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Apple will 2025 Betrug in Milliardenhöhe verhindert haben

Apple hat neue Zahlen zur Betrugsabwehr im App Store veröffentlicht. Demnach wurden 2025 potenziell betrügerische Transaktionen im Wert von mehr als 2,2 Milliarden US-Dollar verhindert.

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Apple hat neue Zahlen zur Sicherheit des App Store veröffentlicht. Demnach hat das Unternehmen im Jahr 2025 potenziell betrügerische Transaktionen im Wert von mehr als 2,2 Milliarden US-Dollar verhindert. Über die vergangenen sechs Jahre hinweg summiere sich der verhinderte Schaden laut Apple auf mehr als 11,2 Milliarden US-Dollar.

Quickread: Auf einen Blick
  • Apple meldet für 2025 verhinderte betrügerische Transaktionen im Wert von mehr als 2,2 Milliarden US-Dollar
  • Mehr als zwei Millionen App-Einreichungen wurden laut Unternehmen abgelehnt
  • Über 1,1 Milliarden Versuche zur Erstellung betrügerischer Kundenaccounts wurden blockiert
  • Fast 195 Millionen betrügerische Bewertungen und Rezensionen sollen vor der Veröffentlichung gestoppt worden sein
  • Die Zahlen stammen aus einer offiziellen Apple-Mitteilung und sind als Unternehmensangaben einzuordnen

Die Zahlen stammen aus einer offiziellen Mitteilung des Unternehmens und sind entsprechend als Selbstauskunft einzuordnen. Apple betont darin vor allem den Mix aus menschlicher Prüfung, maschinellem Lernen und automatisierten Schutzsystemen. Ziel sei es, betrügerische Apps, gefälschte Accounts, manipulierte Bewertungen und Zahlungsbetrug früher zu erkennen.

Mehr als zwei Millionen App-Einreichungen abgelehnt

Ein zentraler Punkt ist der App-Review-Prozess. Apple gibt an, 2025 mehr als 9,1 Millionen App-Einreichungen geprüft zu haben. Mehr als zwei Millionen davon wurden demnach abgelehnt, weil sie nicht den App-Store-Richtlinien entsprachen. Darunter waren laut Unternehmen mehr als 1,2 Millionen neue Apps und knapp 800.000 App-Updates.

Apple verweist dabei auch auf den zunehmenden Einsatz leistungsfähiger KI-Entwicklungstools, durch die mehr Apps und Updates eingereicht würden. Die Prüfung selbst kombiniert nach Angaben des Unternehmens weiterhin menschliche Kontrolle mit automatisierten Systemen, die verdächtige Muster erkennen sollen.

KI-gestützte App-Prüfung erklärt!

Bei einer KI-gestützten App-Prüfung helfen automatische Systeme dabei, auffällige Muster in Apps, Updates, Accounts oder Bewertungen zu erkennen. Die Entscheidung liegt dabei nicht zwingend allein bei der Software. Apple beschreibt den eigenen Prozess als Kombination aus maschineller Analyse und menschlicher Kontrolle.

Besonders problematisch sind laut Apple Apps, die nach außen zunächst harmlos wirken, später aber für Betrug eingesetzt werden. 2025 habe das Unternehmen fast 59.000 Apps entfernt, die solche Lockvogelmethoden genutzt haben sollen. Zusätzlich wurden mehr als 22.000 Einreichungen wegen versteckter oder nicht dokumentierter Funktionen abgelehnt.

Fake-Accounts, manipulierte Bewertungen und gestohlene Kreditkarten

Auch bei Accounts nennt Apple hohe Zahlen. 2025 seien mehr als 1,1 Milliarden Versuche blockiert worden, betrügerische Kundenaccounts zu erstellen. Weitere 40,4 Millionen Kundenaccounts wurden laut Apple wegen Betrugs oder Missbrauchs deaktiviert. Auf Entwicklerseite kündigte Apple nach eigenen Angaben 193.000 Accounts wegen Betrugsverdachts und lehnte mehr als 138.000 Entwicklerregistrierungen ab.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Bewertungen und Rezensionen. Apple gibt an, 2025 mehr als 1,3 Milliarden Bewertungen und Rezensionen verarbeitet zu haben. Fast 195 Millionen davon seien als betrügerisch erkannt und vor der Veröffentlichung blockiert worden. Zudem habe Apple fast 7.800 irreführende Apps daran gehindert, in Suchergebnissen aufzutauchen, und rund 11.500 Apps aus den App-Store-Charts entfernt.

Beim Zahlungsbetrug nennt Apple ebenfalls konkrete Zahlen. Der Einsatz von mehr als 5,4 Millionen gestohlenen Kreditkarten für betrügerische Käufe sei verhindert worden. Fast zwei Millionen Nutzeraccounts wurden laut Unternehmen dauerhaft für weitere Transaktionen gesperrt.

Apple nutzt Sicherheitszahlen auch als Plattformargument

Die Veröffentlichung ist nicht nur ein Sicherheitsbericht, sondern auch ein politisches und wirtschaftliches Signal. Apple steht seit Jahren wegen der Kontrolle über den App Store unter Druck, unter anderem durch Regulierer und Entwickler. Mit den neuen Zahlen unterstreicht das Unternehmen, dass die geschlossene Struktur des App Store aus seiner Sicht ein wichtiger Schutzfaktor für Nutzer:innen und seriöse Entwickler:innen ist.

Gleichzeitig ersetzt die Mitteilung keine unabhängige Prüfung der genannten Zahlen. Apple legt nicht im Detail offen, wie einzelne Betrugsversuche bewertet, gezählt oder finanziell beziffert wurden. Für Nutzer:innen bleibt dennoch relevant, dass sich Betrugsversuche im App-Ökosystem längst nicht nur auf klassische Schadsoftware beschränken. Manipulierte Bewertungen, gefälschte Accounts, irreführende Apps und Zahlungsbetrug gehören inzwischen ebenso dazu.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Apples Veröffentlichung wirkt nicht zufällig platziert. Die neuen Betrugszahlen erscheinen in einer Phase, in der der App Store politisch, juristisch und wirtschaftlich weiter unter Druck steht. Erst gestern kehrte Fortnite wieder in den App Store zurück – weltweit mit Ausnahme Australiens. Vor diesem Hintergrund liest sich Apples Mitteilung auch als Versuch, die eigene Kontrolle über den App Store als Sicherheitsvorteil zu erklären.

Die Zahlen sind durchaus relevant: Betrug, manipulierte Bewertungen und gefälschte Accounts sind reale Probleme. Gleichzeitig bleibt offen, wie Apple einzelne Fälle bewertet und welche Methoden hinter den Summen stehen. Die Veröffentlichung ist deshalb nicht nur Sicherheitsbericht, sondern auch Plattformargument.

Am Ende wird entscheidend sein, wie Gerichte und Regulierer Apples Rolle einordnen. Dass der App Store Schutzmechanismen bietet, beantwortet noch nicht automatisch die Frage, wie weit Apples Kontrolle über App-Vertrieb und Zahlungen reichen darf.

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