Ausgezeichnet

Eddy Cue wird bei Cannes Lions als Entertainment-Person des Jahres geehrt

Cannes Lions zeichnet Eddy Cue als „Entertainment Person of the Year“ 2026 aus. Der Apple-Manager verantwortet zentrale Dienste wie Apple TV, Apple Music und weitere Services.

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Cannes Lions ehrt Eddy Cue für Apples Entertainment-Strategie

Quickread: Auf einen Blick
  • Eddy Cue wird Cannes Lions „Entertainment Person of the Year“ 2026.
  • Cue verantwortet bei Apple zentrale Dienste wie Apple TV, Apple Music und iCloud.
  • Die Auszeichnung wird am 22. Juni 2026 in Cannes verliehen.
  • Cue hält dort eine Keynote mit Produzent Jerry Bruckheimer.
  • Cannes Lions würdigt vor allem Apples Rolle im Entertainment- und Service-Geschäft.

Cannes Lions hat angekündigt, Eddy Cue als „Entertainment Person of the Year“ 2026 auszuzeichnen. Cue ist bei Apple Senior Vice President of Services and Health und verantwortet damit einen der wichtigsten Geschäftsbereiche des Unternehmens.

Die Auszeichnung soll am 22. Juni 2026 im Rahmen des Cannes Lions International Festival of Creativity überreicht werden. Cue wird an diesem Tag zudem ein Keynote-Seminar im Lumière Theatre halten – gemeinsam mit Produzent Jerry Bruckheimer, der zuletzt an Apples Filmprojekt „F1“ beteiligt war.

Apples Dienste stehen im Mittelpunkt

Cannes Lions begründet die Ehrung mit Cues Rolle beim Aufbau von Apples Entertainment- und Service-Ökosystem. Dazu zählen unter anderem Apple TV, Apple Music, Apple Podcasts, Apple Books, Apple News, Apple Fitness+, Apple Maps, iCloud sowie Apples Produktivitäts- und Kreativ-Apps.

Apple TV erklärt!

Apple TV ist Apples Streamingdienst für Filme, Serien und Sportinhalte. Das Angebot umfasst lizenzierte und eigene Inhalte von Apple. Der Dienst ist Teil von Apples wachsendem Service-Geschäft, zu dem auch Apple Music, iCloud und weitere digitale Angebote gehören.

Besonders Apple TV steht in der Mitteilung im Fokus. Der Streamingdienst sei unter Cues Leitung zu einem der sichtbarsten Entertainment-Angebote von Apple geworden. Cannes Lions verweist dabei auf Serien und Filme wie „Severance“, „Ted Lasso“, „The Studio“ und „Pluribus“.

Auch Apples Sportstrategie spielt in der Begründung eine Rolle. Cue verantwortet unter anderem Apples Partnerschaften mit der Major League Soccer und „Friday Night Baseball“. Laut Cannes Lions gehört außerdem eine exklusive US-Übertragungspartnerschaft mit der Formel 1 zum wachsenden Sportgeschäft des Unternehmens.

Auszeichnung mit Signalwirkung

Der Preis ist weniger eine klassische Tech-Auszeichnung als eine Ehrung aus der Kreativ- und Werbebranche. Cannes Lions würdigt damit Personen, die Entertainment, Markenkommunikation und kreative Inhalte prägen.

Für Apple passt die Auszeichnung in eine Phase, in der der Konzern seine Dienste stärker als eigenständiges Ökosystem positioniert. Während Hardware wie iPhone, iPad und Mac weiterhin das Zentrum des Geschäfts bildet, sind Streaming, Musik, Sportrechte und digitale Services längst ein strategischer Bestandteil von Apples Plattform.

Apple wurde bei Cannes Lions bereits mehrfach ausgezeichnet. 2025 erhielt das Unternehmen den Titel „Creative Marketer of the Year“. Zudem wurde die Kampagne „Shot on iPhone“ mit einem Creative Effectiveness Grand Prix gewürdigt.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Eddy Cues Auszeichnung ist nicht ganz frei von Ironie. Ausgerechnet ein Manager, dessen Name bei Apple lange mit schwierigen Baustellen wie iTunes, iCloud, Apple Maps oder Siri verbunden war, wird nun für Entertainment geehrt. Viele dieser Produkte standen weniger für Apples berühmte Eleganz als für Kompromisse, Verspätungen und verpasste Chancen.

Trotzdem ist die Ehrung nicht völlig abwegig. Cues heutiger Bereich passt offenbar besser zu seinen Stärken als frühere Software- und Plattformaufgaben. Apple TV hat sich nicht über Masse, sondern über ein vergleichsweise klares Qualitätsprofil etabliert. Apple Music ist stabil im Markt, Sportrechte werden gezielter ausgebaut, und Apples Services sind für den Konzern längst mehr als ein Zusatzgeschäft.

Vielleicht ist das die eigentliche Pointe: Cue war nicht unbedingt der Manager, der Apples problematische Dienste repariert hat. Aber im Entertainment-Geschäft scheint er eine Rolle gefunden zu haben, in der Deals, Geduld und Markenpflege wichtiger sind als makellose Software. Das macht die Auszeichnung nachvollziehbar – auch wenn sie seine Apple-Bilanz freundlicher zeichnet, als viele Nutzerinnen und Nutzer es tun würden.

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