
Schon in den ersten Monaten wird klar, dass der App Store mehr ist als ein Download-Katalog. Entwickler experimentieren mit Touchscreen, Bewegungssensoren, Kamera und mobilem Internet. Viele frühe Apps wirken aus heutiger Sicht simpel, aber sie prägen die Erwartung: Das iPhone kann ständig dazulernen.
Als Apple das erste iPhone auf den Markt brachte, fehlte eine Funktion, die heute kaum noch vom Gerät zu trennen ist: der App Store. Steve Jobs verwies Entwickler zunächst auf mobile Web-Apps, die im Browser laufen sollten. Native Programme von Drittanbietern waren zum Start nicht Teil des offiziellen Plans.
Beide bieten 27 Zoll und 5K, zwischen ihnen liegen aber 700 Euro Preisunterschied. Was der BenQ besser kann, was er vermisst lässt und für wen er die richtige Wahl ist: unser ausführlicher Test.
Rückblickend wirkt das fast fremd. Denn gerade Apps haben das iPhone zu dem gemacht, was es heute ist: ein Gerät, das sich immer wieder neu erfinden kann. Mal als Kamera-Werkzeug, mal als Spielkonsole, mal als Bankfiliale, Navigationsgerät, Musikstudio, Fitness-Coach oder Arbeitsrechner für die Hosentasche.
Vom geschlossenen Gerät zur Plattform
Der Wendepunkt kam 2008. Apple kündigte das iPhone SDK an und gab Entwicklern damit offizielle Werkzeuge an die Hand, um native Apps für iPhone und iPod touch zu bauen. Im Juli desselben Jahres startete der App Store mit rund 500 Apps. Was anfangs wie ein zusätzlicher Software-Katalog wirkte, wurde schnell zum entscheidenden Hebel für das gesamte iPhone-Ökosystem.
Denn der App Store veränderte nicht nur, welche Programme Nutzer installieren konnten. Er veränderte auch, wie Software verkauft, entdeckt und genutzt wurde. Kleine Entwickler konnten plötzlich ein weltweites Publikum erreichen. Große Unternehmen mussten lernen, dass ein Platz auf dem Homescreen wichtiger sein konnte als eine klassische Website.
Apps wurden zum Alltag
In den folgenden Jahren wuchs der App Store rasant. Spiele, Messenger, Foto-Apps, Banking, Navigation, Streaming und soziale Netzwerke machten das iPhone für viele Menschen erst richtig nützlich. Mit dem iPad wurde die App-Idee 2010 auf eine größere Geräteklasse übertragen. Abos und In-App-Käufe sorgten dafür, dass aus einmal bezahlten Downloads neue Geschäftsmodelle wurden.
Damit legte der App Store auch einen wichtigen Grundstein für Apples Services-Sparte. Was mit App-Verkäufen und Provisionen begann, wurde später durch Abos, Werbung in der App-Store-Suche, Apple Arcade, iCloud, Apple Music und weitere Dienste ergänzt. Das iPhone blieb das zentrale Gerät – aber die wiederkehrenden Umsätze rundherum wurden immer wichtiger.
Kontrolle als Prinzip
Der Erfolg des App Stores hatte jedoch von Anfang an eine zweite Seite. Apple entschied, welche Apps zugelassen werden, welche Regeln Entwickler befolgen müssen und welche Bezahlsysteme erlaubt sind. Für viele Nutzer bedeutete das mehr Sicherheit und eine vergleichsweise kontrollierte Plattform. Für Entwickler bedeutete es aber auch Abhängigkeit von Apples Vorgaben.
Diese Spannung wurde mit der Zeit größer. Der Streit zwischen Epic Games und Apple machte ab 2020 sichtbar, wie grundlegend die Debatte geworden war. Es ging nicht mehr nur um ein einzelnes Spiel, sondern um Provisionen, Plattformmacht und die Frage, wer auf dem iPhone die Regeln setzt.
Die EU verändert die Spielregeln
Mit dem Digital Markets Act hat die Europäische Union Apple schließlich zu Änderungen gezwungen. In der EU sind seit iOS 17.4 alternative App-Marktplätze und neue Zahlungsoptionen möglich, wenn auch unter engen Bedingungen. Der klassische App Store bleibt dadurch nicht verschwunden, aber seine Sonderstellung ist zumindest in Europa nicht mehr unangetastet.
Parallel verändert sich die Rolle von Apps erneut. Künstliche Intelligenz, Systemfunktionen und tiefere Schnittstellen könnten dafür sorgen, dass Nutzer manche App-Funktionen künftig weniger über Icons öffnen, sondern direkter über Siri, Vorschläge oder integrierte Aktionen erreichen. Auch das stellt die alte App-Logik vor neue Fragen.
Unsere Chronik zeigt die wichtigsten Stationen
In unseren 28 Karten „Die Chroniken von AppStoria“ (siehe oben) gehen wir die wichtigsten Etappen dieser Entwicklung durch: vom iPhone ohne App Store über den Start mit 500 Apps, den Aufstieg von In-App-Käufen und Abos, das App-Store-Redesign, Apple Arcade, den Fortnite-Streit und die Öffnung in der EU bis zur heutigen Plattformdebatte.
Die Geschichte des App Stores ist damit nicht nur eine Geschichte über Software. Sie erzählt auch, wie Apple aus dem iPhone eine Plattform machte – und wie diese Plattform nun selbst unter Druck gerät.






