Euro – wohlgemerkt ohne die weiteren Komponenten, die für diesen Preis bereits im Mac Studio stecken.

Ein weiterer Faktor, der in die wirtschaftliche Betrachtung einfließen sollte, ist der Zuwachs an Produktivität. Durch die enorme Rechenleistung werden Rendervorgänge, das Kompilieren von Code und andere rechenintensive Aufgaben erheblich beschleunigt, was zu deutlichen Zeitersparnissen führt. Für Agenturen, Studios und freiberufliche Kreativprofis kann sich die Investition daher schnell amortisieren.

Für die meisten anderen Anwender, selbst für hoch ambitionierte Hobbyanwender in den Bereichen Musikproduktion, Bild- und Videobearbeitung sowie 3D-Modellierung, wäre der Mac Studio mit M4 Max (ab 2.499 Euro) oder sogar der Mac mini mit M4 Pro (ab 1.699 Euro) die deutlich sinnvollere da kosteneffizientere Wahl.

Ein Spezialist für höchste Ansprüche

Der Mac Studio mit M3 Ultra ist ein beeindruckendes Stück Ingenieurskunst. In einem erstaunlich kompakten Gehäuse vereint er Rechenleistung, die bisher nur in deutlich größeren Workstations zu finden war. Die Kombination aus 32-Kern-CPU, 80-Kern-GPU und bis zu 512 Gigabyte Arbeitsspeicher macht ihn zum aktuell leistungsstärksten Mac.

Besonders hervorzuheben ist die Effizienz des Systems: Trotz der enormen Leistungsfähigkeit bleibt der Mac Studio erstaunlich leise und energieeffizient. Die Möglichkeit, bis zu acht Bildschirme anzuschließen, und die Unterstützung von Thunderbolt 5 unterstreichen den professionellen Anspruch.

Bei der Einzelkern-Leistung zeigt sich jedoch, dass der M3 Ultra trotz der größeren Kernzahl dem neueren M4 Max unterlegen ist. Dies kann bei Anwendungen, die primär von der Single-Core-Leistung abhängen, zu leichten Nachteilen führen.

Das größte Hindernis für viele potenzielle Käufer dürfte der Preis sein. Mit einem Einstiegspreis von 4.999 Euro und Kosten von über 10.000 Euro für gut ausgestattete Konfigurationen des Mac Studio mit M3 Ultra ist dieser eindeutig auf professionelle Anwender hin ausgerichtet, die diese Leistung tatsächlich benötigen und wirtschaftlich sinnvoll nutzen. Ein weiterer Aspekt, der berücksichtigt werden muss, ist die fehlende Aufrüstbarkeit. Alle Komponenten – Prozessor, Arbeitsspeicher und interne SSD – sind fest verlötet respektive hochintegriert und können nach dem Kauf nicht mehr erweitert werden.

Für Profis, die maximale Leistung suchen und das Budget haben, ist der Mac Studio M3 Ultra eine beeindruckende Workstation.

Fazit

Der Mac Studio mit M3 Ultra ist ein Kraftpaket im kompakten Format für professionelle Kreativschaffende.

Testergebnis
ProduktnameMac Studio (M3 Ultra)
HerstellerApple
Preis4.999 €
Webseitehttps://www.apple.com/de/mac-studio/
Pro
  • + herausragende Multi-Core-Leistung
  • + beeindruckende GPU-Performance
  • + flüsterleise
Contra
  • - keine Aufrüstungsmöglichkeiten
  • - hoher Preis für RAM und SSD
Bewertung
1,1sehr gut

Kommentar

»Der neue Mac Studio mit M3 Ultra zeigt einmal mehr, wozu Apple Silicon fähig ist. Die schiere Rechenpower in diesem kompakten Gehäuse ist beeindruckend. Für alltägliche Aufgaben ist er überdimensioniert, aber für Profis, die täglich mit komplexen Kreativ-Workflows arbeiten, bietet er einen geldwerten Produktivitätsschub. Einzig die fehlende Aufrüstbarkeit zwingt zur langfristigen Planung – und zum tiefen Griff ins Portemonnaie.«

Mehr zu diesen Themen: