Apple soll an zwei eigenen Gamecontrollern für das iPhone arbeiten. Bloomberg-Reporter Mark Gurman zufolge befinden sich die Zubehörprodukte bereits seit mehr als einem Jahr in Entwicklung. Auf den Markt kommen könnten sie allerdings nicht unter dem Namen Apple, sondern mit Beats-Branding.
- Apple soll zwei eigene Gamecontroller für das iPhone entwickeln
- Die Projekte laufen laut Mark Gurman seit mehr als einem Jahr
- Im macOS-Code tauchten die Modelle T6502 und T1057 auf
- Einer der Controller unterstützt offenbar Bewegungssensoren
- Die Geräte könnten unter der Marke Beats erscheinen
Hinweise auf zwei bislang unbekannte Controller waren bereits Anfang September in einer Vorabversion von macOS 26.7 entdeckt worden. Dort tauchten Geräte mit den internen Bezeichnungen T6502 und T1057 auf. Die Einträge deuteten unter anderem auf Steuerkreuz, Analogsticks, Schultertasten, Trigger sowie haptisches Feedback hin.
Zwei unterschiedliche Controller in Entwicklung
Den Code-Funden zufolge unterscheiden sich die beiden Modelle in einigen Punkten. Für T1057 waren unter anderem ein Beschleunigungssensor und ein Gyroskop hinterlegt, womit sich Bewegungssteuerung umsetzen ließe. Beim zweiten Modell fehlten entsprechende Hinweise.
Beide Geräte wurden in macOS als „Made for iPhone“-Controller geführt. Apples MFi-Programm definiert technische Vorgaben für Zubehör, das mit iPhone und anderen Apple-Geräten zusammenarbeitet. Aus den Einträgen allein lässt sich allerdings nicht ableiten, wie die Controller aussehen oder ob beide tatsächlich als fertige Produkte erscheinen werden.
MFi steht für „Made for iPhone“ und bezeichnet Apples Zertifizierungsprogramm für kompatibles Zubehör. Dazu gehören auch Gamecontroller, die definierte Eingaben und Funktionen auf Apple-Geräten unterstützen.
Interessant war zudem, dass T1057 nicht nur mit Apple-Kennungen für USB und Bluetooth auftauchte, sondern auch eine USB-Kennung von Beats verwendete. Das passte bereits zu der Vermutung, dass Apples Tochtermarke an dem Projekt beteiligt sein könnte.
Beats könnte als Marke herhalten
Gurman zufolge wird die Entwicklung von Führungskräften aus dem Beats-Umfeld betreut. Er hält es daher für wahrscheinlich, dass die Controller letztlich unter der Marke Beats verkauft werden.
Apple hatte Beats 2014 übernommen. Die Marke ist inzwischen nicht mehr ausschließlich auf Kopfhörer ausgerichtet, sondern bietet unter anderem auch iPhone-Hüllen und Ladekabel an. Ein Gamecontroller würde das Zubehörgeschäft um eine weitere Produktkategorie erweitern.
Welche Form die Controller annehmen sollen, ist noch unklar. Denkbar wären klassische kabellose Gamepads ebenso wie Lösungen, bei denen ein iPhone direkt in den Controller eingesetzt oder daran befestigt wird. Zu einem möglichen Design nennt der Bericht jedoch keine Details.
Apple verstärkt den Gaming-Fokus
Ein eigener Controller würde zu Apples zunehmenden Bemühungen im Spielebereich passen. iPhone, iPad, Mac und Apple TV unterstützen bereits zahlreiche MFi-Gamepads sowie Controller von PlayStation und Xbox. Gleichzeitig sind in den vergangenen Jahren mehr technisch aufwendige Spiele für Apples Plattformen erschienen.
Mit eigener Hardware könnte Apple die Abstimmung zwischen iPhone, Betriebssystem und Controller stärker kontrollieren. Ob die beiden derzeit getesteten Modelle tatsächlich in den Handel kommen, ist aber nicht bestätigt. Auch zu Preis und Veröffentlichungstermin liegen bislang keine Angaben vor.

Beim Controller kommt noch eine zweite Theorie hinzu: Beats wäre eine naheliegende Marke, falls Apple die Hardware bewusst plattformübergreifend positionieren möchte. Beats-Produkte sind seit Jahren nicht ausschließlich auf Apple-Geräte zugeschnitten. Für Android gibt es beispielsweise eine eigene Beats-App, über die sich unterstützte Kopfhörer und Lautsprecher verwalten, aktualisieren und konfigurieren lassen.
Ein unter Beats vertriebener Controller könnte deshalb theoretisch nicht nur für iPhone, iPad, Mac und Apple TV gedacht sein, sondern auch mit Windows-PCs, Android-Geräten oder anderen Spieleplattformen zusammenarbeiten. Apple könnte damit einen breiteren Markt ansprechen, ohne einen offiziell als „Apple Controller“ vermarkteten Zubehörartikel weit außerhalb des eigenen Ökosystems positionieren zu müssen.
Bislang ist das allerdings reine Einordnung. Weder eine Cross-Platform-Unterstützung noch die endgültige Vermarktung unter der Marke Beats sind bestätigt. Gerade die Kombination aus Beats-Kennung im macOS-Code und der bisherigen Ausrichtung der Marke macht beide Überlegungen aber zumindest plausibel.








