Sharp stoppt LCD-Produktion

Sharp-Fabrik schließt: Werden MacBooks und iPads knapp?

Sharp beendet die Produktion in einer wichtigen Display-Fabrik. Die Schließung könnte kurzfristig Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von MacBooks und iPads haben.

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Quickread: Auf einen Blick
  • Sharp stellt im August die LCD-Produktion ein, nachdem der Verkauf an Foxconn gescheitert ist.
  • MacBook- und iPad-Displays könnten kurzfristig knapp werden, doch Apple hat sechs Monate Vorbereitungszeit.
  • Apple rüstet ohnehin auf OLED-Displays um und wird langfristig unabhängiger von LCD-Technologie.

Die japanische LCD-Fabrik von Sharp wird im August die Produktion einstellen, nachdem der geplante Verkauf an Foxconn gescheitert ist. Dies könnte kurzfristig zu Lieferengpässen bei MacBook- und iPad-Displays führen. Apple diversifiziert jedoch bereits seine Lieferkette und setzt verstärkt auf OLED-Technologie für zukünftige Produkte.

Sharp stellt LCD-Produktion ein

Das japanische Unternehmen Sharp hat auf einer Telefonkonferenz am Dienstag bekannt gegeben, dass der geplante Verkauf einer seiner LCD-Display-Fabriken an den Mehrheitseigentümer Foxconn gescheitert ist. Laut einem Bericht von Nikkei Asia plant Sharp daraufhin, die Produktion in der Anlage im August einzustellen. Diese Entscheidung könnte vorübergehende Auswirkungen auf Apple haben.

Die betroffene Fabrik, bekannt als „K2“ in Kameyama, Japan, produziert derzeit Oxide-LCD-Panels für verschiedene MacBook- und iPad-Modelle. Das taiwanesische Forschungsunternehmen TrendForce warnt, dass die Einstellung der Produktion kurzfristig zu Störungen in der Lieferung dieser Display-Panels führen könnte.

Begrenzte Auswirkungen auf Apple erwartet

Trotz der Werksschließung dürften die Auswirkungen auf Apple überschaubar bleiben. Das Unternehmen ist bekannt für sein exzellentes Supply-Chain-Management, sodass mögliche Verzögerungen bei Lieferzeiten von MacBooks und iPads begrenzt sein könnten. TrendForce schätzt, dass Apples aktuelle Bestellungen nur etwa 16 bis 17 Prozent der Gesamtauslastung der Fabrik ausmachen. Zudem hat Apple noch rund sechs Monate Zeit, sich auf die Situation vorzubereiten.

Oxide-LCD erklärt!

Oxide-LCD ist eine Display-Technologie, die Metalloxid-Halbleiter als Backplane verwendet. Sie ermöglicht höhere Auflösungen und bessere Bildqualität als herkömmliche LCD-Displays. Sharp war einst führend in dieser Technologie, die besonders für hochwertige MacBook- und iPad-Displays eingesetzt wurde.

Sharp hat die Entscheidung zur Schließung der Fabrik aufgrund zunehmender Konkurrenz getroffen. Die Anlage verfügte einst über einen Wettbewerbsvorteil durch ihre branchenführende Oxide-Backplane-Technologie, die als Maßstab für MacBook- und iPad-Panels von Apple galt. Allerdings haben verstärkte Investitionen koreanischer und chinesischer Panel-Hersteller in Oxide-Kapazitäten diesen technologischen Vorsprung nach und nach untergraben.

Foxconn hatte ursprünglich geplant, die LCD-Panel-Produktion in der Fabrik fortzusetzen und neue Produktionslinien für KI-Server hinzuzufügen. Laut Nikkei Asia zog sich Foxconn jedoch aufgrund „schwacher LCD-Preise“ aus dem Deal zurück.

Umstieg auf OLED-Displays

Unabhängig von den aktuellen Entwicklungen befindet sich Apple ohnehin im Prozess, seine Produkte mit OLED-Displays auszustatten. Alle aktuellen iPhone-Modelle sind bereits mit OLED-Displays ausgestattet, ebenso wie die beiden letzten Generationen des iPad Pro. In den nächsten ein bis zwei Jahren werden voraussichtlich auch das iPad mini, das iPad Air, das MacBook Pro, das MacBook Air und der iMac OLED-Displays erhalten.

Diese strategische Neuausrichtung macht Apple langfristig weniger abhängig von LCD-Technologie und könnte die Auswirkungen der Werksschließung weiter abmildern. Der Übergang zu OLED-Technologie verspricht zudem verbesserte Bildqualität, höhere Kontrastverhältnisse und energieeffizientere Displays für zukünftige Apple-Produkte.

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