Apple soll während Gesprächen über geplante US-Zölle unter Druck gesetzt worden sein, Fertigungskapazitäten von Intel zu nutzen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Regierungsvertreter und eine mit den Verhandlungen vertraute Person.
- Apple soll während Gesprächen über Halbleiterzölle zum Einsatz von Intel-Fabriken gedrängt worden sein.
- Intel könnte künftig einige von Apple entwickelte Chips für Macs und iPhones fertigen.
- Welche Prozessoren und Stückzahlen betroffen wären, ist nicht bekannt.
- TSMC dürfte weiterhin Apples wichtigster Chipfertiger bleiben.
- Apple und Intel haben die Vereinbarung bislang nicht offiziell bestätigt.
Dem Bericht zufolge reiste Apple-Chef Tim Cook im August 2025 nach Washington, um die US-Regierung von einer geplanten Abgabe in Höhe von 100 Prozent auf importierte Halbleiter abzubringen. Eine solche Regelung hätte die Kosten zahlreicher Apple-Produkte erhöhen können.
Apple erhielt demnach eine Ausnahme von den geplanten Zöllen, nachdem der Konzern Investitionen in Höhe von mehreren Hundert Milliarden US-Dollar in den USA zugesagt hatte. Ein Teil dieser Ausgaben soll allerdings bereits zuvor geplant gewesen sein.
Trump und Lutnick sollen Intel ins Gespräch gebracht haben
Während der Gespräche sollen US-Präsident Donald Trump und Handelsminister Howard Lutnick Cook dazu aufgefordert haben, einige Apple-Chips in den Fabriken von Intel produzieren zu lassen. Der Zusammenhang zwischen den Zollverhandlungen und der möglichen Zusammenarbeit mit Intel war zuvor nicht öffentlich bekannt.
Dabei würde Intel nicht die Architektur der Prozessoren entwickeln. Das Unternehmen könnte vielmehr als Auftragsfertiger für Chips dienen, die Apple selbst entworfen hat. Apple nutzt dieses Modell bereits seit Jahren mit TSMC.
Intel wäre damit Teil der sogenannten Foundry-Strategie, bei der ein Halbleiterhersteller seine Fabriken für die Entwürfe externer Kunden zur Verfügung stellt.
Eine Foundry fertigt Halbleiter im Auftrag anderer Unternehmen. Der Kunde entwickelt den Chip, während der Auftragsfertiger die Produktion in seinen Fabriken übernimmt. Intel würde in diesem Fall also Apple-Entwürfe herstellen – nicht eigene Intel-Prozessoren für Macs oder iPhones liefern.
Chips für Macs und iPhones möglich
Laut Wall Street Journal könnte Intel künftig Apple-Chips für MacBooks und iPhones fertigen. Welche Prozessoren betroffen wären, in welchem Umfang produziert werden soll und welcher Fertigungsprozess zum Einsatz käme, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Apple dürfte zudem weiterhin den Großteil seiner eigenen Prozessoren bei TSMC herstellen lassen. Der taiwanische Auftragsfertiger produziert derzeit unter anderem die Chips der A- und M-Serien.
Trump hatte die geplante Zusammenarbeit zwischen Apple und Intel bereits im Juni 2026 öffentlich erwähnt. Apple und Intel haben den Deal bislang jedoch nicht offiziell bestätigt. Auch einen Zeitplan für erste Geräte mit von Intel gefertigten Apple-Chips gibt es nicht.
US-Regierung unterstützt Intels Fertigungsgeschäft
Die Gespräche sollen Teil einer breiteren Initiative der US-Regierung sein, Intels Auftragsfertigung zu stärken. Der Staat hatte zuvor Fördermittel in Höhe von 9 Milliarden US-Dollar in eine Beteiligung von rund 10 Prozent an Intel umgewandelt.
Auch Nvidia und SpaceX sollen Vereinbarungen mit Intel getroffen haben. Laut dem Bericht habe die Regierung ebenfalls auf entsprechende Partnerschaften hingewirkt.
Für Intel wäre ein Auftrag von Apple ein wichtiger Vertrauensbeweis. Das Foundry-Geschäft des Chipherstellers verzeichnete in den vergangenen vier Geschäftsquartalen operative Verluste von insgesamt 10,4 Milliarden US-Dollar. Zugleich bestehen in der Branche Zweifel, ob Intel moderne Chips zuverlässig in großen Stückzahlen fertigen kann.









