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Firefox will zurück an die Spitze - warum das gut für alle ist

Vor Jahren wollte Mozilla mit dem Firefox-Browser den damaligen Marktführer Internet Explorer von Microsoft überholen und eine eine echte Alternative bieten. Das gelang, bis Google seinen eigenen Browser Chrome entwickelte und Firefox immer weiter zurückdrängte. Nun will Mozilla wieder auf die Überholspur. Eine positive Nachricht, nicht nur für Firefox-Anhänger.

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Vor einigen Jahren machte eine Karikatur in den sozialen Netzwerken und Foren die Runde. Darauf war zu sehen, wie sich der Firefox-Browser und Google Chrome miteinander stritten, während der Internetexplorer von Microsoft im Hintergrund Klebstoff aß. 2011 war die Grundaussage der etwas überspitzten Zeichnung noch zutreffend, Firefox und Chrome lieferten sich mit je knapp 25% Marktanteil einen Schlagabtausch um den ersten Platz im Browser-Markt, während die Zahlen des Internetexplorers in den Keller rasselten. Heute, im Jahr 2017, sieht der Markt ganz anders aus und Chrome scheint den Wettbewerb mit knapp 60% klar gewonnen zu haben. Selbst Safari, inzwischen nur noch auf Apple-Geräten nutzbar und damit im Vergleich zur Konkurrenz limitiert, hat Firefox mit knapp 10% fast eingeholt. Der neuste Versuch von Microsoft, namens Edge, wächst zwar langsam, spielt mit rund 5% Marktanteil aber keine große Rolle. 

Das sich das Bild in knapp sechs Jahren so gewandelt hat, hat natürlich seine Gründe. Google investierte sehr viel Geld und Entwicklungs-Know-How in seinen eigenen Browser und überzeugt vor allem durch seine Stabilität und Geschwindigkeit. Mozilla hingegen, schien mit seiner Entwicklung lange fast hilflos und untätig gegen die Konkurrenz. Firefox wurde im Vergleich immer langsamer und kämpfte mit regelmäßigen Abstürzen und Bugs. Viele der Nutzer stiegen auf andere Anbieter um und der Ruf, den Firefox einmal genoss, verblasste immer weiter.  

Version 57 soll die Wiedergeburt des Firefox werden

Aber dank Firefox Quantum soll nun alles anders werden, verspricht zumindest Mozilla seit letzter Woche. Die Version 57 des Browsers soll nicht nur eine Wiedergeburt des Firefox sein, sondern sich auch an die Spitze zurückkämpfen und Google Chrome vom ersten Platz verdrängen. Damit das funktionieren kann, wurde der Unterbau von Firefox völlig neu aufgebaut und setzt nun auf die Quantum-Engine. Ob dieses ehrgeizige Vorhaben wirklich gelingen kann, wird sich zeigen, aber selbst der Versuch ist vorteilhaft für alle Nutzer, egal mit welchem Browser sie surfen. 

Echter Wettbewerb ist gut für die Nutzer

Um ein altes Sprichwort zu bedienen: Konkurrenz belebt das Geschäft. Nicht nur die Vielfalt bleibt gewahrt, auch für die Umsetzung neuer Technologien und Funktionen ist der Wettbewerb wichtig. Apple und Samsung liefern sich seit Jahren einen Schlagabtausch im Smartphonemarkt. Das fast randlose Display des Samsung Galaxy S8 ist sicherlich einer der Punkte, warum Apple das iPhone X bereits dieses Jahr veröffentlichte und Kunden von Samsung werden sich im Gegenzug dazu wahrscheinlich nächstes Jahr auf eine sicherere und bessere Gesichtserkennung freuen dürfen. Bei Browsern ist es nicht anders, der Geschwindigkeitszuwachs des Chrome-Browsers führte mittelfristig dazu, dass auch die anderen Anbieter in diese Richtung entwickeln und zum Beispiel Apple mit Safari immer wieder einen Fokus auf Geschwindigkeit legt. 

Darüber hinaus ist ein Browser-Monopol in der Hand von Google nicht erstrebenswert. Google dominiert bereits viele Märkte und verdient ganz offen sein Geld unter anderem mit den Daten seiner Kunden. Ein freier Browser wie Firefox, als ebenbürtiger Konkurrent, ist also wichtig und gut für alle Nutzer, egal auf welchem Betriebssystem und ob man mit Safari, Edge, dem Internet Explorer, Chrome oder Firefox surft. Hoffentlich gelingt die Wiedergeburt also.

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Firefox 57 - Quantum - ist wieder schnell. Nur hat sich die RSS-Verwaltung verschluckt. Die in der Lesezeichenleiste als dynamische Lesezeichen gespeicherten RSS-Feeds sind seit dem Update leer, allerdings nicht bei allen. Versucht man mit dem RSS-Symbol (rechts oben neben Bibliotheken) den Feed erneut zu abonnieren, bleibt der Feed ebenfalls leer. Das ist die einzige kleine "Verschlimmbesserung", die mich momentan aufregt, sonst bin ich mit dem neuen FF sehr zufrieden.

Liebe MacLife Redakteure,
ihr müsst eure Texte mal lesen - und korrigieren - bevor ihr sie online stellt. Oder die Texte zuvor einem Lektorat senden. Es sind in beinahe jedem Bericht reichlich Rechtschreib- und Grammatikfehler.

Da kann leicht der Eindruck entstehen, dass die Redakteure nicht gut (aus)gebildet sind.

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