Apple vs. EU

Apple wirft EU „politische Verzögerungstaktiken“ bei App-Store-Änderungen vor

Apple beschuldigt die Europäische Kommission, geforderte App-Store-Änderungen zu blockieren und stattdessen politische Verzögerungstaktiken zu nutzen.

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Der Konflikt zwischen Apple und der Europäischen Kommission über die Umsetzung des Digital Markets Act (DMA) spitzt sich weiter zu. Apple wirft der EU-Behörde vor, mit „politischen Verzögerungstaktiken“ zu arbeiten und die Implementierung notwendiger Änderungen am App Store zu blockieren.

Quickread: Auf einen Blick
  • Apple wirft der EU-Kommission vor, seit Oktober nicht auf einen eingereichten Compliance-Plan zu reagieren und damit notwendige Änderungen zu blockieren.
  • MacPaw stellt den alternativen iOS-Marketplace Setapp Mobile am 16. Februar 2026 wegen komplexer Geschäftsbedingungen ein.
  • Die EU-Kommission plant, Apple für die Schließung verantwortlich zu machen, da das Unternehmen seine Geschäftsbedingungen nicht ausreichend vereinfacht habe.

Apple beschuldigt EU-Kommission der Verzögerung

In einer Stellungnahme gegenüber Bloomberg reagierte Apple auf die Ankündigung von MacPaw, den alternativen iOS-App-Marketplace Setapp Mobile in der EU einzustellen. Das Unternehmen aus Cupertino wirft der Europäischen Kommission vor, die Umsetzung geforderter Änderungen zu verhindern:

„Die Europäische Kommission hat sich geweigert, uns die Änderungen umsetzen zu lassen, die sie selbst gefordert hat. Im Oktober haben wir einen formellen Compliance-Plan eingereicht, auf den sie bis heute nicht reagiert haben. Die Kommission nutzt politische Verzögerungstaktiken, um die Öffentlichkeit in die Irre zu führen, die Torpfosten zu verschieben und ein amerikanisches Unternehmen unfair mit belastenden Untersuchungen und harten Strafen zu überziehen.“

Setapp Mobile stellt Betrieb ein

MacPaw plant, Setapp Mobile am 16. Februar 2026 in der EU einzustellen. Als Begründung nannte das Unternehmen „komplexe Geschäftsbedingungen, die nicht zum aktuellen Geschäftsmodell von Setapp passen“. Tatsächlich hat Apple eine komplizierte Gebührenstruktur für alternative App-Marketplaces und die darüber vertriebenen Apps eingeführt.

Die Europäische Kommission bereitet sich laut Bloomberg darauf vor, Apple für die Schließung von Setapp verantwortlich zu machen. „Apple hat keine Änderungen eingeführt, um die Hauptprobleme bezüglich seiner Geschäftsbedingungen anzugehen, einschließlich ihrer Komplexität“, soll die Kommission voraussichtlich erklären.

Apples Verteidigungslinie

Apple argumentiert, dass die erwartete Vereinfachung der EU-Geschäftsbedingungen nicht erfolgen konnte, weil die Europäische Kommission die Umsetzung der Änderungen verhindert habe. Zudem behauptet das Unternehmen, dass es in Europa nur geringe Nachfrage nach alternativen App-Marketplaces gebe und Apple nicht der Grund für die Schließung von Setapp sei.

Digital Markets Act erklärt!

Der Digital Markets Act (DMA) ist ein EU-Gesetz, das seit 2023 große Tech-Plattformen reguliert. Es soll verhindern, dass Unternehmen wie Apple ihre Marktmacht missbrauchen und Wettbewerb einschränken. Der DMA verpflichtet sogenannte Gatekeeper unter anderem dazu, alternative App-Marketplaces zuzulassen und Entwickelnden mehr Freiheiten bei Zahlungssystemen zu gewähren.

Hintergrund: Der Digital Markets Act

Der Digital Markets Act ermöglicht alternative App-Marketplaces in der EU und wird von der Europäischen Kommission durchgesetzt. Die Auseinandersetzung zwischen Apple und der EU-Behörde zieht sich bereits seit Monaten hin. Im April verhängte die Kommission eine Strafe von 500 Millionen Euro gegen Apple wegen Verstößen gegen die Anti-Steering-Bestimmungen des DMA.

Apple hat bereits mehrfach versucht, seine Geschäftsbedingungen anzupassen. Im Juni führte das Unternehmen ein neues Gebührensystem ein, das eine Core Technology Commission von fünf Prozent, eine Initial Acquisition Fee von zwei Prozent und gestaffelte Store Services Fees zwischen fünf und 13 Prozent umfasst. Entwickelnde können zwischen zwei Stufen wählen, wobei die günstigere Option auf viele App-Store-Funktionen verzichtet.

Die Europäische Kommission hat bisher nicht offiziell auf Apples jüngste Vorwürfe reagiert. Der Konflikt verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen großen Tech-Konzernen und europäischen Regulierungsbehörden bei der Umsetzung neuer Wettbewerbsregeln.

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