Netflix hat sich aus dem Übernahmekampf um Warner Bros. Discovery zurückgezogen und überlässt damit Paramount Skydance das Feld. Der weltgrößte Streaming-Dienst wollte ursprünglich Warner Bros., HBO und HBO Max in einem Aktien- und Bargeschäft für 72 Milliarden US-Dollar übernehmen – inklusive Schulden belief sich der Wert auf 82,7 Milliarden US-Dollar. Nachdem Paramount jedoch ein finales Angebot über 111 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden vorlegte, entschied sich Netflix gegen ein Mitbieten.
- Netflix zieht sich aus dem 82,7-Milliarden-Deal für Warner Bros. zurück, nachdem Paramount 111 Milliarden US-Dollar geboten hat.
- Die Netflix-Aktie stieg nach der Ankündigung um 8,5 Prozent, da Anlegerinnen und Anleger eine Überzahlung befürchteten.
- Paramount benötigt noch behördliche Genehmigung für die Übernahme von Warner Bros., HBO und den Nachrichtensendern CNN und CBS News.
Netflix sieht Deal nicht mehr als attraktiv an
In einer Mitteilung erklärten die Netflix-Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters, dass die ursprünglich ausgehandelte Transaktion zwar Mehrwert für die Aktionärinnen und Aktionäre geschaffen und einen klaren Weg zur behördlichen Genehmigung geboten hätte. Allerdings sei man stets diszipliniert vorgegangen. Zu dem Preis, der erforderlich gewesen wäre, um das jüngste Angebot von Paramount Skydance zu erreichen, sei der Deal finanziell nicht mehr attraktiv.
Die beiden CEOs betonten, dass Netflix ein guter Verwalter der ikonischen Marken von Warner Bros. gewesen wäre und dass der Deal die Unterhaltungsindustrie gestärkt sowie Produktionsjobs in den USA erhalten und geschaffen hätte. Allerdings sei diese Transaktion immer ein „Nice-to-have zum richtigen Preis“ gewesen, kein „Must-have um jeden Preis“.
Eine feindliche Übernahme liegt vor, wenn ein Unternehmen versucht, ein anderes gegen den Willen dessen Vorstands zu erwerben. Dabei wendet sich der Käufer oft direkt an die Aktionärinnen und Aktionäre, um deren Anteile zu erwerben. Im Fall von Paramount und Warner Bros. wurde das Angebot zunächst als feindlich bezeichnet, bevor der Vorstand es schließlich als überlegen einstufte.
Anlegerinnen und Anleger zeigen sich erleichtert
Die Netflix-Aktie legte im nachbörslichen Handel um 8,5 Prozent zu – ein Zeichen dafür, dass Investorinnen und Investoren erleichtert sind, dass das Streaming-Unternehmen nicht das Risiko einer Überzahlung für Warner Bros. eingegangen ist. Der Vorstand von Warner erklärte am Donnerstagabend, dass man zwar weiterhin das Netflix-Angebot empfehle, das Gebot von Paramount nun aber als „überlegen“ betrachte. Dies ist das erste Zeichen der Unterstützung für den Bieter, den der Vorstand bei Beginn des Übernahmekampfes im Dezember noch als feindlich bezeichnet hatte.
Paramount steht vor großer Herausforderung
Warner Bros. CEO David Zaslav äußerte sich positiv über das Paramount-Angebot und sprach davon, dass es „enormen Wert schaffen“ werde. Man sei begeistert über das Potenzial einer Vereinigung von Paramount Skydance und Warner Bros Discovery. Sollte die Übernahme durch Paramount erfolgreich sein, würde Eigentümer Larry Ellison nicht nur Warner Bros. und HBO kontrollieren, sondern auch die Nachrichtensender CNN und CBS News.
Allerdings steht der Deal noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung, sodass noch nichts endgültig feststeht. Die regulatorischen Hürden könnten sich als bedeutende Herausforderung erweisen, insbesondere angesichts der Größe und Bedeutung der beteiligten Medienunternehmen. Paramount selbst hat einen Marktwert von lediglich 14 Milliarden US-Dollar und würde für die Übernahme auf die finanzielle Unterstützung von Larry Ellison angewiesen sein, der ein Vermögen von 275 Milliarden US-Dollar besitzt.
Was bedeutet das für die Streaming-Landschaft?
Für Netflix bedeutet der Rückzug eine Rückkehr zum Fokus auf das Kerngeschäft. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass es erfolgreich eigene Inhalte produzieren und vermarkten kann. Mit einem Marktwert von 425 Milliarden US-Dollar und einem jährlichen Cashflow von neun Milliarden US-Dollar steht der Streaming-Dienst finanziell solide da.
Die Entscheidung zeigt auch, dass Netflix trotz seiner Marktmacht und finanziellen Stärke nicht bereit ist, um jeden Preis zu expandieren. Die Disziplin bei Akquisitionen könnte sich langfristig als kluge Strategie erweisen, insbesondere wenn man bedenkt, dass frühere Übernahmen von Warner Bros. durch andere Unternehmen wie AOL und AT&T sich als schwierig erwiesen haben.








Diskutiere mit!
Hier kannst du den Artikel "Netflix beendet Übernahmekampf um Warner Bros. – Paramount übernimmt" kommentieren. Melde dich einfach mit deinem maclife.de-Account an oder fülle die unten stehenden Felder aus.
Schade damit die die freie Meinungäußerung bei CNN Geschichte
Zum Verfassen von Kommentaren bitte mit deinem Mac-Life-Account anmelden.
oder anmelden mit...