Kolumne

Die durchschaubare Rückkehr der Leichtigkeit, oder warum das MacBook Air ein Marketingkniff war

Apple stellte rechtzeitig zum Jahresende ein neues MacBook Air vor. Man muss noch nicht einmal genauer hingucken, um die Strategie dahinter zu erkennen. In seiner Kolumne erklärt Frank Krug trotzdem, wieso das Unternehmen ein Einsteigermodell auf den Markt brachte, das gar kein Einsteigermodell ist. Denn das zu erwarten gleicht der Quadratur des Kreises.

Von   Uhr

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, greifen die Marketingstrategen der Unternehmen in die Trickkiste. Aus Altem wird da schnell etwas Neues gezaubert, das den Elchtest unterm Weihnachtsbaum bestehen muss – komme, was da wolle. Vermeintlich Neues lässt sich dem Weihnachtsmann nun mal leichter unterjubeln – in den meisten Fällen ist der Wolf im Schafspelz nicht auf Anhieb zu erkennen.

So oder ähnlich haben es sich die Bosse bei Apple wohl auch gedacht, als sie das neue MacBook Air vorgestellt haben. Dass das neue Einsteigermodell den Namen „Air“ vollkommen zu Unrecht trägt, erscheint da nur als nebensächliches Geplänkel. Tatsache ist jedoch, dass das Leichte nie so schwer war wie jetzt. Selbst der Preis ist ein Schwergewicht, vom durchschnittlichen Studenten (der ursprünglichen Zielgruppe des MacBook Air) kaum noch zu stemmen. Außer man ist bereit, ganz weit nach unten bis in die Resterampe zu scrollen, wo einen das alte MacBook Air zum Schnäppchenpreis anblinzelt.

Es ist ärgerlich, dass das Line-up inzwischen ganz offensichtlich einer Logik folgt, die sich nur daran orientiert, den Verkaufspreis zu heben. Wem das mit Blick auf die neuen iPhone-Modelle irgendwie bekannt vorkommt, der hat nicht ganz Unrecht. Da ist es dann auch vollkommen egal, wenn das Etikett nicht mehr zum Inhalt passt – ein unwesentlicher Kollateralschaden, der billigend in Kauf genommen und mit einem flotten Marketingspruch passend gemacht wird.

Die Rückkehr der Leichtigkeit ist so aber nur schwer zu ertragen, geschweige denn einem unerfahrenen Einsteiger in die Apple-Welt plausibel zu vermitteln. Wer sich ein leichtes, erschwingliches Einsteigermodell wünscht, das zudem noch auf dem neuesten Stand der Technik ist, der sollte sich besser darauf einstellen, dass die Quadratur des Kreises aktuell nicht zu haben ist. Oder aber man lässt sich auf wilde Gedankenspiele ein, schließlich ist die Luft eben manchmal schwer wie Blei.

Man gewöhnt sich an alles

Ein Blick in die Vergangenheit sollte jedoch versöhnlich stimmen. In den Achtzigerjahren gab es eine Schnellratesendung mit dem Namen „Die Montagsmaler“. Recht bald wurde deren Ausstrahlung auf einen Dienstag verlegt. Den Namen behielt man bei. Es hat mich nie groß gestört. Selbst als ich erfuhr, dass der Name sich eigentlich aus dem Begriff der Sonntagsmalerei herleitete. Sonntags malende Montagsmaler, die Dienstags ausgestrahlt werden – man gewöhnt sich an alles. Warum nicht auch an die unerträgliche Schwere der neuen Leichtigkeit bei Apple?

Zum Autor

Frank Krug ist freier Autor, lebt in Berlin und schreibt regelmäßig für die Mac Life.

Mehr zu diesen Themen:

Diskutiere mit!

Hier kannst du den Artikel "Die durchschaubare Rückkehr der Leichtigkeit, oder warum das MacBook Air ein Marketingkniff war" kommentieren. Melde dich einfach mit deinem maclife.de-Account an oder fülle die unten stehenden Felder aus.

Ehrlich gesagt verstehe ich nich was dieser Artikel aussagen möchte. Ist das air jetzt zu teuer, oder technisch nicht auf dem neusten Stand? Bis jetzt habe ich wenig über Schwächen des Gerätes gelesen. Preis/Leistung war ja soweit ich weiß nie Apples große Stärke. Zu meiner Studienzeit konnte ich mir auch kein MacBook leisten. Also was ist jetzt an der Situation neu? Wie man es aus alles Bereichen des Lebens kennt ist das mit der quadratur des Kreises halt nicht so einfach.

„Quadratur des Kreises“
Huijui, jenes Wortspiel impliziert diffus den Gedanken, den Griff nach lyrischen Sternen begonnen zu haben, wie es den Anschein zu vermögen mag.

ich hab mir die neuen air-modelle angeschaut und hab die idee mir ein neues zuzulegen schnell verworfen..

der autor hat recht wenn er sagt dass die neuen modelle mit dem air von vor ein paar jahren nicht mehr viel am hut hat..

da kann man sich auch ein pro kaufen! (und bekommt für nur 200 euro mehr die basic-version, die immer noch besser als das neue air ist..)

also bleib ich vorerst bei meinem 2017 air und schau was die nächsten jahre bringen..

das die 11zoll variante gänzlich weggefallen ist finde ich übrigens wirklich blöde! ich hab das kleine ding sehr geliebt - für unterwegs auf reisen einfach genial! (leicht, klein, trotzdem ein vollwertiger pc!)

aber dann würde wohl kaum einer auf die idee kommen das ipad pro als pc-ersatz zu kaufen..

schade!

Die 11 Zoll Varinate ist nicht einfach weggefallen, sondern wurde durch 13 Zoll ersetzt. Dadurch das der Rand wegfällt ist das neue 13 Zoll so groß wie das alte 11 Zoll. Nur halt mit nem größeren Display.

Wer also was kleines Mag, der kommt eigntl hier nicht zu kurz.

Tatsache ist jedoch, dass das Leichte nie so schwer war wie jetzt.

Komisch. meines ist 100 Gramm leichter wie das 2011. Ich vermisse keine Schnittstelle, habe es für knapp 1000 erworben.
Teuer ? 7 1/2 Jahre habe ich das letzte genutzt. Gekostet damals 1100 Display beschädigt - Garantie Tausch. Tastatur - Feuchtigkeit eingedrungen, ein Reseller versagt im Juni 2017 und dadurch musste ich nachträglich für 30 € eine neue Tastatur einbauen. High Sierra läuft und 256 GB SSD. Verkaufspreis wird so 300 - 350 bringen.
Außer einschalten nie Probleme. Macht also netto etwa 30 Cent am Tag.

Sachliche Information ist selten geworden in MacLife.

Vollkommen richtig Schneehase.. das trifft so gesehen auf alle Bauteilreihen bei Apple zu... ich kaufe trotzdem kein neues weil mein altes 11“ und das 13“er der Tochter selbst für ihre Uniaufgaben noch Jahre reicht, es sei denn es ist defekt.. selbiges gilt auch für mein alte MBP17“ aus 2011... Mojave Must have? Eher nicht.. und gut ist..

Betrunken Artikel schreiben ist selten eine gute Idee .....

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Artikel ! Viel geschrieben, nichts gesagt !

Der Artikel ist doch korrekt, mich stört noch viel mehr dass das neue MacBook er uns ein echt altes Retina Display besteht mit 300 Nits .... was wirklich sehr dunkel ist und am helllichten Tag naja ... aussehen Größe fast identisch mit dem MacBook Pro 2017 nur dass das MacBook Pro 2017 viel schneller ist viel heller besser ausgestattet und mit etwas Geschick den gleichen Preis bezahlt ....

Also was soll ich dann mit dieses MacBook Air oder noch schlimmer MacBook 12 Zoll mit einem Anschluss ....

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.