Google baut das Geschäftsmodell des Play Store um. Das Unternehmen hat offiziell angekündigt, Entwicklern mehr Zahlungsoptionen zu geben und die bisherige Gebührenstruktur durch ein neues, gestaffeltes Modell zu ersetzen. Der Schritt betrifft zunächst die USA, den Europäischen Wirtschaftsraum und Großbritannien.
- Google ersetzt die pauschale Play-Store-Gebühr durch ein gestaffeltes Modell.
- Der Start erfolgt am 30. Juni 2026 in den USA, im Europäischen Wirtschaftsraum und in Großbritannien.
- Entwickler dürfen alternative Zahlungssysteme und externe Weblinks anbieten.
- Für Google Plays eigenes Bezahlsystem fällt in diesen Regionen zusätzlich eine Gebühr von 5 Prozent an.
- Der weltweite Rollout soll bis Ende September 2027 abgeschlossen sein.
Die Änderungen starten dort am 30. Juni 2026. Entwickler können dann neben Google Plays eigenem Bezahlsystem auch alternative Zahlungssysteme anbieten oder Nutzer auf die eigene Website für Käufe weiterleiten. Google spricht dabei von einer größeren Trennung zwischen der Servicegebühr für den Play Store und einer zusätzlichen Gebühr für die Zahlungsabwicklung.
Neue Gebühren statt pauschaler 30 Prozent
Bislang wurde der Play Store häufig mit einer Abgabe von bis zu 30 Prozent verbunden. Dieses einfache Bild wird künftig durch mehrere Stufen ersetzt. Für die ersten 1 Million US-Dollar an jährlichen Einnahmen soll eine Servicegebühr von 10 Prozent gelten. Diese 10 Prozent gelten außerdem für automatisch verlängerte Abonnements.
Die Servicegebühr ist der Anteil, den Google für die Nutzung des Play Store verlangt. Sie ist von der eigentlichen Zahlungsabwicklung getrennt. Auch wenn ein Entwickler ein alternatives Bezahlsystem nutzt, kann Google weiterhin eine Servicegebühr erheben.
Bei neuen Installationen liegt die Standard-Servicegebühr für andere In-App-Käufe laut Google künftig bei 20 Prozent. Für bestehende Installationen kann sie bei bestimmten Transaktionen höher ausfallen. Nutzt ein Entwickler zusätzlich Google Plays Bezahlsystem, kommt in den USA, im Europäischen Wirtschaftsraum und in Großbritannien eine Abwicklungsgebühr von 5 Prozent hinzu. Bei alternativen Zahlungssystemen oder externen Weblinks fällt diese zusätzliche Billing-Gebühr nicht an.
Programme für niedrigere Sätze
Google führt außerdem neue beziehungsweise überarbeitete Programme ein, mit denen Entwickler niedrigere Gebühren erreichen können. Dazu gehören das neue „Apps Experience“-Programm und das überarbeitete „Games Level Up“-Programm. Apps und Spiele müssen dafür bestimmte Anforderungen erfüllen, etwa in Bereichen wie Qualität, Performance, Sicherheit und plattformübergreifender Nutzung.
Für teilnehmende Apps und Spiele sieht Google niedrigere Sätze vor. Bei neuen Installationen können bestimmte nicht wiederkehrende Transaktionen auf 15 Prozent sinken, bei bestehenden Installationen auf 20 Prozent. Die neuen Programmkonditionen sollen ab dem 30. September 2026 verfügbar werden.
Weltweiter Ausbau folgt später
Der Rollout erfolgt gestaffelt. Nach dem Start in den USA, im Europäischen Wirtschaftsraum und in Großbritannien am 30. Juni 2026 folgt Australien am 30. September 2026. Japan und Südkorea sollen am 31. Dezember 2026 dazukommen. Der Rest der Welt ist nach aktuellem Plan für den 30. September 2027 vorgesehen.
Hintergrund ist der seit Jahren laufende Druck auf große App-Store-Betreiber. In den USA spielte vor allem der Rechtsstreit zwischen Epic Games und Google eine zentrale Rolle. In Europa steht der Play Store zusätzlich unter Beobachtung durch den Digital Markets Act, der großen Plattformbetreibern strengere Regeln für Wettbewerb und Zugang auferlegt.
Für Android-Nutzer könnte die Änderung langfristig bedeuten, dass mehr Apps verschiedene Bezahlwege anbieten. Ob dadurch Preise sichtbar sinken, hängt allerdings von den einzelnen Entwicklern ab. Google erhebt auch bei externen Zahlungen weiterhin Servicegebühren, nur die zusätzliche Gebühr für die Zahlungsabwicklung entfällt in bestimmten Fällen.








