„MacBook Ultra“

OLED-MacBook-Pro nimmt offenbar wichtige Produktionshürde

Apple plant laut Berichten den Wechsel des MacBook Pro auf OLED-Displays. Nun soll Samsung Display bei der Produktion einen wichtigen Fortschritt erzielt haben – mit Folgen für Zeitplan und Stückzahlen.

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Apples erwarteter Wechsel auf OLED-Displays im MacBook Pro kommt offenbar voran. Laut dem koreanischen Branchenmedium The Elec hat Samsung Display bei seiner 8,6-Generationen-OLED-Linie für IT-Produkte zuletzt eine Ausbeute von mehr als 90 Prozent erreicht. Einzelne Prozessschritte sollen sogar bei rund 95 Prozent liegen.

Quickread: Auf einen Blick
  • Samsung Display soll bei 8,6-Gen-OLED-Panels mehr als 90 Prozent Ausbeute erreichen.
  • Die Panels werden für künftige 14- und 16-Zoll-Modelle des MacBook Pro erwartet.
  • Erste Lieferungen durch die Lieferkette könnten laut Bericht im Juni starten.
  • Der Marktstart der OLED-MacBook-Pro-Modelle wird für Ende 2026 bis Anfang 2027 erwartet.
  • Apple dürfte auf Tandem-OLED setzen, ähnlich wie beim OLED-iPad-Pro.

Damit wäre eine zentrale Hürde für die Massenproduktion künftiger MacBook-Pro-Panels genommen. In der Displaybranche gilt eine Ausbeute um 90 Prozent als wichtiger Wert, um eine Fertigung stabil und wirtschaftlich betreiben zu können. Gemeint ist der Anteil der produzierten Einheiten, die am Ende die Qualitätsanforderungen erfüllen.

Warum die OLED-Produktion für Notebooks schwieriger ist

OLED-Panels für Notebooks sind anspruchsvoller als viele Smartphone-Displays. Die Bildfläche ist größer, die Helligkeits- und Lebensdaueranforderungen sind hoch, zudem müssen die Panels über lange Zeit eine gleichmäßige Darstellung liefern. Gerade bei professionell genutzten Geräten wie dem MacBook Pro fallen Schwächen bei Helligkeit, Farbgleichmäßigkeit oder Alterung schneller auf.

OLED erklärt!

OLED steht für „Organic Light Emitting Diode“. Anders als bei klassischen LCDs leuchten die einzelnen Pixel selbst. Dadurch sind sehr tiefe Schwarzwerte, hohe Kontraste und dünnere Displays möglich. Die Produktion großer OLED-Panels ist jedoch aufwendiger, besonders bei Geräten mit hohen Anforderungen an Helligkeit und Lebensdauer.

Den Angaben zufolge sollen die Panels für künftige 14- und 16-Zoll-Modelle des MacBook Pro gedacht sein. Samsung Display könnte dem Bericht nach bereits im Juni mit der Auslieferung über die Lieferkette beginnen. Für dieses Jahr sei ein Volumen von rund 2 Millionen Panels vorgesehen.

Technisch sollen die Displays auf eine Tandem-OLED-Struktur setzen, bei der zwei Leuchtschichten übereinanderliegen. Eine ähnliche Technik nutzt Apple bereits beim iPad Pro mit OLED-Bildschirm – also M4 und neuer. Sie kann höhere Helligkeit und eine bessere Haltbarkeit ermöglichen, ist in der Herstellung aber komplexer. Hinzu kommen laut Bericht Oxid-TFT-Backplanes und eine hybride Verkapselung zum Schutz vor Feuchtigkeit.

Marktstart wohl frühestens Ende 2026

Ein direkter Produktstart ist damit nicht automatisch verbunden. Frühere Berichte von Bloomberg hatten die ersten OLED-MacBook-Pro-Modelle für Ende 2026 bis Anfang 2027 in Aussicht gestellt. Zuletzt galt Anfang 2027 als wahrscheinlicher, auch wegen Engpässen in der Chipbranche.

Samsung Display betreibt laut The Elec derzeit zunächst eine von zwei geplanten Linien. Die aktuelle Kapazität liege bei 7.500 Substraten pro Monat, insgesamt sei die Anlage auf 15.000 Substrate pro Monat ausgelegt. Sollte die Nachfrage nach OLED-MacBooks hoch ausfallen, könnte Samsung die zweite Linie aktivieren.

Für Apple wäre der Schritt einer der größten Display-Wechsel beim MacBook Pro seit der Einführung der Mini-LED-Modelle. OLED könnte bessere Schwarzwerte, höhere Kontraste und dünnere Displaykonstruktionen ermöglichen. Gleichzeitig bleiben Preis, Lebensdauer und mögliche Auswirkungen auf Akkulaufzeit und Gehäusedesign offen, solange Apple die Geräte nicht offiziell vorgestellt hat.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
OLED wirkt beim MacBook inzwischen weniger wie eine Frage des Ob, sondern eher wie eine Frage des Wann. Apple hat die Technik schrittweise in seine Geräte gebracht – von der Apple Watch über das iPhone bis zum iPad Pro. Beim MacBook Pro wäre der Wechsel deshalb konsequent, aber wohl kaum günstig. Sollte Apple daraus tatsächlich ein neues „Ultra“-Modell oberhalb der heutigen Pro-Reihe machen, wäre OLED nicht nur ein Display-Upgrade, sondern vermutlich auch ein Argument für eine höhere Preisklasse.

Eine eigene „Ultra“-Linie für OLED wäre für Apple allerdings riskant. Neue Displaytechnik eignet sich zwar kurzfristig gut für höhere Preise, wird aber irgendwann zum Standard. Dann müsste Apple dauerhaft erklären, warum ein zusätzliches MacBook oberhalb des Pro existiert. Plausibler wäre, dass OLED zunächst mit einer moderaten Preiserhöhung in die Pro-Reihe kommt, während ältere Modelle noch eine Zeit lang günstiger im Programm bleiben – ähnlich wie Apple nach dem Wechsel auf eigene Chips noch Intel-Macs weiterverkauft hat.

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