Heimvideos erstellen
Mac, iPhone und iPad inspirieren seit Generationen Filmschaffende. iMovie startete 1999 auf dem Mac und gehört seitdem zur kostenlosen Standardausstattung von Apple-Geräten. Das heutige iMovie ist ungleich leistungsfähiger, bleibt aber einfach zu bedienen, die Verfügbarkeit auf iPhone und iPad macht den Einstieg noch etwas leichter.
Das größte Upgrade für das Filmemachen lieferte jedoch das iPhone. Selbst das günstigste Modell im aktuellen Portfolio nimmt in 4K auf, beherrscht Zeitlupen sowie Zeitraffer und reduziert Kamerawackler. Bei Außenaufnahmen lassen sich sogar Windgeräusche herausfiltern.
Natürlich gibt es auch andere Kameras und exzellente Schnitt-Apps wie CapCut, Shotcut, Adobe Premiere oder DaVinci Resolve. Sie alle bieten Werkzeuge, von denen ein junger Steven Spielberg oder Christopher Nolan nur träumen konnte.
Der Speicherbedarf beim Filmen
Ein kompletter Film lässt sich auf dem iPhone oder iPad drehen, schneiden und veröffentlichen. Für den Schnitt bieten sich größere Bildschirme an: Ein iPad Pro erleichtert die Arbeit gegenüber dem iPhone, und ein Mac mit großem Monitor verschafft den besten Überblick.
Die größte Hürde beim mobilen Filmen bleibt der Speicherplatz. Ohne die teuersten Modelle mit maximaler Kapazität wird die Aufnahmezeit, besonders bei höchsten Qualitätseinstellungen, schnell knapp. Die Pro- und Pro-Max-Modelle ab dem iPhone 15 ermöglichen jedoch die direkte Aufnahme auf externe Laufwerke, die vergleichsweise günstig sind, etwa das „Lexar Professional Go Portable“ für etwa 170 Euro.
1: Das Format finden
iPhone und iPad filmen je nach Modell in HD oder 4K und mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Kinofilme nutzen meist 24 fps – die Einstellung „4K (24 fps)“ ist daher oft die beste Wahl für einen filmischen Look.
2: Kino-Modus nutzen
Ab dem iPhone 13 steht der Kinomodus zur Verfügung. Er hält das Motiv scharf, während der Hintergrund unscharf dargestellt wird. Aktiviert wird er durch einfaches Wischen in der Kamera-App.
3: Raster nutzen
Die Aktivierung des Rasters unter „Einstellungen > Kamera > Raster“ hilft bei der Bildkomposition. Es unterteilt den Bildschirm gemäß der sogenannten „Drittel-Regel“. Die Linien helfen zudem dabei, den Horizont gerade zu halten.
Sketche schreiben
Humor als Talent vorhanden? In Pages lässt sich schnell ein Drehbuch für einen zweiminütigen Sketch skizzieren. Anschließend wird mit dem iPhone gefilmt und das Ergebnis online geteilt. Der „BBC Writers Room“ bietet online hilfreiche Ratschläge und echte Drehbuch-Beispiele – zwar auf Englisch, aber strukturell sehr lehrreich.
Greenscreen nutzen
Dank der sogenannten Greenscreen-Technik lassen sich Personen scheinbar mühelos an nahezu beliebige Orte versetzen. Dafür filmt man die Person vor einem gleichmäßig ausgeleuchteten grünen Hintergrund und ersetzt diese Farbe anschließend digital durch ein Foto, ein Video oder eine Animation. Die Software erkennt die Hintergrundfarbe und blendet sie gezielt aus. In Apples Videoschnittprogramm iMovie ist diese Funktion leicht zugänglich und befindet sich in den Video-Overlay-Einstellungen. Wichtig ist dabei nicht nur eine möglichst schattenfreie Ausleuchtung des Hintergrunds, sondern auch die Wahl der Kleidung: Die gefilmte Person darf keine Farben tragen, die dem Hintergrund ähneln, da diese sonst ebenfalls transparent werden.
Filmabend veranstalten
Um gemeinsam einen Film zu schauen, ist längst keine physische Anwesenheit mehr nötig. SharePlay in FaceTime ermöglicht das Starten, Teilen und Synchronisieren von Filmen und Serien über die TV-App. Voraussetzung: Alle Teilnehmenden haben den Inhalt auch gekauft oder aber sie nutzen alle denselben Streaming-Dienst zur Wiedergabe.
Stop-Motion-Filme drehen
Stop-Motion-Animationen besitzen einen wunderbar analogen Charme. Bei dieser Technik wird jedes einzelne Bild separat aufgenommen, das Motiv zwischen den Aufnahmen minimal verändert und die gesamte Bildfolge später als flüssiger Film abgespielt. Ohne dieses aufwendige Verfahren gäbe es berühmte Produktionen wie die „Wallace & Gromit“-Filme nicht, die ihren besonderen Stil genau dieser Animationsform verdanken. Während der professionelle Industriestandard „Dragonframe“ leistungsfähig, aber sehr teuer ist, empfiehlt sich für den Einstieg die App „Stop Motion Studio“ für iPhone, iPad und macOS. Sie bietet alle Grundfunktionen, ist leicht zu bedienen und kostet einmalig knapp 6 Euro für iOS beziehungsweise rund 10 Euro für den Mac.
50 geniale Apple-Projekte
Dieser Artikel ist Teil unserer Reihe „50 geniale Apple-Projekte“. Hier finden Sie alle weiteren Texte der Serie:
- Inspirierende Ideen zum Nachmachen mit Mac, iPhone und iPad!
- Licht, Kamera, Action!
- Machen Sie Musik!
- Dinge lernen, die man liebt
- Hey Siri – alles identifizieren
- Vorsicht, Kunst
- Entdecken Sie noch mehr

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.
Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.
Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.








