Rundenstrategie für OS X

Test: XCOM 2 (Mac) – Alienjagd mit Hindernissen

XCOM 2: Rundenstrategie für den Mac im Test. „Willkommen zurück, Commander!“ – mit XCOM 2 kehrt der 2012 als Überraschungshit gefeierte Rundenstrategie-Titel mitsamt vieler Neuerungen zurück auf den Mac. Wir haben die Spiele-Neuheit getestet und sind sowohl begeistert als auch enttäuscht. Warum? Lies selbst!

Von   Uhr

Erst die neue Staffel Akte X, jetzt das neue XCOM: Beide treten das bereits Erzählte mit Füßen und nullen quasi das bisher Geschehene. Im Falle von XCOM bedeutet das: Die Aliens wurden doch nicht besiegt. Stattdessen wurde die Menschheit unterjocht und die einst so schlagkräftige XCOM-Truppe von den außerirdischen Machthabern und ihren menschlichen Kollaborateuren der „Advent“-Koalition in den Untergrund gedrängt. Doch im Fall von XCOM 2 versöhnt das neue Szenario letztlich doch, denn es ermöglicht die Einführung zahlreicher neuer Spielelemente, die aus XCOM 2 ein taktisch anspruchsvolleres und noch besseres Spiel machen.

„XCOM 2 in a Nutshell“: Deckung suchen, den Gegner flankieren, angreifen.
„XCOM 2 in a Nutshell“: Deckung suchen, den Gegner flankieren, angreifen. (Bild: Screenshot)

Bewährte Taktikkost

Dem Gesetz der Serie folgend, setzt man auch bei XCOM 2 im Kern auf bereits bewährte Mechanismen. Zug um Zug deckt man mit den eigenen Truppen die Karte auf, in dem man von Deckung zu Deckung hectet. Kommt es zum Schlagabtausch, entscheiden Parameter wie etwa Ausrüstung, Position und Boni über Sieg und Niederlage. Das Hacken etwa von Türen, knackige Rundenlimits und neue Klassen-Fähigkeiten wie beispielsweise ein mächtiger Schwerthieb bringen Abwechslung in die Auseinandersetzung mit den feindlichen Einheiten.

Im Basisschiff Avenger wird ausgebildet, geforscht und natürlich auch die Story vorangetrieben.
Im Basisschiff Avenger wird ausgebildet, geforscht und natürlich auch die Story vorangetrieben. (Bild: Screenshot)

Darüber hinaus gilt es einmal mehr, auch im großen Ganzen zu denken und zu organisieren: An Bord des als Basis dienenden Raumschiffs Avenger werden Kämper rekrutiert und ausgebildet, Forschungsprojekte vorangetrieben und strategische Entscheidungen getroffen. Keiner dieser Aspekte darf vernachlässigt werden: Ohne schnell voranschreitende Forschung kämpft man in schwacher Panzerung mit schwachbrüstigen Waffen gegen immer mächtiger werdende Feinde – ohne neue und bessere Ausrüstung steht man diesen schnell selbst mit der besten Taktik  vollkommen hilflos gegenüber.

Das typische XCOM-Gefühl stellt sich spätestens dann ein, wenn ein Schuss mit 98 Prozent Trefferwahrscheinlichkeit mehr als einmal danebengeht…
Das typische XCOM-Gefühl stellt sich spätestens dann ein, wenn ein Schuss mit 98 Prozent Trefferwahrscheinlichkeit mehr als einmal danebengeht… (Bild: Screenshot)

Eine echte Herausforderung

XCOM 2 startet gleich mit einer Reihe bockschwerer Aufgaben. So stößt man gleich in den ersten Missionen auf deutlich schlagkräftigere Varianten der im Remake von 2012 doch eher harmlosen Sektoiden. Deren langgewachsenen Verwandten verfügen vom Start weg über psionische Fähigkeiten, die den Verstand unserer Truppen vernebeln. Darüber hinaus können sie gefallene Alien-Soldaten wieder zum Leben erwecken, so dass sich die eigenen Soldaten mit Alien-Zombies konfrontiert sehen. Kein Wunder also, dass bereits auf dem zweiten von vier Schwierigkeitsgraden die eigenen Truppen wie die sprichwörtlichen Fliegen wegsterben. Auch ob der Gegner, die sich … – das wäre zu viel verraten, denn immer wieder punktet XCOM 2 durch gemeine Überraschungen auf dem Schlachtfeld.

Immer wieder werden einzelne Aktionen in cinematischen Kamerafahrten eingefangen.
Immer wieder werden einzelne Aktionen in cinematischen Kamerafahrten eingefangen. (Bild: Screenshot)

An Spannung gewinnen viele Missionen zudem durch die mitunter gnadenlosen Timer. Werden die vom Spiel im Rahmen einiger Aufträge vorgegebenen Ziele nicht innerhalb des vorgegebenen Rundenlimits erreicht, gilt die gesamte Mission als gescheitert. Die Entwickler erzwingen so in vielen Missionen eine offensivere Spielweise als noch im Vorgänger. Dort konnte mit langsamerem Vorrücken von Deckung zu Deckung und der Fähigkeit „Feuerschutz“ langsam aber sehr sicher vorgerückt werden. Apropos langsam aber sicher: Eine Partie XCOM 2 ist nach 20 bis 30 Stunden abgeschlossen und der Wiederspielwert ist enorm.

Mac-Version mit Macken

Während man bei XCOM: Enemy Unknown mehr als ein halbes Jahr auf die Mac-Version warten musste, erscheint Teil 2 zeitgleich für Mac, Windows und sogar Linux. Für die Umsetzung zeichnet sich dabei abermals das erfahrene Team von Feral Interactive verantwortlich. Zum Zeitpunkt des Tests krankte die Technik des Spiels unter OS X an den gleichen Problemen wie auch auf vielen Windows-PCs: Störend waren vor allem die mitunter langen Wartezeiten zwischen den Zügen, die Ladezeiten zwischen den Missionen und die selbst auf potenten Macs nur selten flüssige Darstellung des Geschehens – das Spiel wird wohl oder übel über eine Reihe an Updates auf den Festplatten der Kunden zur Fehlerfreiheit reifen müssen.

In einigen Missionen müssen Einrichtungen der Aliens und ihrer Verbündeten gehackt werden.
In einigen Missionen müssen Einrichtungen der Aliens und ihrer Verbündeten gehackt werden. (Bild: Screenshot)

Fazit

XCOM 2 ist ein fantastisches Spiel. Das Guerilla-Setting mit seinen deutlich abwechslungsreicheren Missionen, ausgefeilteren Klassen und seiner so dichten Atmosphäre sorgt dafür, dass einem wahrlich nicht so schnell langweilig wird. Und der Wiederspielwert ist nicht zuletzt durch einen höheren Anteil zufallsgenerierter Elemente nochmals höher als es beim Vorgänger schon der Fall war. Kurzum: Auch wenn es noch früh im Jahr ist, würde es uns nicht wundern, wenn wir XCOM 2 zum „Spiel des Jahres“ küren – dafür müsste die Mac-Version aber zumindest in Sachen Leistung noch etwas zulegen.

Testergebnis
ProduktnameXCOM 2
HerstellerFiraxis/2K (Mac-Version: Feral Interactive)
Preis49,99 €
Webseitehttps://www.feralinteractive.com/de/mac-games/xcom2/
Pro
  • lange und spannende Kampagne in düsterem Szenario, viele Freiheiten und somit hoher Wiederspielwert, Soldaten lassen sich weitreichend individualisieren, bombastischer Soundtrack mit Ohrwurm-Qualitäten, Mod-Unterstützung
Contra
  • mäßige Performance, keine Steuerung via Gamepad, höhere Schwierigkeitsgrade mit schmalem Grat zwischen „herausfordernd“ und „unfair“
SystemvoraussetzungenOS X 10.11.2, CPU ab 2,4 GHz, 4 GB RAM, NVIDIA 650ti oder AMD 5770 (1GB) oder Intel Iris Pro oder besser; USK: ab 16
Bewertung
1.4
sehr gut
 

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