Es gibt Produkte, die ihren eigenen Superlativ so selbstverständlich vor (beziehungsweise hinter) sich hertragen, dass man beinahe vergisst, diesen noch einmal zu hinterfragen. Etwa beim MacBook Pro. Seit Apple den Formfaktor Ende 2021 grundlegend überarbeitete, ist das große Pro-Notebook die unbestrittene Referenz für alle, die beruflich auf mobile Höchstleistung angewiesen sind. Mit dem M5 Pro setzt Apple die fünfte Generation hauseigener Mac-Chips ein und wählt dafür eine neue Chiparchitektur: Zwei sogenannte Dies verschmelzen hier per Apples Fusion-Architektur in einem System-on-a-Chip. Rechenleistung und Speicherbandbreite werden so nochmals nach oben geschraubt. Dazu kommt eine doppelt so schnelle SSD, WLAN 7 und sogenannte „Neural Accelerators“. Der Anspruch ist klar: das produktivste Notebook der Welt, auch und gerade für KI-Workflows.
Ein wahrer Leistungsträger
Der M5 Pro zeigt in unseren Tests Bestwerte. Im Geekbench 6 erreicht die 18-Kern-CPU 4.243 Punkte im Single-Core- und 28.254 Punkte im Multi-Core-Test. Damit rechnet der Chip etwa 20 Prozent schneller als der M4 Pro und übertrifft in dieser Disziplin sogar den M3 Ultra aus dem Mac-Studio-Spitzenmodell. Die neue PCIe-5.0-SSD erreicht im Blackmagic Disk Speed Test sequenzielle Leseraten von rund 12,7 GB pro Sekunde, Apple selbst nennt Spitzenwerte von bis zu 14,5 GB pro Sekunde. In jedem Fall ist das Speichermedium doppelt so schnell wie in der Vorgängergeneration. In der Praxis bedeutet das: RAW-Dateien importieren, große KI-Modelle laden oder umfangreiche Projekt-Libraries öffnen geht spürbar flotter. Die 4 TB unseres Testgeräts bieten dabei genug Platz, um auch anspruchsvolle Workflows vollständig lokal abzubilden. Bei der Grafikleistung legt der Chip gegenüber dem M4 Pro zwischen 30 und 50 Prozent zu. Das actiongeladene Rollenspiel Cyberpunk 2077 läuft bei 1080p-Renderauflösung und Ultra-Einstellungen mit flüssigen 76 Bildern pro Sekunde – vor zwei Hardware-Generationen wäre das auf einem Mac noch undenkbar gewesen.

In Logic Pro mit einem Projekt voller virtueller Instrumente und Effekt-Plug-ins bleibt das MacBook Pro bemerkenswert gelassen. Der M5 Pro jongliert problemlos mit Dutzenden Spuren, während die 64 GB Arbeitsspeicher dafür sorgen, dass selbst üppige Sample-Bibliotheken komplett im Arbeitsspeicher Platz finden. Die Lüfter blieben bei unserer Musikproduktion praktisch unhörbar – erst unter dauerhafter Volllast drehen sie hörbar auf, bleiben aber stets dezent. Im Büroalltag mit unzähligen Safari-Tabs, parallel geöffneten Office-Dokumenten und einer Videokonferenz arbeitet das MacBook Pro ohnehin flüsterleise. Wer von einem älteren Intel-MacBook kommt, wird die Stille regelrecht genießen.
Die Akkulaufzeit bleibt herausragend. Im eigenen WLAN-Test bei moderater Helligkeit hält das 16-Zoll-Modell mit seiner knapp 100 Wattstunden großen Batterie gut 18 Stunden durch. Beim Videostreaming verspricht Apple bis zu 24 Stunden – uns fehlte zum Prüfen der Aussage ob der Vielzahl an Tests dazu die Muße, doch ein Blick in internationale Testberichte bestätigt, dass gar etwas mehr als 24 Stunden zu schaffen sind. Im Alltag mit Office-Arbeit, Browsing und Videokonferenzen reicht eine Ladung locker für einen ganzen Arbeitstag und den halben Abend auf dem Sofa obendrein. Beim Videoschnitt oder Gaming reduziert sich die Laufzeit auf etwa zehn bis zwölf Stunden – immer noch ein Wert, von dem die Windows-Konkurrenz nur träumen kann. Per Schnellladung sind zudem 50 Prozent in rund 30 Minuten erreicht.
Das bei uns über einen Zeitraum von mehr als einem Monat im Einsatz gewesene Testgerät war bildschirmseitig mit der optionalen Nanotextur-Option ausgestattet. Für 180 Euro Aufpreis werden Spiegelungen deutlich reduziert, da das Display mattiert ist und Licht effektiv streut. Das macht vor allem im Freien einen enormen Unterschied: Wo das Standardglas bei Sonneneinstrahlung schnell zum Spiegel wird, bleibt das Nanotextur-Display gut ablesbar. Eine lohnende Investition für alle, die regelmäßig draußen oder auch in hellen Büroräumen arbeiten.
Neuer Chip mit mehr Leistung
Der M5 Pro basiert auf einem Apple-eigenen Dual-Die-Design in 3-Nanometer-Fertigung. Die sechs Super-Kerne takten mit bis zu 4,6 Gigahertz und liefern die aktuell höchste Single-Core-Leistung aller Laptop-Prozessoren weltweit. Hinzu kommen zwölf Performance-Kerne mit bis zu 4,4 Gigahertz für Multithread-Aufgaben. Im Zusammenspiel erreicht der M5-Pro-Chip Multicore-Werte, die nah an die des M3 Ultra im Mac Studio heranreichen – wohlgemerkt ein Chip, der bislang Desktop-Systemen vorbehalten war. Jeder der 20 GPU-Kerne enthält einen Neural Accelerator, was die KI-Performance laut Apple um bis zu viermal gegenüber dem M4 Pro steigert. Die 16-Kern-Neural-Engine ergänzt die Beschleuniger in CPU und GPU und macht den neuen M5 Pro zu einem der leistungsfähigsten Apple-Chips für lokale KI-Workloads.
Für Entwickelnde und Forschende besonders interessant: Die Neural Accelerators beschleunigen nicht nur Inferenz, sondern auch das Training von KI-Modellen direkt auf dem Gerät. Lokale Transformer-Modelle lassen sich damit personalisieren, große Datensätze analysieren und Prototypen entwickeln – Aufgaben, die bisher eine Desktop-Workstation erforderten, kann man nun unterwegs erledigen.
Der gemeinsame Arbeitsspeicher beträgt in unserer Testkonfiguration 64 GB mit einer Bandbreite von bis zu 307 Gigabyte pro Sekunde – das Doppelte des Standard-M5 und gut 50 Prozent mehr als beim M1 Pro. Erstmals lässt sich der M5 Pro mit 64 statt maximal 48 GB beim Vorgänger konfigurieren, was besonders lokalen KI-Workflows und großen 3D-Szenen zugutekommt. Die 4-TB-SSD bietet genügend Platz selbst für ambitioniertere Videoprojekte, umfangreiche Fotobibliotheken und auch lokale KI-Modelle.
Das 16,2-Zoll-Display bleibt ein Liquid-Retina-XDR-Panel mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung, 3.456 mal 2.234 Pixeln, ProMotion mit bis zu 120 Hertz, HDR-Spitzenhelligkeit von 1.600 Nits und 1.000 Nits SDR-Dauerhelligkeit. Bei der Konnektivität setzt Apple auf drei Thunderbolt-5-Anschlüsse mit bis zu 120 Gigabit pro Sekunde, einen HDMI-Port für 4K bei 240 Hertz oder 8K bei 60 Hertz, einen SDXC-Kartensteckplatz, einen Kopfhöreranschluss und MagSafe 3. Der neue Apple-N1-Chip stellt WLAN 7 sowie Bluetooth 6 bereit – ein deutliches Upgrade gegenüber WLAN 6E und Bluetooth 5.3 im Vorgänger. Und wer Bildschirmplatz braucht, freut sich, dass das MacBook Pro bis zu drei externe Displays unterstützt.
Das Sechs-Lautsprecher-System mit vier schwingungskompensierten Tieftönern und zwei Hochtönern klingt für ein Notebook nach wie vor herausragend. 3D Audio mit Dolby Atmos verwandelt Filmabende in ein erstaunlich immersives Erlebnis. Das Drei-Mikrofon-Array in Studioqualität sorgt bei Videokonferenzen und Podcast-Aufnahmen für klare Verständlichkeit. Die 12-Megapixel-Webcam mit Folgemodus hält Nutzende im Bild zentriert – eine nette Funktion, auch wenn eine Face-ID-Option nach wie vor fehlt.
Für wen das MacBook Pro die richtige Wahl ist
Das MacBook Pro 16 Zoll mit M5 Pro richtet sich an Kreative, Entwickelnde und Business-Profis, die ein Höchstmaß an Leistung in einem mobilen Formfaktor benötigen. Wer regelmäßig mit 4K- oder 8K-Video arbeitet, große Fotobibliotheken verwaltet, Musik produziert oder KI-Modelle lokal trainieren möchte, bekommt hier das passende Werkzeug.
Besonders lohnenswert ist der Umstieg für Nutzende eines M1- oder M2-MacBook-Pro: bis zu 2,5-mal mehr CPU-Leistung, bis zu achtmal schnellere KI-Performance, deutlich schnellere SSDs und bis zu drei Stunden mehr Akkulaufzeit machen den Generationssprung spürbar. Wer hingegen ein M4 Pro besitzt, darf sich die Frage stellen, ob die 20 bis 30 Prozent mehr Leistung den Neupreis rechtfertigen – oder ob es nicht klüger wäre, auf das M6 MacBook Pro mit OLED-Display aus der Gerüchteküche zu warten.
Der Elefant im Raum ist der Preis: Unser Testgerät mit 64 GB, 4 TB und Nanotextur-Display kostet 5.298 Euro. Das Basismodell mit 24 GB und 1 TB startet bei 2.999 Euro – 200 Euro mehr als der Vorgänger, der aber auch nur eine halb so große SSD an Bord hatte. Apples Aufpreisstrategie bei Speicher und RAM treibt die Kosten schnell in schwindelerregende Höhen. Man sollte sich vorher genau überlegen, welche Konfiguration man wirklich braucht.
Innerhalb des Apple-Ökosystems bietet sich das 14-Zoll-MacBook-Pro mit M5 an: Für 1.899 Euro bekommt man ein kompakteres Gerät mit beeindruckender Leistung, allerdings ohne Thunderbolt 5, mit nur zwei Thunderbolt-4-Anschlüssen und einem etwas kleineren Farbraum. Wer das Maximum an Leistung sucht, greift zum M5 Max mit bis zu 40 GPU-Kernen und 128 GB Arbeitsspeicher – muss aber mindestens 4.499 Euro einplanen. Das 15-Zoll-MacBook-Air mit M5 indes ist für Office-Nutzende eine preiswerte Alternative ab 1.499 Euro, muss aber bei Grafikleistung, Display-Helligkeit und Anschlussvielfalt einige Abstriche hinnehmen.
Auf der Windows-Seite konkurriert Apple beispielsweise mit dem Lenovo ThinkPad T14g mit seinem OLED-Display, das als eines der wenigen Konkurrenzprodukte ebenfalls eine matte Displayoption bietet. Beim Arbeitstempo und der Akkulaufzeit hat das MacBook Pro aber nach wie vor die Nase deutlich vorn – aber wer will schon etwas anderes als einen Mac und macOS?!
»Das MacBook Pro zementiert seinen Platz als Referenz unter den professionellen Notebooks. Die doppelt so schnelle SSD, Wi-Fi 7 und die neuen Neural Accelerators sind keine Marketing-Floskeln, sondern Verbesserungen, die in meinem Arbeitsalltag ankommen. Wer die volle Ausstattung ordert, muss allerdings tief in die Tasche greifen. Dennoch: Dieses MacBook Pro ist für all diejenigen jeden Cent wert, die mit ihm ihr Geld verdienen.«
Fazit
Das derzeit beste Notebook für kreative Profis. Die Kombination aus Leistung, Display und Akkulaufzeit setzt Maßstäbe, die kein Konkurrent erreicht.
| Produktname | MacBook Pro M5 Pro 16-Zoll |
|---|---|
| Hersteller | Apple |
| Preis | 2.999 € |
| Webseite | www.apple.de |
| Pro |
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| Contra |
|
| 1,3sehr gut |









