Apple baut seine Bedienungshilfen weiter aus und setzt dabei stärker auf Apple Intelligence. In einer Pressemitteilung hat das Unternehmen mehrere neue Funktionen angekündigt, die im Laufe dieses Jahres für iPhone, iPad, Mac, Apple TV und Apple Vision Pro erscheinen sollen. Die Neuerungen richten sich unter anderem an blinde oder sehbehinderte Menschen, gehörlose oder schwerhörige Nutzer:innen sowie Personen mit motorischen Einschränkungen.
- Apple hat neue Bedienungshilfen für iPhone, iPad, Mac, Apple TV und Vision Pro angekündigt.
- Apple Intelligence soll VoiceOver, Lupe, Sprachsteuerung und den Reader für Bedienungshilfen erweitern.
- Videos ohne Untertitel sollen automatisch erzeugte Untertitel erhalten.
- Die Vision Pro soll kompatible Elektrorollstühle per Eye-Tracking steuern können.
- Viele Funktionen sollen im Laufe dieses Jahres verfügbar werden.
Zu den wichtigsten Änderungen gehören detailliertere Bildbeschreibungen in VoiceOver, neue Möglichkeiten für die Lupe, eine natürlichere Sprachsteuerung und automatisch generierte Untertitel für Videos ohne vorhandene Untertitel. Apple betont dabei, dass viele Funktionen direkt auf dem Gerät verarbeitet werden sollen.
Apple Intelligence wird zur Bedienhilfe
VoiceOver soll künftig mithilfe von Apple Intelligence genauere Beschreibungen visueller Inhalte liefern. Das betrifft laut Apple nicht nur Fotos, sondern auch gescannte Rechnungen, Dokumente und andere Bildinhalte auf dem Bildschirm. Für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen kann das vor allem dann hilfreich sein, wenn Apps oder Inhalte selbst keine ausreichenden Beschreibungen mitbringen.
Apple Intelligence ist Apples System für KI-Funktionen auf iPhone, iPad, Mac und weiteren Geräten. Es kann Texte, Sprache und Bilder verarbeiten und soll viele Aufgaben direkt auf dem Gerät ausführen, damit weniger persönliche Daten an Server übertragen werden müssen.
Auch die Live-Erkennung wird erweitert. Nutzer:innen sollen über die Aktionstaste des iPhone Fragen zu dem stellen können, was die Kamera gerade erfasst. Anschließend kann das System eine Antwort liefern; Folgefragen in natürlicher Sprache sollen ebenfalls möglich sein. Die Lupe erhält ähnliche Funktionen, aber in einer kontrastreichen Oberfläche, die stärker auf sehbehinderte Anwender:innen ausgelegt ist.
Sprachsteuerung versteht natürlichere Befehle
Apple überarbeitet außerdem die Sprachsteuerung. Statt sich genaue Bezeichnungen, Nummern oder feste Kommandos merken zu müssen, sollen Nutzende künftig Elemente auf dem Bildschirm natürlicher beschreiben können. Apple nennt als Beispiel Befehle wie „Gehe auf den violetten Ordner“.
Das ist auch deshalb relevant, weil nicht jede App ihre Bedienelemente sauber für Bedienungshilfen auszeichnet. Eine flexiblere Sprachsteuerung kann solche Schwächen nicht vollständig beheben, aber in bestimmten Situationen überbrücken.
Reader verarbeitet komplexere Dokumente
Der Reader für Bedienungshilfen soll ebenfalls von Apple Intelligence profitieren. Apple nennt hier komplexere Texte wie wissenschaftliche Artikel, mehrspaltige Layouts, Tabellen und eingebettete Bilder. Der Reader soll solche Inhalte besser aufbereiten und in eine leichter lesbare Darstellung bringen.
Neu sind außerdem Zusammenfassungen auf Abruf sowie eine integrierte Übersetzung. Dabei sollen individuelle Einstellungen wie Schriftart, Farben und Formatierungen erhalten bleiben. Die Funktion richtet sich laut Apple unter anderem an Menschen mit Legasthenie oder eingeschränktem Sehvermögen.
Automatische Untertitel im Apple-Ökosystem
Eine weitere Neuerung betrifft Videos ohne vorhandene Untertitel. Apple will automatisch generierte Untertitel für gesprochene Inhalte einführen. Das soll unter anderem bei selbst aufgenommenen Videos, geteilten Clips aus dem privaten Umfeld und gestreamten Inhalten funktionieren.
Die Untertitel werden laut Apple per On-Device-Spracherkennung erstellt. Sie sollen auf iPhone, iPad, Mac, Apple TV und Apple Vision Pro erscheinen, wenn ein Video keine Untertitel enthält. Die Darstellung lässt sich über die Videowiedergabe oder die Systemeinstellungen anpassen.
Vision Pro soll Elektrorollstühle steuern können
Für die Apple Vision Pro kündigt Apple eine besonders spezielle Funktion an: Nutzerinnen und Nutzer sollen kompatible Elektrorollstühle über Augenbewegungen steuern können. Die Funktion nutzt das Eye-Tracking der Vision Pro und richtet sich an Menschen, für die eine klassische Joystick-Steuerung nicht oder nur eingeschränkt möglich ist.
Zum Start soll die Funktion in den USA mit alternativen Antriebssystemen von Tolt und LUCI verfügbar sein. Unterstützt werden laut Apple sowohl Bluetooth- als auch kabelgebundene Verbindungen. Das Unternehmen will die Unterstützung später auf weitere Rollstuhl-Antriebssysteme ausweiten.
Weitere Updates für tvOS, Hörgeräte und Gaming
Daneben nennt Apple mehrere kleinere Neuerungen. In visionOS sollen Fahrzeugbewegungshinweise eingeführt werden, die Reisekrankheit bei der Nutzung der Vision Pro in fahrenden Fahrzeugen verringern können. Außerdem kommen Gesichtsgesten und neue Möglichkeiten zur Auswahl per Blicksteuerung hinzu.
Hörgeräte mit „Made for iPhone“-Unterstützung sollen zuverlässiger mit Apple-Geräten gekoppelt werden und einfacher zwischen Geräten wechseln. tvOS bekommt Unterstützung für größeren Text. Für gehörlose und schwerhörige Anwender wird die Namenserkennung auf mehr als 50 Sprachen ausgeweitet.
Auch beim Gaming gibt es eine Ergänzung: Der Sony Access Controller lässt sich künftig als Gamecontroller mit iOS, iPadOS und macOS verbinden. Dabei können Tasten, Stick und zusätzliche Schalter individuell belegt werden.
Adaptives MagSafe-Zubehör ab sofort erhältlich
Unabhängig von den kommenden Softwarefunktionen bringt Apple den Hikawa Grip & Stand für iPhone weltweit in den Online Store. Das MagSafe-Zubehör wurde mit Blick auf Barrierefreiheit entwickelt und soll Menschen helfen, das iPhone je nach Kraft, Mobilität und Greiffähigkeit besser zu halten oder aufzustellen.
Die Software-Neuerungen sollen im Laufe des Jahres erscheinen. Einen exakten Termin für die einzelnen Funktionen nennt Apple in der Mitteilung nicht.








