Apple steht offenbar kurz davor, ein neues MacBook-Modell mit dem Namen „MacBook Neo“ vorzustellen. Nachdem bereits sechs neue Produkte in dieser Woche angekündigt wurden, tauchten nun weitere Details zum günstigen Einstiegsmodell auf – und zwar durch versehentlich veröffentlichte Dokumente des Unternehmens.
- Apple-Dokumente bestätigen den Namen MacBook Neo und zeigen Modellnummer A3404.
- Das Gerät bietet zwei USB-C-Ports, MagSafe-Laden und Wi-Fi 7 mit MediaTek-Chip statt Apples N1-Chip.
- Vorstellung am 4. März erwartet, Preis zwischen 599 und 899 US-Dollar.
MacBook Neo: Name durch Apple-Leak bestätigt
Der Name „MacBook Neo“ erschien kurzzeitig auf Apples Website in einem regulatorischen Dokument für die EU-Konformität. Obwohl die Seite mittlerweile entfernt wurde, konnte unter anderem MacRumors den Eintrag für das Modell A3404 dokumentieren. Bloomberg-Reporter Mark Gurman kommentierte den Fund auf Twitter mit den Worten „Cool name“ – ein ungewöhnlich direkter Hinweis auf die Echtheit des Leaks.
Die Bezeichnung „Neo“ würde eine Abkehr von Apples bisheriger Namensgebung bedeuten. Ursprünglich wurde erwartet, dass das günstige Modell schlicht „MacBook“ heißen würde – ohne die Zusätze „Air“ oder „Pro“. Mit „Neo“ scheint Apple jedoch eine neue Produktlinie etablieren zu wollen, die sich klar von den bestehenden MacBooks abgrenzt.
Technische Ausstattung: Kompromisse für den niedrigen Preis
A-Series-Chips sind Apples Prozessoren für iPhones und iPads, die auf ARM-Architektur basieren. Im Gegensatz zu den leistungsstärkeren M-Chips für Macs bieten sie weniger Rechenleistung, sind aber energieeffizienter und günstiger. Der A18 Pro im MacBook Neo liefert dennoch ausreichend Performance für alltägliche Aufgaben wie Surfen, Textverarbeitung und leichte Medienbearbeitung.
Aus den geleakten Dokumenten gehen einige technische Details hervor, die das MacBook Neo von seinen teureren Geschwistern unterscheiden. Das Gerät wird über zwei USB-C-Anschlüsse verfügen sowie einen MagSafe-Port zum Aufladen. Anders als bei aktuellen MacBook-Pro- und MacBook-Air-Modellen handelt es sich bei den USB-C-Ports jedoch nicht um Thunderbolt-Anschlüsse, da der verwendete Chip diese Technologie nicht unterstützt.
Für die drahtlose Konnektivität setzt Apple beim MacBook Neo auf Wi-Fi 7 – den neuesten WLAN-Standard. Allerdings kommt nicht Apples eigener N1-Netzwerkchip zum Einsatz, sondern ein Chip von MediaTek für Wi-Fi und Bluetooth. Dies dürfte eine Kostensparmaßnahme sein, die jedoch keine spürbaren Einschränkungen im Alltag mit sich bringen sollte.
Display und Prozessor: iPhone-Chip im MacBook
Über die genaue Displaygröße geben die Dokumente keine Auskunft, doch Gerüchte sprechen von einem 12,9-Zoll-Display. Damit wäre das MacBook Neo etwas kleiner als das 13-Zoll-MacBook-Air. Anders als bei bisherigen MacBooks soll im Neo kein M-Chip zum Einsatz kommen, sondern ein A-Series-Prozessor – vermutlich der A18 Pro oder der neuere A19 Pro, die auch in iPhones verbaut werden.
Der A18 Pro ist zwar etwa 40 Prozent langsamer als Apples aktueller M4-Chip, seine Multi-Core-CPU-Leistung entspricht jedoch praktisch der des M1-Chips aus dem MacBook Air von 2020. Für alltägliche Aufgaben wie Surfen im Internet, Textverarbeitung oder leichte Medienbearbeitung sollte die Leistung vollkommen ausreichen. Studierende und Gelegenheitsnutzende dürften mit dem MacBook Neo bestens bedient sein.
Weitere mögliche Einschränkungen des MacBook Neo
Ein Leaker, der bereits in der Vergangenheit zutreffende Informationen lieferte, hat eine Liste mit acht möglichen Einschränkungen des MacBook Neo veröffentlicht. Diese basieren auf einer internen Version von Apples Kernel Debug Kit für eine macOS-Tahoe-Beta, die im vergangenen Jahr online geleakt wurde.
Zu den genannten Kompromissen gehören eine geringere maximale Display-Helligkeit als beim MacBook Air (weniger als 500 Nits), das Fehlen von True Tone zur automatischen Farbanpassung sowie langsamere SSD-Geschwindigkeiten beim Basismodell. Zudem soll das MacBook Neo keine Schnellladefunktion bieten und auf eine Tastaturbeleuchtung verzichten.
Die Speicherkapazität wird voraussichtlich auf 256 Gigabyte und 512 Gigabyte begrenzt sein, wobei für Bildungseinrichtungen möglicherweise auch eine 128-Gigabyte-Variante angeboten wird. Optionen mit einem Terabyte oder mehr, wie sie bei MacBook Air und MacBook Pro verfügbar sind, wird es beim Neo nicht geben. Auch die Unterstützung für hochohmige Kopfhörer entfällt.
Farbenfrohe Optionen und Preisgestaltung
Ähnlich wie das iBook aus den frühen 2000er-Jahren soll das MacBook Neo in verschiedenen bunten Farben erhältlich sein. Gerüchte sprechen von Silber, Blau, Pink und Gelb – möglicherweise auch Grün. Diese Farbvielfalt würde das MacBook Neo besonders für jüngere Nutzende und Studierende attraktiv machen und es optisch klar von den eher schlicht gehaltenen MacBook-Air- und MacBook-Pro-Modellen abgrenzen.
Zum Preis gibt es noch keine offiziellen Angaben, doch Schätzungen bewegen sich zwischen 599 und 899 US-Dollar. Damit würde Apple erstmals in den Markt für günstige Laptops einsteigen und direkt mit Chromebooks sowie Windows-Einsteiger-PCs konkurrieren. Das aktuelle 13-Zoll-MacBook-Air startet bei 999 US-Dollar, sodass das MacBook Neo eine deutlich günstigere Alternative darstellen würde.
Vorstellung heute erwartet
Apple wird das MacBook Neo voraussichtlich heute vorstellen. Die Ankündigung erfolgt im Rahmen der „Apple Experience“-Veranstaltungen in New York, London und Shanghai, bei denen ausgewählte Medienvertreterinnen und Medienvertreter die Geräte bereits ausprobieren können. Ein klassisches Apple-Event mit Livestream wird es nicht geben – stattdessen dürfte die Vorstellung per Pressemitteilung erfolgen.
Neben dem MacBook Neo hat Apple in dieser Woche bereits das iPhone 17e, ein neues iPad Air mit M4-Chip, MacBook-Pro-Modelle mit M5-Pro- und M5-Max-Chips, das MacBook Air mit M5-Chip sowie ein aktualisiertes Studio Display mit Mini-LED-Technologie angekündigt. Mit dem MacBook Neo würde Apple seine Produktpalette um ein besonders attraktives Einstiegsmodell erweitern, das vor allem preisbewusste Käuferinnen und Käufer ansprechen dürfte.







