Mit dem bevorstehenden Wechsel an der Spitze von Apple richten sich die Blicke zunehmend auf die Strategie von John Ternus. Der bisherige Hardware-Chef übernimmt am 1. September 2026 den CEO-Posten von Tim Cook. Bank-of-America-Analyst Wamsi Mohan hält es für möglich, dass Apple unter Ternus bei Investitionen und neuen Produkten risikofreudiger vorgeht.
- John Ternus wird am 1. September 2026 neuer Apple-CEO
- Bank of America erwartet unter ihm möglicherweise eine höhere Risikobereitschaft
- Mehr Ausgaben für Forschung, CapEx und größere Übernahmen gelten als denkbar
- KI-Brillen, Smart Rings und Robotik sind Analystenszenarien, keine bestätigten Apple-Produkte
Mehr Geld für Forschung und mögliche Übernahmen
Mohan verweist laut einem Bericht über eine aktuelle Analyse der Bank of America unter anderem auf Apples veränderten Umgang mit seinen Finanzreserven. Dies könne ein Hinweis darauf sein, dass das Unternehmen künftig mehr Kapital einsetzen will. Denkbar seien höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung, steigende CapEx-Investitionen und auch größere Übernahmen.
CapEx steht für „Capital Expenditures“, also Investitionsausgaben eines Unternehmens. Dazu zählen beispielsweise Ausgaben für Produktionsanlagen, Rechenzentren, Maschinen oder andere langfristig genutzte Infrastruktur.
Dabei handelt es sich allerdings um eine Einschätzung des Analysten und nicht um angekündigte Pläne von Apple. Die Bank of America erwartet demnach vor allem einen möglichen Wechsel bei der Risikobereitschaft. Die unter Tim Cook etablierte Strategie mit starkem Fokus auf operative Effizienz und hohe Profitabilität soll nach Ansicht der Bank grundsätzlich bestehen bleiben.
KI-Brillen, Smart Rings und Robotik
Auch bei neuen Produktkategorien könnte Ternus nach Einschätzung der Bank schneller vorgehen. Genannt werden unter anderem KI-Brillen, AirPods mit integrierten Kameras, Smart Rings sowie Produkte aus den Bereichen Heimautomatisierung, persönliche KI-Assistenten und Robotik.
Diese Aufzählung ist nicht als Produkt-Roadmap von Apple zu verstehen. Sie beschreibt Bereiche, in denen die Analysten aufgrund von Apples Technologien und Marktposition Potenzial sehen. Eine Bestätigung für entsprechende Geräte oder konkrete Veröffentlichungstermine gibt es damit nicht.
Apple könnte seine vorhandenen Stärken dabei stärker mit künstlicher Intelligenz verbinden. Die Bank verweist unter anderem auf eigene Chips, die Kontrolle über Hardware und Betriebssysteme, Datenschutztechnologien sowie KI-Berechnungen direkt auf den Geräten.
CEO-Wechsel ist bereits beschlossen
Der Führungswechsel selbst ist dagegen offiziell. Apple hatte am 20. April angekündigt, dass Ternus am 1. September 2026 neuer CEO wird. Tim Cook wechselt anschließend in die Rolle des Executive Chairman und bleibt damit weiterhin in das Unternehmen eingebunden.
Ternus ist seit vielen Jahren für Apples Hardwareentwicklung verantwortlich und war unter anderem an der Entwicklung zahlreicher Mac-, iPhone-, iPad- und AirPods-Generationen beteiligt. Apple hat bei der Bekanntgabe des Wechsels vor allem die Kontinuität zwischen Cook und seinem Nachfolger betont.
Wie stark Ternus die Strategie tatsächlich verändert, dürfte sich deshalb erst nach seinem Amtsantritt zeigen. Die Bank of America hält an ihrer Kaufempfehlung für die Apple-Aktie fest und sieht gerade neue Produkte, KI sowie einen möglicherweise offensiveren Kapitaleinsatz als mögliche Wachstumstreiber.










