Apple soll nach Übernahmekandidaten aus dem Bereich der KI-Halbleiter suchen. Wie The Information unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen berichtet, will der Konzern damit seine eigene Infrastruktur für rechenintensive KI-Anwendungen ausbauen.
- Apple soll Übernahmen im Bereich der KI-Chips prüfen
- Ziel sei eine geringere Abhängigkeit von Nvidia
- Der eigene Serverchip „Baltra“ soll sich verzögern
- Konkrete Übernahmekandidaten sind bislang nicht bekannt
- Apple entwickelt parallel eigene Serverlösungen
Apple verarbeitet bereits einen Teil seiner KI-Anfragen in eigenen Rechenzentren und verwendet dafür selbst entwickelte Chips. Für besonders anspruchsvolle Aufgaben soll das Unternehmen jedoch weiterhin auf Nvidia-Hardware zurückgreifen, die über die Google Cloud bereitgestellt wird.
Ein Grund dafür sei, dass Apples bisherige Servertechnik nicht ausreichend auf große KI-Modelle ausgelegt ist. Die Chipentwicklung des Unternehmens konzentrierte sich über viele Jahre vor allem auf energieeffiziente Prozessoren für iPhone, iPad und Mac.
KI-Beschleuniger könnten diese Lücke schließen. Dabei handelt es sich um spezialisierte Prozessoren, die Berechnungen für maschinelles Lernen schneller und effizienter ausführen als herkömmliche CPUs.
Ein KI-Beschleuniger ist ein spezialisierter Prozessor für Berechnungen des maschinellen Lernens. Er verarbeitet große Datenmengen parallel und kann KI-Modelle dadurch schneller sowie energieeffizienter ausführen als eine gewöhnliche CPU.
Eigenes Serverprojekt soll sich verzögern
Parallel zu möglichen Übernahmen arbeitet Apple laut dem Bericht an einem eigenen KI-Serverchip mit dem internen Codenamen „Baltra“. Dessen Einführung sei ursprünglich für 2026 vorgesehen gewesen, habe sich inzwischen aber verzögert.
Darüber hinaus soll Apple Serverlösungen auf Basis eigener Ultra-Chips entwickeln. Eine Variante auf Grundlage des M7 Ultra könnte dem Bericht zufolge deutlich mehr Arbeitsspeicher und eine höhere KI-Leistung bieten, wäre allerdings voraussichtlich nicht vor 2029 einsatzbereit.
Zusammenarbeit mit Broadcom läuft weiter
Apple verfolgt offenbar mehrere Wege, um die Abhängigkeit von Nvidia zu reduzieren. Neben der eigenen Chipentwicklung arbeitet das Unternehmen bereits mit Broadcom an Serverprozessoren für KI-Anwendungen. Diese Kooperation soll bis 2031 verlängert worden sein.
Der Kauf eines spezialisierten Halbleiterunternehmens könnte Apple schneller Zugang zu erfahrenen Entwicklern, eigenen Architekturen und bereits erprobter Servertechnik verschaffen. Welche Firmen als mögliche Kandidaten gelten, nennt der Bericht allerdings nicht.
Größere Übernahmen wären für Apple ungewöhnlich
Apple übernimmt regelmäßig kleinere Technologieunternehmen, vermeidet üblicherweise aber besonders große Transaktionen. Eine Ausnahme war der Kauf von Beats Electronics für 3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2014.
Auch Apples heutige Chipkompetenz geht teilweise auf eine Übernahme zurück. Im Jahr 2008 kaufte der Konzern den Prozessorentwickler PA Semi. Dessen Technik und Mitarbeiter bildeten eine wichtige Grundlage für Apples spätere Eigenentwicklungen.









