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Apple-Nutzer profitieren

Safari zu clever für Werbewirtschaft: Industrie macht Millionenverluste

Apples Safari beschert Werbewirtschaft Millionenverluste. Zusammen mit macOS High Sierra und iOS 11 hat Apple seinem Browser Safari ein cleveres Feature spendiert. Das freut vor allem Kunden. Denn deren Surfverhalten kann so nicht mehr durch Onlinewerbung ausspioniert werden. Die Werbewirtscaft allerdings ist schockiert. Sie macht eigenen Angaben zufolge hunderte Millionen US-Dollar Verlust.

Des einen Freud ist des anderen Leid. Im Fall von Apples Browser Safari sind die Kunden des iPhone-Herstellers die Nutznießer. Die Werbeindustrie allerdings hat ein großes Problem.

Apple unterbindet Tracking von Nutzern über Webseiten

Mit iOS 11 und macOS High Sierra wurde in Safari die „Intelligent Tracking Prevention“ (ITP) eingeführt. Die Privatsphäre der Nutzer wird durch das Feature verbessert. Denn es unterbindet das Nachverfolgen des Surfverhaltens von Nutzern.

Das schadet vor allem dem sogenannten „Re-Advertising“, einer Methode, bei der Nutzern personalisierte Werbung auf Webseiten angezeigt wird, je nachdem, welche Webseiten sie zuvor besucht haben. Beispiel: Sie waren auf Amazon unterwegs und haben dort nach einer Fritteuse gesucht. Auf anderen Webseiten wird Ihnen dann diese Fritteuse auch begegnen. Das geht nun nicht mehr, wenn Sie Safari nutzen.

Criteo sieht Prognose gefährdet

Der britische Guardian veröffentlichte nun einen Beitrag, indem die Werbewirtschaft öffentlich das Heulen anfängt. Darin heißt es beispielsweise, dass das Unternehmen Criteo fürchtet, wegen ITP 2018 22 Prozent weniger Gewinne zu machen. Der Aktienkurs des Unternehmens spiegelt die Angst der Investoren wider. Nach der Einführung von macOS High Sierra und iOS 11 verlor der Kurs dramatisch. In den letzten drei Monaten hat sich die Aktie im Preis beinahe halbiert.

Wer ist Criteo?

Criteo aus Frankreich ist eines der größten Unternehmen am Markt. Es wurde 2005 gegründet und ist an der Börse notiert. Es beschäftigt weltweit über 2.700 Mitarbeiter (2017).

Werbewirtschaft erwartet Millionenverluste

Dennis Buchheim, Vertreter der Werbewirtschaft über das „Interactive Advertising Bureau“ rechnet vor, dass anderen Unternehmen ähnliche Umsatzeinbußen „drohen könnten“.

Criteo alleine hatte 2016 einen Jahresumsatz von 730 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Wenn das Unternehmen nun die eigenen Prognose für das Jahr 2018 um gut ein Fünftel kürzt, ist es eine einfache Milchmädcherechnung, um einen Verlust von mehreren hundert Millionen US-Dollar für die gesamte Branche zu attestieren.


Spekulation als Strategie für Lobbyismus?

Die Aussagen der Industrievertreter wurden allesamt im Konjunktiv getätigt. Das ist auch richtig so. Denn bislang gibt es noch keine validen Daten, die den Rückgang von Werbeumsätzen durch Apples Verhinderungstechnologie in Safari beziffern.

Richtig ist allerdings, dass Apples Browser weltweit beinahe einen Marktanteil von 15 Prozent erreicht. Da Google für seinen Browser Chrome aber eine ähnliche Funktionalität in Aussicht gestellt hat, dürfte die Werbeindustrie ganz andere Sorgen haben. Besorgt zeigte sich diese allerdings schon zur Einführung von ITP im September.

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Und High Sierra ist dazu notwendig? Aktuelle Safari Version reicht nicht? Ich habe 11.0.2

High Sierra hat Zugang zu neuen Programmierschnittstellen, die im weitesten Sinne mit "Künstlicher Intelligenz" zu tun haben. Auch Apps wie das neue Pixelmator Pro machen von der API Gebrauch, halt auf andere Weise. Nur in jedem Fall ist macOS 10.13 notwendig, für das intelligente Verhindern von Tracking.

Klasse Feature! Chapeau Apple!

Leider kann man das von High Sierra als Gesamtprodukt nicht gerade behaupten...

Seit dem Update ist macht Surfen in Safari keinen Spaß mehr, da der Browser bei mehren geöffneten Tabs und beim Zoomen/Scrollen nicht mehr so flüßig läuft und teilweise für 1-3 Sekunden kurzfristig einfriert...

Unter Sierra war Safari hingegen ein Traum...

Und wie schalte ich dieses "Intelligent Tracking Prevention" ein oder aus?

Safari ->Einstellungen->Datenschutz->Haken bei Websiteübergreifendes tracking verhindern

Das kann jetzt nicht ernsthaft eine Frage sein. Wenn doch ist der Abakus eine Empfehlung von mir ... kann doch nicht sein das nur Analphabeten Computer benutzen. Oder nur Idioten, die sich nicht mit der Materie beschäftigen ... Da kann man doch nur noch aggro werden ...

Wer im Glashaus sitzt...Wenn's nach der Rechtschreibung geht, sehe ich hier vor allem einen, dessen Alphabetismus zu wünschen übrig lässt. Eine Frage ist einfach nur eine Frage. Kein Grund für Arroganz.

muss sich nicht wundern wenn sich die Leute schützen. Der Gewinneinbruch dürft auch wieder um das 100fache übertrieben worden sein um Angst zu schüren. Die Fritteuse würde ich, und vermutlich auch nahezu alle anderen, erst recht nicht kaufen wenn sie mir andauernd vor die Nase gehalten wird. Wie ich auch den Krempel erst recht nicht kaufe welcher mit aggressiv 'angedroht' wird. Das Zeugs kann nämlich nichts taugen, wenn es derart in dem Markt geprügelt wird.

taugen nichts. Das sind alles nur unbrauchbare 'Empfehlungen' von Abhängigen. Solche Dinge kann man getrost in die Tonne treten.

Apple ist ja derzeit richtig sympathisch. Stärkt offene Standards (Qi, offene Video Formate), erschwert Tracking... Jetzt hätte ich bitte noch gerne ein iPhone mit USB C [Thumbs Up Sign]

maclife sollte einfach mal die Zahlen ihrer Werbeeinnahmen seit September mit den Vormonaten vergleichen und wird einen Unterschied feststellen. Es gibt durchaus belegbare Fakten die 15-20% Verlust untermauern. Teilweise - bei Seiten mit höherem Safari 11 Anteil sogar noch höher. Ich meine alleine hier auf der Seite sind bis zu diesem Kommentar 11 Werbebanner. Das bekräftigt natürlich ein Apple in seiner These. Wer aber Apple kennt weiß auch, dass sie ihre Geldeinnahmequellen immer sehr gut verkaufen. Adblock Plus verlangt Kohle damit Werbung doch durchkommt - Apple benennt seine neue Einnahmequelle eben ITP (Intelligent Tracking Prevention). Den Kunden gegenüber ein Heilsbringer und für Apple eine neue Einnahmequelle um dann letztendlich selbst zu bestimmen welche Werbung ein Apple User sehen darf und welche nicht - Intelligent eben ;-)