Bleiben iPhone-Touchscreens eine Ausnahme?

Touchscreen-Technologie vom iPhone für asiatische Märkte unattraktiv

Für viele Experten war die Technologie des iPhone-Touchscreens ein Durchbruch, denn statt auf mechanischen Druck zu reagieren, genügt bei Apples Smartphone die elektrische Ladung des Fingers zur Steuerung. Mittlerweile hat sich diese Meinung aber wieder etwas gewandelt.

Von   Uhr

An drucksensitiven (resistiven) Touchscreens gibt es durchaus noch einen großen Bedarf, schreibt das Marktforschungsinstitut ABI research.

BenQ MA270S vs. Apple Studio Display: Der günstigere gewinnt?

Beide bieten 27 Zoll und 5K, zwischen ihnen liegen aber 700 Euro Preisunterschied. Was der BenQ besser kann, was er vermisst lässt und für wen er die richtige Wahl ist: unser ausführlicher Test.

→ BenQ MA270S im Test

Laut Kevin Burden, Forschungsdirektor bei ABI research, sind bestehende Betriebssysteme wie Windows Mobile oder Symbian nicht besonders gut für den Umgang mit kapazitiven Touchscreens wie dem aus dem iPhone geeignet. Außerdem sind viele Anwendungen auf die Bedienung mit einer Tastatur, Fünf-Wege-Navigation mit dem Mini-Joystick oder mit einem Stylus ausgelegt, so dass ihre Benutzeroberfläche schlecht auf die Steuerung mit nur einem Finger umgestellt werden kann. Die Oberfläche des iPhone hingegen ist von vornherein auf Fingergesten zugeschnitten.

Den wichtigsten Punkt für den Fortbestand resistiv arbeitender Touchscreens sieht Burden allerdings in der asiatischen Schriftsprache: Eine Tastatur mit lateinischem Alphabet nützt dort genausowenig wie die Texterkennung mit Fingergesten sinnvoll funktioniert. Ein resistiver Touchscreen, der mit einem Stylus bedient wird, liefert bei der Eingabe asiatischer Schriftsymbole deutlich besser Ergebnisse.

Nicht zuletzt ist der Preisunterschied der beiden Bildschirmtypen ein wichtiger Faktor: Kapazitiv arbeitende Touchscreens sind deutlich teurer als ihre resistiven Pendants.

Aufgrund der Summe dieser Faktoren schätzt Burden, dass kapazitive Screens einerseits auch weiterhin in High-End-Geräten Verwendung finden werden, dass aber andererseits die resistive Technik im mittleren Preisbereich deutlich stärker vertreten sein wird. Selbst die Tatsache, dass auch für das iPhone mittlerweile verschiedene Stylus-Modelle erhältlich sind, wird also nicht das Aussterben der drucksensitiven Bildschirme auslösen können.

Mehr zu diesen Themen: