Das PortaGo macht bereits beim Aufbau einen guten ersten Eindruck: aufklappen, einschalten, loslaufen. Wer es wieder wegräumen will, greift allerdings in einen echten Brocken – 18,5 Kilogramm sind alles andere als leicht. Tragen ist damit keine realistische Option, verschieben schon: Die kleinen Rollen funktionieren gut und sind im Alltag das entscheidendere Feature. Wer keinen Platz hat, es dauerhaft stehen zu lassen, hat zudem zwei Optionen: flach (zusammengeklappt ist das Laufband 14,5 Zentimeter hoch) unter Couch oder Bett schieben oder aufrecht an die Wand stellen. Beides funktioniert – und macht das PortaGo alltagstauglicher als manches sperrigere Konkurrenzgerät.
Optisch wirkt das PortaGo solide. Der Metallrahmen in Holzoptik wirkt wohnraumfreundlich – eher Wohnzimmer als Fitnessstudio, und das ist bei einem Gerät, das dauerhaft im Homeoffice stehen oder täglich hervorgekramt werden soll, kein unwichtiges Detail. Einzig das Klettband, das das Gerät im geklappten Zustand zusammenhält, will so gar nicht zum gepflegten Gesamtbild passen. Es funktioniert – wirkt aber wie eine Notlösung. Magnete hätten mehr Eindruck gemacht.
Laufgefühl: mit Schuhen überzeugend, barfuß mit Vorbehalt
Wer barfuß läuft, spürt an der Faltstelle einen deutlichen Knick – unangenehm, nicht wegzudiskutieren. Und schade, denn sich auf nackten Fußsohlenfortzubewegen ist nachweislich gesund. Mit Schuhen, idealerweise Laufschuhen, verschwindet das Problem praktisch vollständig. Im Homeoffice gehören also fortan auch Sportschuhe unter den Schreibtisch.
Die Lauffläche mit 41 Zentimetern Breite und 100 Zentimetern Länge ist angenehm großzügig – genug Platz, um normal auch mit großen Schritten zu gehen, ohne ständig auf die Kante zu achten. Das Gerät läuft sich sicherer, als sein kompakter Auftritt erwarten lässt. Das Tempo reicht von 1 bis 6 Stundenkilometern; das obere Ende ist im Arbeitskontext schon recht sportlich. Wer dabei gleichzeitig tippt und denkt, pendelt sich meist zwischen 2 und 3 Stundenkilometern ein – das reicht völlig.
Zum Thema Lautstärke: Das PortaGo ist kein stilles Gerät. Motor, Laufband und Schritte sind während des Betriebs deutlich wahrnehmbar – und die Geräusche machen auch vor der Decke nicht halt. Eine Etage tiefer ist es, als würde jemand in einer entfernten Wohnung den Bass laufender Musik wahrnehmen: präsent, nicht aufdringlich, aber unüberhörbar. Wer Altbauböden kennt, weiß, was das bedeutet. Flexispot gibt unter 55 Dezibel an; dieser Wert klingt nach schalltechnischer Studie, beschreibt den Alltag aber nur am Rande. Im Homeoffice-Betrieb relativiert sich das allerdings schnell: Google Meet, Teams und Co. filtern Hintergrundgeräusche inzwischen so effektiv, dass Gesprächspartner bei Calls meist nichts mitbekommen.
Steuerung: simples Display, praktische Fernbedienung
Das Display zeigt die wichtigsten Werte gut lesbar – Geschwindigkeit, Zeit, Distanz und Kalorien – rotierend im Wechsel an. Wer nicht warten will, kann per Fernbedienung manuell durchschalten. Das reicht für den Homeoffice-Einsatz völlig aus, ist aber kein Datencenter.
Die Fernbedienung selbst ist ein kleines Kunststoffteil mit fünf Tasten – GO, STOP, Modus sowie Plus und Minus für die Geschwindigkeit. Hinzu kommen zwei Direkttasten für 2 und 4 km/h, die einen schnellen Einstieg in typische Arbeitstempo-Bereiche erlauben. Die Geschwindigkeit lässt sich in 0,5-km/h-Schritten anpassen; jeder Tastendruck quittiert das Gerät mit einem kurzen Piepton. Praktisch, kein Wunderwerk – aber das muss es auch nicht sein.
Zwei Automatikfunktionen sind erwähnenswert: Das Laufband schaltet sich nach 100 Minuten automatisch ab – und stoppt auch dann, wenn zehn Sekunden lang keine Person auf der Fläche erkannt wird. Letzteres klingt nach Sicherheitsfeature, kann aber auch zu ungewollten Unterbrechungen führen, wenn man zu ruhig steht.
Im Betrieb: Meetings ja, Layouten nein
Walking Pad und konzentrierte Büroarbeit vertragen sich nur bedingt. Recherchieren, Lesen, Videokonferenzen, lockere Mails – das alles funktioniert gut. Sobald Präzision gefragt ist, kippt die Balance: Längere Texte schreiben ist mühsam, Layoutarbeiten sind schlicht nicht möglich. Der Körper bewegt sich zu viel, als dass feinmotorische Aufgaben vernünftig gelingen könnten. Ein Stubenfahrrad eignet sich dabei besser. Das ist keine Schwäche des PortaGo, sondern eine Systemgrenze des Konzepts. Wer das weiß, setzt das Gerät richtig ein – und greift für den Rest eben doch wieder zum Stuhl.
Technik: solide Basis, schwaches Ökosystem
Bürstenloser 550-Watt-Motor, 120 Kilogramm Tragfähigkeit, brauchbare Fernbedienung – technisch gibt es wenig zu meckern. Was fehlt, ist die smarte Anbindung. Keine App, keine Health-Integration – und genau das schmerzt im Apple-Umfeld. Wer am Schreibtisch geht, bewegt die Arme kaum; die Apple Watch quittiert das irgendwann mit einem Abbruch oder lückenhafter Erfassung. Die Lösung ist simpel: iPhone in die Hosentasche. Das funktioniert – schließlich will man die wertvollen Schritt erfasst wissen.
Fazit
Das PortaGo ist kein schlechtes Laufband – es ist ein gutes Homeoffice-Gerät mit den typischen Kompromissen seiner Kategorie. Wohnraumfreundlich, platzsparend, mit ordentlicher Lauffläche und einem Laufgefühl, das mit Schuhen überzeugt. Wer Meetings läuft statt sitzt, wird es mögen. Wer dagegen präzise Arbeit, smarte Fitness-Daten und stilles Laufen erwartet, wird enttäuscht. Die Kompromisse sind real – im Alltag aber gut verschmerzbar, wenn man weiß, worauf man sich einlässt.
| Produktname | PortaGo |
|---|---|
| Hersteller | Flexispot |
| Preis | 299,99 |
| Webseite | www.flexispot.de/klappbares-laufband-portago.html |
| Pro |
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| Contra |
|
| 2,2gut |











