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Das XXL-iPad im Mac-Life-Test

Test: iPad Pro, Apple Pencil und Smart Keyboard - Stärken und Schwächen des Profi-iPads im Review

Apple iPad Pro im Test. Ja, es ist ein großes, ein riesengroßes iPad. Aber es ist so viel mehr, als nur ein größeres iPad. Genau so, wie das iPad viel mehr ist als nur ein größeres iPhone. Der Bildschirm kann es von der Größe her mit vielen Laptops aufnehmen, es gibt eine anständige echte Tastatur und der drucksensitive Stylus, oder „Pencil“, ist tatsächlich genial. Aber wie schlägt sich das iPad Pro im Alltag und für wen taugt es wirklich?

Auf den ersten Blick wirkt das iPad Pro wie Apples Version von Microsofts Surface Pro. Es ist ein Tablet mit einer optional erhältlichen Hülle, die eine komplette Tastatur enthält und man kann es benutzen, um mit einem Stylus darauf zu malen. Vom Preis und von der Leistung her richtet es sich primär an Pro-User. Also eine bloße Kopie des Microsoft Surface Pro?

Ja und nein. Ja, es erinnert stark an das Surface Pro, das wiederum stark an das iPad erinnert, das wiederum stark an die ersten Tablet-Gehversuche von Microsoft erinnern – und eigentlich haben wir das alles zuerst bei Star Trek gesehen. Die Diskussion darum, wer es zuerst (oder: zuersterer) erfunden hat ist müßig.

Währen das Surface als tatsächlicher PC durchgeht, weil sogar das gleiche Betriebssystem (Windows) mit Millionen von Programmen darauf läuft, ist das iPad Pro in erster Linie ein Tablet. Ein Tablet mit weit weniger verfügbaren Apps (etwas über 850.000), die dafür aber auch genau für diese Geräteklasse designt wurden.

Das hardwareseitige Konzept mag also ähnlich sein, auf Seiten der Software sind die Unterschiede zwischen den beiden Konkurrenz-Produkten indes eklatant.

Design, Verarbeitung und Spezifikationen

Man kann es nicht of genug betonen: Das iPad Pro ist riesig. Wenn man es zum ersten Mal vor sich auf dem Tisch liegen sieht, dann drängt sich unweigerlich der Gedanke auf: Wer hat die untere Hälfte von dem MacBook abgebrochen?!

Mit 723 Gramm wiegt das iPad Pro fast 2/3 mehr als das iPad Air 2. Irritierender Weise merkt man das dem Gerät jedoch nicht wirklich an. Apple hat es wieder einmal geschafft, dass sich ein größeres Gerät überraschend leicht anfühlt. Das Auge sagt einem, dass dieses Gerät ungefähr so schwer sein sollte wie ein 13-zölliges MacBook Air. Verglichen damit fühlt es sich aber deutlich leichter an.

Außerdem haben Apples Ingenieure mal wieder ganze Arbeit geleistet und ein extrem gut ausbalanciertes und robust wirkendes Produkt abgeliefert.

Hochkant gehalten ist das iPad Pro eta 5 Zentimeter breiter als das iPad Air 2. Um 90 Grad gedreht ist es etwa 6,5 Zentimeter breiter. Was bei der Größe des Geräts komplett untergeht ist, dass es etwas dicker als das iPad Air 2 ist (6,9 Millimeter zu 6,1 Millimeter). Dieser Unterschied fällt aber wahrlich nur dem sehr geübten Auge oder im direkten Vergleich auf.

Trotz der größeren Maße und dem höheren Gewicht ist das iPad Pro immer noch ein portables Gerät. Zumindest für kürzere Zeit kann man es sogar mit einer Hand noch relativ bequem halten und darauf arbeiten.

Benchmarks

Leser von Mac Life wissen, dass wir für gewöhnlich nicht viel auf Benchmarks geben und die Messdaten eher zu dokumentarischen Zwecken erheben. Beim iPad Pro ist das etwas anderes. Dieses Gerät führt uns an die Grenze einer Zeitenwende!

Das iPad Pro ist deutlich flotter unterwegs als das MacBook (das Gerät mit nur einem Anschluss) und stellt selbst aktuelle MacBook-Air-Modell in den Schatten. Aktuelle iPhone-Modell lässt es sowieso hinter sich und selbst am 15“ MacBook Pro von 2014 zieht es im Single-Core-Vergleich vorbei. Bei der Grafik-Perfomance (gemessen mit GFXbench) lässt es die oben genannten Geräte ebenfalls im Regen stehen.

Geekbench Scores

Gerät Single Core Multi Core
iPad Pro 3216 5479
iPad Air 2 1851 4582
iPhone 6s 2552 4438
iPhone 6 1612 2911
MacBook Pro 15" (2014) 3110 11351

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Ein iPad lässt ein MacBook Pro alt aussehen. Noch vor wenigen Jahren war dieser Gedanke für die meisten Menschen völlig abwegig.

Das iPad Pro ist übrigens in Sachen Single-Core-Performance im Übrigen auch schneller als das Microsoft Surface Pro 4. Ein solches steht uns leider nicht zum Vergleich zur Verfügung, aber wir denken, dass wir uns hier auf die Geekbench-Online-Tabelle verlassen können.

iPad Pro oder Laptop?

Damit wird dann auch klar, dass das Wort „Zeitenwende“ keine Übertreibung ist. Das vor nichtmal einem Jahr vorgestellt, nagelneue MacBook ist nicht nur langsamer, es ist auch noch teurer, hat eine kürzere Akkulaufzeit und einen kleineren Bildschirm als das Top-iPad-Pro.

Natürlich ist dieser Vergleich nicht unbedingt fair. Schließlich kommt das MacBook mit integrierter Tastatur und hat deutlich mehr RAM. Aber trotzdem: Das iPad Pro ist ein echter Konkurrent zu aktuellen Laptops – sogar denen von Apple.

Damit stellt sich erneut die Frage, wann Apple soweit ist Intel den Rücken zu kehren und auch in MacBooks auf die eigenen ARM-Prozessoren zu setzen. Mindestens die Käufer eines MacBook oder MacBook Air wären damit vermutlich nicht unglücklicher und Apple hätte sich wieder ein Stück unabhängiger von anderen gemacht.

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Gut, das wenigstens noch am Ende erwähnt wird, dass das iPad Pro kein vollwertiger Ersatz für ein Macbook oder einen iMac sein kann. Warum, wird allerdings verschwiegen: IOS ist und bleibt eine zwar durchaus gelungene, aber nichts desto trotz nicht gleichwertige - weil abgespeckte - Version von Mac Os, auf der viele Os X Programme gar nicht oder nur in speziellen abgespeckten Versionen laufen. Dies sollte gerade bei einem Gerät, das den Zusatz "Pro" trägt, nicht unerwähnt bleiben. Ein professioneller Anwender schreibt eben nicht nur Mails, schaut Videos und hört Musik, wenn er nicht gerade auf Faceboom oder Twitter unterwegs ist. Microsoft Office läuft eben nicht vollwertig auf Apple-Geräten (weder auf IOS noch Mac Os). Spätestens bei komplexen Arbeitsmappen mit strukturierten, nicht aufgezeichneten Makros hört es dann auf. Von so Dingen wie das Programmieren von interaktiven und plattformunabhängigen Webseiten oder anderen Programmen, die es in hoher Qualität eben nach wie vor nur für Windows gibt, mal ganz zu schweigen. Hier bleibt, wenn man denn Apple -Geräte weiter nutzen will, nur Mac Os mit Bootcamp oder (noch besser) Parallels (funktioniert übrigens fantastisch gut, da man dann das beste aus zwei Welten auf einem Gerät nutzen kann).
Weitere Schwachpunkte des iPad Pro, die auch keine Erwähnung fanden:
1. Die Frontkamera hat nur 1,2 Megapixel. Bei einem Gerät mit Erscheinungsjahr 2015 einfach zu wenig - da kann man noch so viele Gründe anführen, das man ja eigentlich gar nicht mehr braucht.
2. Toll, das dieses Pad soviel Power hat, das man sogar 4k Videos schneiden kann. Dann sollte man diese aber auch in 4k mit dem iPad Pro aufzeichnen können. Wenn ich sowieso ein anderes Gerät zum Aufnehmen von 4k brauche, kann ich auch gleich am iMac schneiden - das ist noch schneller und wird nicht durch den geringeren Funktionsumfang von iMovie unter IOS eingeschränkt.
3. Kein Force Touch: Apple verkauft diese Innovation mit viel Trara im neuen iPhone 6s, um hier ein wirrschaftsstrategisches Alleinstellungsmerkmal zu haben. Auf einem Pad, das eine neue Geräteklasse darstellen soll und das in Minimalkonfiguration fast 900€ kostet, fehlt dieses Feature aber ebenfalls. Wie gesagt, warum es nur auf dem neuesten Smartphone funktioniert, ist mir klar und wurde schon erwähnt. Aber ein iPad Pro kann doch nun wirklich kein Konkurenzprodukt des iPhone 6s sein, oder?
4. Noch unverständlicher wird es bei "Hey, Siri" ohne angeschlossenem Ladekabel. Läuft auch nur auf den iPhone 6s (angeblich aus Gründen des Energiesparens). Diese Argumentation ist zwar schon beim iPhone 6 dünn, aber bei einem Pad mit dem stolzen Zusatz Pro?

Fazit: Ich bin alles andere als ein Apple - Hasser (nutze iPhone, iPad, Watch, iMac und ein MacBook Air und bin insgesamt sehr zufieden), aber diese einseitige Form von Berichterstattung auf den Apple-Fanseiten geht mir langsam echt auf die Nerven. Wenn ich Werbung lesen will, gehe ich auf die Apple - Homepage und finde dort deutlich besser konzipierten Kauf-Anreiz. Nutzt doch die Chance, gleichermaßen begeisterte, aber eben an den richtigen Stellen auch kritische Bewertungen zu schreiben, die vollständig und sorgfältig recherchiert wurden. Das - denke ich - kann man von einem Magazin mit einem professionellen Anspruch erwarten.
Ich hoffe, dies wird als Ansporn für die Zukunft und nicht als beleidigende Kritik gesehen. Vieles aus dem Artikel (wie die Beschreibung der Tastatur oder die fehlende Anordungsanpassung auf dem Desktop) hat mir auch sehr gut gefallen.

Ein bisschen mehr Kritik wäre schon schöner gewesen. Ich hab noch in keiner Rezension gelesen, dass die Apple Tastatur gut sein soll, dazukommt dass viele kritisieren, dass die Konstruktion auf dem Schoß wackelt und auch die schlechten Vergleiche mit dem Surface sind nicht passend, denn wenn man das schon macht muss es deutlich konsequenter sein und auch die Punkte in denen das iPad Pro klar schwächer ist als das Surface müssten erwähnt sein oder man lässt es halt raus. Des Weiteren erwähnt ihr hier, dass Microsoft mit seinem Type Cover keine vollständig große Tastatur anbietet und das ist einfach nur falsch und die Tastatur von Microsoft ist der eines echten Notebook deutlich ähnlicher, als die von Apple.

Und nur so am Rande ich schreibe gerade von meinem Macbook Pro Retina an einem externen Monitor mit einer Apple Kabel Tastatur, also mit Nummernblock und einer Logitech Maus und könnte mir nicht vorstellen auf ein iPad Pro zu wechseln, weil das iPad einfach viel zu eingeschränkt ist und ich genau die ganzen Sachen nicht anschließen könnte, noch dazu mit iOS ein Betriebssystem, welches das Pro im Namen des iPad Pros einfach nicht rechtfertigt!

Du sagst es. Ohne Mac Os oder einen gleichwertigen mobilen Ersatz desselben verdient kein iPad den Zusatz "Pro". Für Apple scheint ein großes Display und ein Malstift diesen Zusatz bereits zu rechtfertigen. Sorry, ich bin Anwendungsentwickler (Multi-Plattform) und kann darüber bestenfalls nur schmunzeln... Mag ja sein, das Tim Cook nur noch mit dem Ding arbeitet - aber er ist auch bestimmt kein Maßstab für einen Pro-Anwender;-))