Apple baut seine Hardware-Organisation offenbar weiter um. Laut einem Bericht von Bloomberg will Johny Srouji die Arbeit an künftigen Geräten beschleunigen und Apples Chip-Teams enger mit den Produktgruppen verzahnen.
- Johny Srouji baut Apples Hardware-Organisation laut Bericht weiter um.
- Ziel soll eine schnellere Entwicklung künftiger Geräte sein.
- Apple will Chip-Teams und Produktgruppen enger verzahnen.
- Das Product Design soll stärker auf mehrere Führungskräfte verteilt werden.
- Ein neues Team soll sich um Plattformen, Ökosysteme und Partnerschaften kümmern.
Srouji ist seit April Apples Chief Hardware Officer. Apple hatte damals offiziell mitgeteilt, dass er zusätzlich zur Hardware-Technologie auch den Bereich Hardware Engineering übernimmt. Damit liegen zentrale Hardware-Disziplinen, von Apple Silicon bis Produktentwicklung, stärker unter einer gemeinsamen Führung.
Neue Zuständigkeiten beim Product Design
Die größte Veränderung soll laut Bericht das Product Design betreffen. Gemeint ist bei Apple nicht das reine Industriedesign, sondern die technische Umsetzung von Konzepten in marktreife Geräte. Diese Verantwortung soll künftig nicht mehr zentral bei Kate Bergeron liegen, sondern stärker auf Shelly Goldberg und Dave Pakula verteilt werden.
Product Design beschreibt bei Apple die technische Umsetzung eines Geräts. Dabei geht es nicht nur um das Aussehen, sondern auch darum, wie ein Konzept als funktionierendes, produzierbares Produkt realisiert wird.
Goldberg soll bereits für diese Funktion beim Mac zuständig sein. Pakula soll entsprechende Aufgaben bei Apple Watch, iPad und AirPods verantwortet haben. Beim iPhone soll Richard Dinh, ein langjähriger Vertrauter von John Ternus, weiterhin das Product Design leiten.
Mehr Nähe zwischen Chips und Geräten
Dem Bericht zufolge geht es Srouji nicht nur um schnellere Abläufe. Apple wolle auch die Teams, die an eigenen Chips arbeiten, besser mit den Gruppen verbinden, die konkrete Produkte entwickeln. Das passt zu Sroujis bisheriger Rolle: Er gilt seit Jahren als zentrale Figur hinter Apples Chip-Strategie und war unter anderem an der Entwicklung eigener Prozessoren beteiligt.
Zusätzlich soll Apple ein neues Team mit dem Namen „Ecosystems Platforms and Partnerships“ schaffen. Geführt werden soll es von Matt Costello und Kevin Lynch. Lynch arbeitet dem Bericht zufolge an Robotik-Projekten bei Apple, Costello verantwortet Produkte aus den Bereichen Home und Audio.
Umbau nach Führungswechsel
Der aktuelle Umbau folgt auf größere Veränderungen in Apples Führung. Apple hatte im April bekannt gegeben, dass Srouji zum Chief Hardware Officer ernannt wird. Parallel wurde John Ternus als künftiger CEO angekündigt, der den Posten am 1. September übernehmen soll.
Bloomberg hatte zuvor berichtet, dass Apples kombinierte Hardware-Organisation künftig in fünf Bereiche gegliedert werden soll: Hardware Engineering, Silicon, Advanced Technologies, Platform Architecture und Project Management. Die nun beschriebenen Änderungen wirken wie ein weiterer Schritt, diese neue Struktur mit konkreten Zuständigkeiten zu füllen.
Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das zunächst keine unmittelbare Produktankündigung. Intern könnte die Neuordnung aber beeinflussen, wie schnell Apple neue Geräte entwickelt – und wie eng eigene Chips, Plattformarchitektur und Produktdesign künftig zusammenarbeiten.

Die größere offene Baustelle liegt aus Nutzersicht aber woanders. Softwarequalität, Siri, iCloud und Apples Online-Dienste bräuchten im Grunde dieselbe Behandlung: weniger Reibung, klarere Zuständigkeiten, mehr Konsequenz. Eine effizientere Hardware-Organisation ist sinnvoll. Sie ändert aber nichts daran, dass Apple gerade bei Software nicht mehr so selbstverständlich überlegen wirkt wie früher.









