Großbritannien

Apple und Google müssen App-Store-Praktiken in Großbritannien überarbeiten

Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat Apple und Google zu umfassenden Änderungen ihrer App-Store-Praktiken verpflichtet.

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Apple und Google haben sich gegenüber der britischen Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) zu weitreichenden Änderungen ihrer App-Store-Praktiken verpflichtet. Die Maßnahmen sollen für mehr Fairness gegenüber Entwicklern sorgen und wurden heute von der CMA bekannt gegeben.

Quickread: Auf einen Blick
  • Apple und Google müssen Apps fair und transparent bewerten, ohne eigene Dienste zu bevorzugen.
  • Apple muss iOS-Entwicklern leichteren Zugang zu Systemfunktionen gewähren.
  • Die Änderungen treten am 1. April in Kraft, die CMA überwacht die Umsetzung streng.

Die konkreten Zusagen erfolgen, nachdem die CMA beiden Unternehmen im vergangenen Oktober einen „strategischen Marktstatus“ zuerkannt hatte. Diese Einstufung stellt zwar keine Feststellung eines Fehlverhaltens dar, gibt den britischen Regulierungsbehörden jedoch neue Befugnisse, um spezifische Änderungen zur Stärkung des Wettbewerbs auf dem Mobilfunkmarkt zu fordern.

Faire und transparente App-Bewertung

Gemäß den von der CMA veröffentlichten Bedingungen müssen beide Unternehmen sicherstellen, dass Apps in ihren App-Stores auf faire, objektive und transparente Weise bewertet und eingestuft werden. Dabei dürfen Apps, die mit den eigenen Diensten der Plattformbetreiber konkurrieren, nicht benachteiligt werden. Darüber hinaus verpflichten sich Apple und Google, die während des App-Prüfungsprozesses gesammelten Entwicklerdaten zu schützen.

Erweiterte Interoperabilität für iOS-Entwickler

Besonders für Apple gelten zusätzliche Anforderungen im Bereich der Interoperabilität. Das Unternehmen muss Entwicklern den Zugang zu iOS-Funktionen und -Features erleichtern. Diese Maßnahme könnte den Weg dafür ebnen, dass Apps von Drittanbietern besser mit Apples eigenen Diensten konkurrieren können.

Strategischer Marktstatus erklärt!

Der strategische Marktstatus ist eine Einstufung durch die britische Wettbewerbsbehörde CMA für Unternehmen mit besonders großem Markteinfluss. Diese Designation gibt der Behörde erweiterte Befugnisse, um spezifische Änderungen zur Förderung des Wettbewerbs zu fordern. Die Einstufung selbst stellt keine Feststellung eines Fehlverhaltens dar, ermöglicht aber präventive regulatorische Eingriffe.

In einer Stellungnahme gegenüber Bloomberg erklärte Apple: „Die heute angekündigten Zusagen ermöglichen es Apple, weiterhin wichtige Innovationen im Bereich Datenschutz und Sicherheit für Nutzer sowie großartige Möglichkeiten für Entwickler voranzutreiben.“

Inkrafttreten und Überwachung

Die Änderungen sollen am 1. April in Kraft treten, vorbehaltlich einer öffentlichen Konsultationsphase, die bis zum 3. März läuft. Die CMA kündigte an, die Umsetzung der Maßnahmen genau zu überwachen. Sollten die Unternehmen die Zusagen nicht einhalten, werde die Behörde nicht zögern, formelle Anforderungen durchzusetzen.

Weitere Maßnahmen werden in den kommenden Monaten erwartet, die möglicherweise auch Änderungen an der Funktionsweise von Apples digitaler Wallet-App umfassen könnten. Die Entwicklung zeigt, dass die britische Wettbewerbsbehörde entschlossen ist, die Dominanz der beiden Technologiekonzerne im mobilen Ökosystem einzuschränken und mehr Wettbewerb zu ermöglichen.