Apple prüft offenbar eine neue Option für seine Speicher-Lieferkette. Laut Financial Times testet der Konzern DRAM-Chips des chinesischen Herstellers ChangXin Memory Technologies, kurz CXMT. Die Bauteile sollen demnach vor allem für Geräte infrage kommen, die in China verkauft werden.
- Apple soll DRAM-Chips von CXMT testen.
- Ein Einsatz in Seriengeräten ist nicht bestätigt.
- CXMT ist ein staatlich unterstützter Speicherhersteller aus China.
- Die US-Politik bewertet den Anbieter kritisch.
- Für Apple geht es auch um Kosten, Verfügbarkeit und Verhandlungsspielraum.
Ein Vertrag oder ein Einsatz in Seriengeräten soll noch nicht beschlossen sein. Die Tests würden vielmehr der technischen Qualifizierung dienen – also jenem Prozess, mit dem Apple potenzielle Zulieferer auf Qualität, Zuverlässigkeit und Produktionsreife prüft.
DRAM ist der Arbeitsspeicher eines Geräts. Er hält Daten bereit, die Prozessor und System gerade aktiv benötigen. Anders als Flash-Speicher speichert DRAM Inhalte nicht dauerhaft, sondern nur während des Betriebs.
Warum Apple neue Speicherquellen prüft
Apple bezieht Speicher bislang vor allem von etablierten Anbietern wie Samsung, SK Hynix und Micron. Zusätzliche Lieferanten könnten dem Konzern mehr Spielraum bei Preisen und Verfügbarkeit geben. Das ist derzeit besonders relevant, weil die Nachfrage nach Speicher durch KI-Server hoch ist und die Kapazitäten im Markt stärker beansprucht werden.
CXMT gilt als Chinas wichtigster DRAM-Hersteller und hat seinen Marktanteil in den vergangenen Jahren ausgebaut. Laut dem Bericht kam das Unternehmen im vergangenen Jahr auf rund elf Prozent der weltweiten DRAM-Waferkapazität. Bis 2028 soll der Anteil durch neue Produktionslinien weiter steigen.
Politisches Risiko bleibt ein zentraler Punkt
Der mögliche Einsatz ist politisch heikel. CXMT steht auf einer Liste des US-Verteidigungsministeriums mit Unternehmen, denen Washington Verbindungen zum chinesischen Militär zuschreibt. Das blockiert nach aktuellem Stand nicht automatisch normale kommerzielle Käufe, erschwert aber die politische Bewertung.
Apple soll deshalb in Washington darauf drängen, mehr Sicherheit für den Einsatz von CXMT-Produkten zu bekommen. Entscheidend wäre vor allem, ob der Hersteller künftig schärferen Export- oder Handelsbeschränkungen unterworfen wird. Ein solcher Schritt könnte eine Lieferbeziehung kurzfristig unbrauchbar machen.
Nicht der erste Anlauf mit chinesischem Speicher
Apple hatte bereits 2022 versucht, chinesische Speicheranbieter stärker in die eigene Lieferkette einzubinden. Damals gab es in den USA politischen Widerstand, unter anderem gegen eine mögliche Zusammenarbeit mit YMTC. Diese Pläne wurden anschließend nicht umgesetzt.
Der aktuelle Fall unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt: Nach dem Bericht geht es zunächst um DRAM von CXMT und nicht um einen bestätigten breiten Einsatz in iPhones, Macs oder iPads. Apple würde sich mit einer erfolgreichen Qualifizierung aber die Option sichern, bei Bedarf schneller auf den Anbieter zurückgreifen zu können.








