MacBooks ohne Netzteil

Apple lässt wichtiges Zubehör bei neuen MacBooks in Europa weg

Die neuen MacBook-Modelle werden in Großbritannien und der EU ohne Netzteil ausgeliefert. Käuferinnen und Käufer müssen das Ladegerät separat erwerben.

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Apple hat diese Woche die neuen MacBook-Modelle vorgestellt – das MacBook Neo, MacBook Air und MacBook Pro. Doch Käuferinnen und Käufer in Großbritannien und der EU müssen auf ein wichtiges Zubehör verzichten: Ein Netzteil liegt den Geräten nicht mehr bei.

Quickread: Auf einen Blick
  • MacBook Neo, Air und Pro werden in UK und EU-Ländern ohne Netzteil ausgeliefert – Käuferinnen und Käufer müssen es separat kaufen.
  • Die EU-Richtlinie verbietet das nicht, sondern verlangt nur eine Option ohne Netzteil – Apples Entscheidung geht darüber hinaus.
  • In vielen EU-Ländern sind die neuen MacBooks etwa 100 Euro günstiger als die Vorgänger, selbst mit separat gekauftem Netzteil.

Keine Netzteile in UK und EU-Ländern

Die neuen MacBook-Modelle, die Apple in dieser Woche präsentiert hat, werden in Großbritannien sowie in EU-Staaten wie Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien ohne Netzteil ausgeliefert. Diese Änderung begann bereits im vergangenen Jahr mit dem Basis-Modell des 14-Zoll MacBook Pro.

Wer ein Netzteil benötigt, muss dieses beim Kauf separat hinzufügen oder später nachkaufen. In allen anderen Ländern weltweit legt Apple das Ladegerät weiterhin kostenlos bei. In den USA beispielsweise wird das MacBook Neo mit Apples 20-Watt-USB-C-Netzteil ausgeliefert, das separat 25 Euro kostet. Das 16-Zoll MacBook Pro kommt dort mit einem 140-Watt-USB-C-Netzteil, das einzeln 119 Euro kostet.

Ladekabel weiterhin im Lieferumfang

Immerhin: Ein USB-C- oder MagSafe-3-Ladekabel liegt allen neuen MacBooks weltweit bei – nur eben das Netzteil selbst fehlt in Europa. Die Entscheidung, auf das Netzteil zu verzichten, ist eine bewusste Wahl von Apple und keine gesetzliche Vorgabe, wie oft fälschlicherweise angenommen wird.

EU-Richtlinie wird oft missverstanden

EU Common Charger Directive erklärt!

Die EU-Richtlinie für einheitliche Ladegeräte aus dem Jahr 2022 schreibt vor, dass alle Smartphones, Tablets und Laptops in der EU USB-C für kabelgebundenes Laden nutzen müssen. Zudem müssen Herstellende Kundinnen und Kunden die Möglichkeit bieten, Geräte ohne Ladegerät zu kaufen, um Elektroschrott zu reduzieren. Die Richtlinie verbietet jedoch nicht, ein Netzteil beizulegen – sie fordert lediglich, dass auch eine Version ohne Ladegerät angeboten wird.

Die EU-Richtlinie für einheitliche Ladegeräte, die 2022 verabschiedet wurde, schreibt lediglich vor, dass Herstellende Kundinnen und Kunden die Option bieten müssen, ein Gerät ohne Ladegerät zu kaufen. Sie verbietet jedoch nicht, ein Netzteil beizulegen. Apple könnte also weiterhin Ladegeräte mitliefern oder diese beim Checkout kostenlos anbieten – solange auch eine Version ohne Netzteil verfügbar ist.

Die Entscheidung, das Netzteil komplett aus der Verpackung zu entfernen, geht somit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. Apple begründet diesen Schritt mit Umweltschutzzielen: Kleinere Verpackungen bedeuten weniger Transportemissionen und weniger Ressourcenverbrauch.

Warum auch Großbritannien betroffen ist

Interessanterweise gilt die Regelung auch für Großbritannien, obwohl das Land 2020 aus der EU ausgetreten ist. Der Grund liegt im sogenannten Windsor Framework, das sicherstellt, dass bestimmte britische Warenstandards mit denen der EU übereinstimmen. Dies ist notwendig, um die offene Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland aufrechtzuerhalten.

Ähnlich verhält es sich mit Norwegen, das über das Europäische Wirtschaftsabkommen an entsprechende Richtlinien gebunden ist, obwohl es nie EU-Mitglied war.

Preisanpassungen in einigen Regionen

In mehreren europäischen Ländern hat Apple die Preise für die neuen MacBook-Pro-Modelle um etwa 100 Euro gesenkt – selbst wenn man das Netzteil separat hinzukauft, sind die Geräte dort günstiger als ihre Vorgänger. In Großbritannien blieb der Einstiegspreis hingegen unverändert.

Potenzielle Probleme für Verbraucherinnen und Verbraucher

Während technikaffine Nutzerinnen und Nutzer problemlos das passende Netzteil auswählen oder ein vorhandenes weiterverwenden können, könnte die Situation für weniger versierte Personen problematisch werden. Es besteht die Gefahr, dass Menschen günstige, leistungsschwache Ladegeräte kaufen, die eigentlich für Smartphones gedacht sind, und dann eine langsame und frustrierende Ladeerfahrung erleben.

Schlimmer noch: Der Kauf minderwertiger Billig-Netzteile von Drittanbietern kann Sicherheitsrisiken mit sich bringen. Berichte von Nutzerinnen und Nutzern zeigen bereits, dass Verwandte oder Bekannte ihre MacBooks mit völlig ungeeigneten 5-Watt-Ladegeräten zu laden versuchen und sich dann wundern, warum das Gerät nicht mehr funktioniert.

Apples Strategie bei anderen Produkten

Apple hat bereits vor fünf Jahren mit dem iPhone 12 aufgehört, Netzteile beizulegen – damals weltweit und ohne gesetzlichen Zwang. Auch die AirPods Pro 3 werden seit September 2025 ohne USB-C-Ladekabel ausgeliefert, obwohl das Vorgängermodell noch eines enthielt.

Die neuen MacBook-Modelle unterstützen sowohl MagSafe- als auch USB-C-Laden. Kundinnen und Kunden können vorhandene Netzteile mit 67, 96 oder 140 Watt nutzen, je nach Konfiguration. Apple verkauft eigene USB-C-Netzteile separat, und auf den Produktseiten wird nun deutlich darauf hingewiesen, dass das Netzteil separat erworben werden muss.

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apple wird auch immer dreister

Ich finde es gut! Mein MacBook Netzteil liegt seit dem Kauf in der Packung. Dank USB-C Lade ich über Dockingstation/Mehrfach USB Netzteil.

Toll wäre es immer schon gewesen, wenn Apple, als es noch Netzteile dazu gab, einen Mehrfach-Adapter mit 65/120W angeboten hätte. Dann hätte man es noch parallel fürs iPhone/Apple Watch/iPad nehmen können.

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