Schluss mit lustig

YouTube Music sperrt Song-Texte hinter Paywall – kostenlose Nutzende schauen in die Röhre

Google versteckt Song-Texte bei YouTube Music hinter einer Paywall. Kostenlose Nutzende dürfen nur noch fünf Lyrics ansehen – dann wird’s unscharf.

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Google führt derzeit eine umstrittene Änderung bei YouTube Music ein: Song-Texte, die seit 2020 kostenlos verfügbar waren, werden nun hinter einer Paywall versteckt. Nutzende ohne Premium-Abo können künftig nur noch eine begrenzte Anzahl an Lyrics einsehen.

Quickread: Auf einen Blick
  • YouTube Music limitiert kostenlose Lyrics-Aufrufe auf fünf pro Monat, danach werden Texte verschwommen angezeigt.
  • Unbegrenzter Zugriff erfordert YouTube Music Premium für 10,99 Euro oder YouTube Premium für 12,99 US-Dollar monatlich.
  • Spotify rollte eine ähnliche Lyrics-Paywall 2025 nach Nutzerprotesten zurück – ob Google durchhält, bleibt abzuwarten.

Fünf kostenlose Aufrufe – dann ist Schluss

Wie 9to5Google berichtet, zeigt die neueste Version von YouTube Music im Lyrics-Tab des Now-Playing-Bildschirms eine Warnung an: „Du hast noch [x] Aufrufe übrig. Schalte Lyrics mit Premium frei.“ Kostenlose Nutzende erhalten lediglich fünf Lyrics-Aufrufe, bevor ein Abonnement erforderlich wird. Danach werden nur noch die ersten Zeilen angezeigt, während der Rest verschwommen bleibt.

Google hat die Änderung bereits seit einigen Monaten mit einer kleinen Nutzergruppe getestet. Nun erfolgt offenbar der weltweite Rollout, auch wenn eine offizielle Bestätigung des Unternehmens noch aussteht. Die Funktion war ursprünglich 2020 als kostenloses Feature eingeführt worden.

Premium-Abos als einziger Ausweg

Um weiterhin unbegrenzten Zugriff auf Song-Texte zu erhalten, benötigen Nutzende entweder YouTube Music Premium für 10,99 Euro monatlich oder YouTube Premium für 12,99 Euro. Beide Abos bieten zusätzlich werbefreie Wiedergabe, Offline-Downloads und Hintergrund-Wiedergabe. YouTube Premium erweitert diese Vorteile auch auf die YouTube-App.

Paywall erklärt!

Eine Paywall ist eine digitale Bezahlschranke, die den Zugriff auf bestimmte Inhalte oder Funktionen einer Website oder App einschränkt. Nutzende müssen ein kostenpflichtiges Abonnement abschließen, um die gesperrten Inhalte vollständig nutzen zu können. Paywalls werden häufig von Medien, Streaming-Diensten und anderen digitalen Plattformen eingesetzt, um Einnahmen zu generieren.

Kostendruck durch Drittanbieter

Als möglicher Grund für die Paywall gelten die Kosten für Drittanbieter-Dienste wie LyricFind und MusixMatch, die YouTube Music offenbar zur Bereitstellung der Texte nutzt. Ob die Strategie langfristig aufgeht, bleibt abzuwarten – schließlich scheiterte Spotify im vergangenen Jahr mit einem ähnlichen Versuch. Der Streaming-Dienst rollte seine Lyrics-Paywall nach massiven Nutzerprotesten wieder zurück.

Interessanterweise geht Spotify aktuell den entgegengesetzten Weg: Der Dienst hat kürzlich seine Lyrics-Funktion ausgebaut und bietet Premium-Nutzenden nun Offline-Zugriff auf Texte sowie globale Übersetzungen an. Die Lyrics sind zudem prominenter in der Now-Playing-Ansicht platziert.

Wachsender Druck auf kostenlose Nutzende

Die Änderung bei YouTube Music reiht sich ein in eine Serie von Maßnahmen, mit denen Google kostenlose Nutzende zum Upgrade bewegen möchte. Das Unternehmen geht beispielsweise auch verstärkt gegen Premium-Family-Pläne vor, die von Personen aus unterschiedlichen Haushalten genutzt werden.

Ob sich die Lyrics-Paywall durchsetzt oder Google dem Beispiel Spotifys folgen und die Änderung zurücknehmen muss, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Die ersten Reaktionen in sozialen Netzwerken fallen jedenfalls überwiegend negativ aus.

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