Apple bietet in macOS schon seit Jahren Automatisierungswerkzeuge – Automator gibt es bereits seit 2005 –, doch die App „Kurzbefehle“ macht das Automatisieren noch einfacher, und Apple schiebt alle sanft in Richtung der neueren App.
Kurzbefehle funktionieren auch auf iPhone, iPad und Apple Watch. Das bedeutet: Sie können iOS-/iPadOS-Kurzbefehle auf Ihrem Mac ausführen und Mac-Kurzbefehle auf Ihrem iPhone oder iPad. Auch Kurzbefehle-Widgets lassen sich auf iPhone, iPad oder dem Mac-Schreibtisch nutzen.
Kurzbefehle laufen auch auf der Apple Watch, sind dort aber eingeschränkter, da die Apple Watch kleiner und weniger leistungsstark ist. Kurzbefehle, die auf der Watch laufen, zeigen im Bereich „Über diesen Kurzbefehl“ deutlich den Hinweis „Wird auf der Apple Watch angezeigt“, wenn Sie sie aus der Galerie öffnen.
Kurzbefehle bestehen aus Gruppen von Aktionen – Befehlen, die Ihrem Gerät sagen, was es tun soll. Sie könnten etwa einen Kurzbefehl nutzen, der eine Webadresse kopiert und in eine neue E-Mail einfügt, oder einen, der ein Bild anpasst und an einem bestimmten Ort speichert. Kurzbefehle lassen sich manuell aufrufen oder als Automatisierung einrichten, die bei bestimmten Kriterien greift – etwa wenn Sie eine E-Mail von einer bestimmten Person erhalten.
Am besten lernen Sie Kurzbefehle kennen, indem Sie sich einige der Kurzbefehle in der Galerie ansehen. Wählen Sie einen Kurzbefehl aus und klicken Sie oben rechts auf die drei Punkte. So sehen Sie die Anweisungen dieses Kurzbefehls, die meist dem Muster „wenn dies passiert, hol das und mach dann jenes“ folgen. Der Kurzbefehl „Splitscreen mit Safari und Notizen“ etwa hat nur eine Anweisung: Bildschirm zwischen Safari und Notizen aufteilen. Andere sind komplexer, aber trotzdem übersichtlich, wie „Morgen-Update“ im Bereich Apple Intelligence. Dieser Kurzbefehl ruft das Wetter am aktuellen Standort ab, sucht nach heutigen Kalendereinträgen, prüft fällige Erinnerungen und liefert Ihnen eine Übersicht.
Weniger ist mehr
Die Aufgabe von Kurzbefehlen ist es, mehrere Dinge automatisch zu erledigen – ob das nun eine smarte Lichtszene bei Sonnenuntergang ist oder eine neue Aufgabe in Ihrer bevorzugten To-do-App. Und obwohl sich sehr komplexe Kurzbefehle bauen lassen, sind es oft die einfachen Kurzbefehle, die den größten Zeitgewinn bringen – weil sie genau die kleinen, lästigen Handgriffe beschleunigen, die Sie täglich erledigen: Fenster kacheln, den Hintergrund aus Bildern entfernen oder andere scheinbar unbedeutende Routineaufgaben.
Doppelklicken Sie auf einen gespeicherten Kurzbefehl und klicken Sie oben rechts auf das „i“, können Sie diesen Kurzbefehl über Spotlight verfügbar machen (und Daten aus der Spotlight-Eingabe verarbeiten), ihn zu den Optionen im Menü „Teilen“ hinzufügen, eine Schnellaktion im Kontext-Menü des Finders erstellen oder ihn zum Menü „Dienste“ hinzufügen. Sie können ihn außerdem zum Dock hinzufügen.
1: Kurzbefehl-Galerie
Sie müssen das Rad nicht neu erfinden: Die Galerie ist vollgepackt mit nützlichen, fertigen Kurzbefehlen, die Sie hinzufügen oder bearbeiten können. Hier sehen wir uns den Bereich „Kurzbefehle für macOS“ an, der einen Kurzbefehl enthält, den wir nutzen möchten.
2: Kurzbefehl auswählen
Doppelklicken Sie auf einen Kurzbefehl, um mehr zu erfahren. Nehmen wir „Text in Audio umwandeln“. Wie Sie sehen, liefert die Galerie-Seite Informationen dazu, wie Sie den Kurzbefehl nutzen und was er tut. Klicken Sie auf „Kurzbefehl hinzufügen“.
3: Kurzbefehl ansehen
Ihr neu hinzugefügter Kurzbefehl erscheint nun oben im Bereich „Mediathek > Alle Kurzbefehle“ in der Seitenleiste der App. Doppelklicken Sie auf den Kurzbefehl, um Code und Einstellungen anzusehen, oder klicken Sie auf das Wiedergabesymbol, um ihn zu testen.
4: Details entdecken
Beim Doppelklick auf einen Kurzbefehl sehen Sie zwei Bereiche: links die Aktionen, aus denen der Kurzbefehl besteht, rechts die verfügbaren Aktionen. Sie bearbeiten die Aktionen des Kurzbefehls, indem Sie sie anpassen, hinzufügen oder entfernen.
5: Kurzbefehl einrichten
Klicken Sie ganz rechts in der App „Kurzbefehle“ auf das „i“-Symbol und wählen Sie den Reiter „Details“. Hier legen Sie fest, wo Ihr Kurzbefehl verfügbar sein soll – etwa im Menü „Teilen“, in Spotlight oder bei den Schnellaktionen des Finder.
6: Kurzbefehl starten
Kehren Sie zu Ihrer Kurzbefehle-Mediathek zurück und klicken Sie auf das Wiedergabesymbol, um den Kurzbefehl zu starten – in diesem Fall, nachdem Sie aufgefordert wurden, den Text einzugeben oder einzufügen, den der Kurzbefehl in Audio umwandeln soll.
Automatisierung ist eine der stärksten Funktionen von Kurzbefehlen, weil sie Dinge basierend auf beliebigen von Ihnen gewählten Kriterien auslöst. Das macht sie zur „einmal einrichten, dann vergessen“-Funktion: Sie erstellen die Automatisierung einmal, und sie läuft, sobald Ihre Kriterien erfüllt sind.
Es gibt viele Optionen. Sie können einen Kurzbefehl erstellen, der immer dann läuft, wenn Sie sich mit einem bestimmten WLAN verbinden, wenn Sie Ihre AirPods verbinden, wenn Sie ein MacBook an einen externen Bildschirm anschließen, oder wenn ein externes Laufwerk angeschlossen wird. Sie können auch personenspezifische Kriterien für eingehende E-Mails und Nachrichten festlegen sowie für Fokus-Modi wie „Fahren“ und „Schlafen“.
Neben den Kurzbefehlen in der Galerie finden Sie Kurzbefehle online. Das Subreddit r/shortcuts auf reddit.com ist ein besonders guter Ort, um sie zu entdecken – und auch, um Probleme mit Kurzbefehlen zu lösen.
Neue Power für Ihren Mac
Dieser Artikel ist Teil unserer Serie „Neue Power für Ihren Mac“. Hier finden Sie die weiteren Teile der Serie:
- Neue Power für Ihren Mac
- Schneller Start
- Finder beschleunigen
- Effizienter arbeiten
- Apple Intelligence & Siri im Griff
- Mehr Speed mit Kurzbefehlen
- Weitere Tricks zum Ausprobieren

Wenn jemand bei der Mac Life Ordnung ins Chaos bringt, dann ist es Sven T. Möller – und das gleich in doppelter Hinsicht. Als Layouter gibt er jeder Ausgabe ihre unverwechselbare Gestalt, als Redakteur sorgt er dafür, dass Apple-Themen mit der nötigen Tiefe behandelt werden. Sven ist seit Mitte der 2000er Jahre an Bord und damit eines der echten Urgesteine des Teams. Smarthome beschäftigt ihn als Eigenheimbesitzer mit besonderer Ernsthaftigkeit – und gelegentlich auch Frustration. Außerdem ist er mit Leidenschaft Musikhörer, wobei „hören“ bei Sven gerne auch als „beschallen“ interpretiert werden darf: Tests etwa für Bluetooth-Lautsprecher verantwortet er, frei nach dem Motto „je größer und lauter, desto besser“. Sven ist Mitbegründer und Co-Host des Apple-Podcasts Schleifenquadrat.
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