Apple-Betriebssysteme

iOS 27 bleibt großzügig – bei iPad und Apple Watch wird Apple strenger

Apple sortiert bei den Systemvoraussetzungen seiner neuen Betriebssysteme unterschiedlich stark aus. Während iOS 27 weiterhin auf dem iPhone 11 und neuer läuft, verlieren viele iPads und Apple-Watch-Modelle den Support.

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Apple zieht bei den kommenden Betriebssystemen sehr unterschiedliche Linien. Während sich beim iPhone überraschend wenig ändert, werden iPadOS 27 und watchOS 27 deutlich wählerischer. Auch beim Mac endet mit macOS Golden Gate nun der Support für die letzten Intel-Modelle.

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Quickread: Auf einen Blick
  • iOS 27 soll weiter ab dem iPhone 11 laufen.
  • iPadOS 27 streicht mehrere ältere iPad-Pro-, iPad-Air-, iPad- und iPad-mini-Modelle.
  • watchOS 27 unterstützt offenbar nur noch Series 10, Series 11, Ultra 2, Ultra 3 und SE 3.
  • macOS Golden Gate läuft nur noch auf Macs mit Apple Silicon.
  • Der größte Überraschungseffekt liegt bei iPad und Apple Watch.

iOS 27 bleibt beim iPhone 11

Die vielleicht positivste Nachricht betrifft das iPhone: iOS 27 wird weiterhin auf dem iPhone 11 und neuer laufen. Damit bleibt die Kompatibilität im Kern auf dem Stand von iOS 26.

Unterstützt werden demnach unter anderem die iPhone-11-, iPhone-12-, iPhone-13-, iPhone-14-, iPhone-15-, iPhone-16- und iPhone-17-Modelle. Auch das iPhone SE der dritten Generation steht auf der Liste.

Für Besitzer älterer Geräte ist das bemerkenswert, weil Apple in diesem Jahr offenbar keine zusätzliche iPhone-Generation aus dem Update-Zyklus nimmt. Gerade das iPhone 11 bleibt damit ein weiteres Jahr bei der aktuellen iOS-Version dabei.

iPadOS 27 streicht mehrere ältere Modelle

Deutlich härter fällt der Schnitt beim iPad aus. Apple hebt bei iPadOS 27 die Mindestanforderungen in mehreren Modellreihen an. Betroffen sind iPad Pro, iPad Air, das reguläre iPad und das iPad mini.

Systemvoraussetzungen erklärt!

Systemvoraussetzungen legen fest, welche Geräte ein neues Betriebssystem installieren können. Apple koppelt neue Versionen meist an bestimmte Chips, Baujahre oder Modellgenerationen. Geräte außerhalb dieser Liste erhalten die neue Hauptversion nicht mehr, können aber oft noch Sicherheitsupdates für ältere Systemversionen bekommen.

Beim iPad Air soll künftig ein Modell mit A14 Bionic oder neuer notwendig sein. Das wäre ein iPad Air der vierten Generation (Oktober 2020).

Auch beim iPad Pro verschiebt Apple die Grenze. Das iPad Pro 12,9 Zoll soll erst ab der vierten Generation unterstützt werden, das iPad Pro 11 Zoll erst ab der zweiten Generation. Beim normalen iPad bleibt laut Apple zufolge mindestens die neunte Generation nötig; das iPad der achten Generation fällt weg. Beim iPad mini beginnt der Support künftig beim iPad mini der sechsten Generation, das iPad mini 5 erhält iPadOS 27 demnach nicht mehr.

watchOS 27 trifft besonders viele Apple Watches

Noch auffälliger ist der Schnitt bei der Apple Watch. watchOS 27 soll nur noch auf Apple Watch Series 10, Apple Watch Series 11, Apple Watch Ultra 2, Apple Watch Ultra 3 und Apple Watch SE 3 laufen.

Damit würden Apple Watch Series 9, die erste Apple Watch Ultra, Apple Watch SE 2 und ältere Modelle nicht mehr unterstützt. Das ist ein ungewöhnlich großer Schritt, weil watchOS 26 noch Apple Watch Series 6 und neuer, Apple Watch SE 2 und neuer sowie alle Ultra-Modelle unterstützt hatte.

Bemerkenswert ist dabei auch ein Detail: Die Apple Watch Ultra 2 mit S9-Chip soll watchOS 27 erhalten, die Apple Watch Series 9 mit demselben Chip dagegen nicht. Die Abgrenzung folgt also offenbar nicht allein dem verbauten Prozessor.

macOS Golden Gate nur noch für Apple Silicon

Bei macOS Golden Gate ist die Lage weniger überraschend. Apple hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, dass macOS Tahoe die letzte Version für Intel-Macs sein werde. Mit macOS 27 wird dieser Schritt nun umgesetzt.

Kompatibel sind nur noch Macs mit Apple Silicon. Dazu zählen MacBook Air ab 2020, MacBook Pro ab 2020, iMac ab 2021, Mac mini ab 2020, Mac Studio ab 2022 und Mac Pro ab 2023. Zusätzlich wird das neue MacBook Neo genannt.

Nicht mehr dabei sind damit die verbleibenden Intel-Macs, die noch macOS Tahoe erhalten hatten. Genannt werden unter anderem das MacBook Pro 16 Zoll von 2019, das MacBook Pro 13 Zoll von 2020 mit vier Thunderbolt-3-Anschlüssen, der iMac von 2020 und der Mac Pro von 2019.

Der größte Einschnitt kommt nicht beim Mac

Insgesamt ergibt sich ein gemischtes Bild. Beim iPhone hält Apple den Support stabil und lässt das iPhone 11 weiter im Rennen. Beim Mac ist das Ende der Intel-Ära zwar einschneidend, aber seit längerem absehbar.

Der eigentliche Einschnitt liegt bei iPad und Apple Watch. Besonders watchOS 27 wirkt wie ein klarer Schnitt durch mehrere Gerätegenerationen. Für Käufer neuerer Apple-Watch-Modelle dürfte das irritierend sein, vor allem wenn eine Series 9 nach vergleichsweise kurzer Zeit aus dem aktuellen Update-Zyklus fällt.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Apple geht in diesem Jahr ungewöhnlich unterschiedlich vor. Beim iPhone bleibt der Support erfreulich stabil, beim Mac war das Ende der Intel-Unterstützung praktisch angekündigt. Kritischer ist der Blick auf iPadOS 27 und watchOS 27: Vor allem bei der Apple Watch fallen Modelle heraus, die im Alltag noch keineswegs alt wirken. Das dürfte für einige Nutzerinnen und Nutzer der eigentliche Aufreger dieser Update-Runde sein.