Apple nennt neue Zahlen zum App Store
Apple hat neue Zahlen zur wirtschaftlichen Bedeutung des App Store veröffentlicht. Laut einer von der Analysis Group erstellten Studie soll das weltweite App-Store-Ökosystem im Jahr 2025 Umsätze und Verkäufe von mehr als 1,4 Billionen US-Dollar ermöglicht haben. Apple verweist dabei darauf, dass für mehr als 90 Prozent dieser Umsätze und Verkäufe keine Provision an das Unternehmen gezahlt worden sei.
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- Apple beziffert das App-Store-Ökosystem 2025 auf mehr als 1,4 Billionen US-Dollar
- Mehr als 90 Prozent der erfassten Umsätze sollen ohne Apple-Provision entstanden sein
- Physische Waren und Dienstleistungen machen mit 1,1 Billionen US-Dollar den größten Anteil aus
- Apps mit kundenorientierter KI sollen deutlich schneller gewachsen sein als andere Top-Apps
- Ein neues Apple Developer Center in Berlin soll noch 2026 eröffnen
Die Zahlen umfassen nicht nur klassische App-Käufe oder In-App-Umsätze, sondern auch Verkäufe und Dienstleistungen, die über Apps angebahnt oder abgewickelt werden. Dazu zählen etwa Einzelhandel, Reisen, Lieferdienste, digitale Inhalte, Unternehmenssoftware und Werbung innerhalb von Apps.
Was Apple zur Berechnung zählt
Den größten Anteil machen laut Apple physische Waren und Dienstleistungen aus. Dieser Bereich kam im Jahr 2025 demnach auf 1,1 Billionen US-Dollar. Dazu zählen unter anderem Lebensmitteleinkäufe, Essenslieferungen, Einzelhandel und Reisebuchungen.
Digitale Güter und Services erreichten laut der Studie 149 Milliarden US-Dollar. In diesen Bereich fallen unter anderem Spiele, Business-Apps und Streaming-Angebote. Weitere 151 Milliarden US-Dollar entfielen demnach auf In-App-Werbung, mit der Entwicklerinnen und Entwickler Einnahmen über ihre Anwendungen erzielen.
Mit App-Ökosystem meint Apple nicht nur den direkten Verkauf von Apps. Der Begriff umfasst auch Umsätze, die über Apps vermittelt oder abgewickelt werden – etwa Einkäufe, Reisen, Lieferdienste, Werbung, Abos und digitale Dienste. Dadurch fällt die Zahl deutlich größer aus als reine App-Store-Einnahmen.
Apple nennt außerdem eine wöchentliche Reichweite von durchschnittlich mehr als 850 Millionen Nutzerinnen und Nutzern in 175 Ländern und Regionen. Seit 2019 habe sich die Größe des App-Store-Ökosystems nach Angaben des Unternehmens fast verdreifacht.
KI-Apps wachsen schneller als andere Top-Apps
Ein Schwerpunkt der Mitteilung liegt auf Apps mit kundenorientierter künstlicher Intelligenz. Apple schreibt, dass im vergangenen Jahr mehr als 40 der 100 beliebtesten Apps im App Store entsprechende KI-Funktionen angeboten hätten. Diese Apps hätten ein viermal so hohes Umsatzwachstum erzielt wie andere Apps aus den Top 100.
Apple nennt dabei verschiedene Beispiele: Gesundheits- und Fitness-Apps mit personalisierten Empfehlungen, Foto- und Videobearbeitung mit KI-Funktionen sowie Produktivitäts-Apps, die cloudbasierte KI-Modelle einsetzen. Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf eigene Technologien wie das Foundation-Models-Framework und Apple Intelligence, mit denen Entwicklerinnen und Entwickler KI-Funktionen auf Apple-Plattformen integrieren können.
Mehr Angebote für Entwicklerinnen und Entwickler
Apple nutzt die Mitteilung auch, um auf seine Infrastruktur für Entwicklerinnen und Entwickler hinzuweisen. Genannt werden unter anderem Xcode, TestFlight, App Analytics, Produktseiten im App Store und redaktionelle Platzierungen in den weltweiten App Stores.
Zudem verweist Apple auf seine Developer Center in den USA, China, Indien und Singapur. Ein neues Apple Developer Center in Berlin soll noch in diesem Jahr eröffnen und sich an die Entwickler-Community in Europa richten. Auch die Apple Developer Academies und Foundation-Programme werden in der Mitteilung erneut hervorgehoben.
Die Veröffentlichung erfolgt kurz vor der Worldwide Developers Conference. Dort will Apple neue Funktionen, Programmierschnittstellen und Technologien für seine Plattformen vorstellen. Für Entwicklerinnen und Entwickler sowie Studierende sind nach Unternehmensangaben mehr als 100 neue Video-Sessions, Gruppen-Labs und Diskussionen in den Apple Developer Forums geplant.
Die Meldung ist vor allem als strategische Einordnung zu verstehen. Apple stellt den App Store nicht nur als Vertriebskanal dar, sondern als globale Handelsplattform, über die ein großer Teil der digitalen und physischen Wirtschaft läuft. Die hohe Gesamtsumme wirkt entsprechend eindrucksvoll, ist aber breiter gefasst als klassische App-Store-Umsätze. Für die Debatte um Apples Plattformregeln ist genau diese Unterscheidung wichtig.

Für Apple ist die Veröffentlichung auch politisch relevant. Das Unternehmen steht in mehreren Märkten wegen seiner App-Store-Regeln, Gebühren und Plattformkontrolle unter Druck. Die Botschaft ist daher klar: Der App Store soll nicht nur als kontrollierter Marktplatz erscheinen, sondern als Infrastruktur, von der Entwicklerinnen und Entwickler weltweit profitieren.
Besonders interessant ist der Fokus auf KI-Apps. Apple zeigt damit, dass der App Store weiterhin ein wichtiger Vertriebskanal für neue Softwaretrends bleibt – auch wenn viele KI-Dienste ihre Geschäftsmodelle zunehmend außerhalb klassischer App-Logiken aufbauen.








