MacBook Pro 13 Zoll im Test: Kleines Update für den Bestseller - das Force Touch-Trackpad

Fast im Vorbeigehen hat Apple bei der Präsentation des neuen MacBook auch ein Update für das Mac-Book Pro angekündigt. Neben vielen Verbesserungen unter der Haube, wie Prozessor, Speicher und Grafik, verfügt das Apple Laptop jetzt auch über das neue Force Touch-Trackpad, wie es das bislang nur bestellbare, aber noch nicht verfügbare MacBook 12 Zoll mit Retina-Display besitzt. Wir haben das MacBook Pro 13 Zoll für Sie getestet und sagen Ihnen, ob es sich lohnt, dieses Gerät zu kaufen.

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Über die Jahre hat sich das 13-zöllige Mac-Book Pro zum Standardgerät entwickelt, das man Nutzern ohne gehobene Ansprüche ohne Zweifel empfehlen kann. In diesem Frühjahr hat der Bestseller ein Update erhalten. Dieses beschränkt sich nicht wie im vergangenen Jahr auf Details, sondern kommt mit vielen Verbesserungen und einem komplett neuen Feature daher.

Ausstattung

Apple hat 2008 mit dem ersten Unibody-MacBook eine völlig neue Klasse von Laptops geschaffen, die auch immer noch aktuell ist. Zwar haben alle Mac-Books auch äußerlich immer wieder Änderungen erfahren – sie sind seit 2008 beispielsweise merklich dünner geworden – im Große und Ganzen gibt es jedoch keinen Anlass für Design Änderungen. Das sieht auch Apple so und hat das Chassis im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert gelassen. Bei den Anschlüssen hat sich ebenfalls nichts getan. Auf der linken Seite gibt es zwei Thunderbolt-2-Buchsen, die vom MagSafe-2-Stromanschluss und einem USB-3.0-Port eingerahmt werden. Auf der rechten Seite befindet sich ein weiterer USB-3.0-Anschluss und ein HDMI-Ausgang, über den Videosignale in „Ultra HD“ (3.840 x 2.160 Pixel) oder „4K“ (4.096 x 2.160 Pixel) ausgegeben werden können.

Allerdings nur mit einer Bildwiederholfrequenz von 30 respektive 24 Hz. Wer 60 Hz erreichen möchte, muss Thunderbolt als Ausgabeweg wählen und einen Bildschirm einsetzen, der kompatibel zum DisplayPort-Standard 1.2 ist. Dafür hat sich im Geräteinneren alles geändert. Alles ist jetzt schneller und besser: Der Prozessor, der Arbeitsspeicher und sogar die SSD.

Neue Technologie: Force Touch Trackpad

Die wirklich große Neuerung ist das nagelneue Force Touch Trackpad. Als großes Feature für das neue MacBook angekündigt, steckt es auch in diesem Gerät. Hinter dem Begriff „Force Touch“ verbergen sich zwei neue Technologien. Das neue Trackpad ist jetzt in der Lage, Druck zu messen. In Abhängigkeit von der Intensität, mit der man auf das Trackpad drückt, können verschiedene Aktionen ausgelöst werden. Ein Anwendungsbeispiel ist das Vorspulen eines Videos in QuickTime.

Je stärker man auf das Trackpad drückt, desto schneller wird vorgespult. Die andere Komponente ist ein Motor, der für haptisches Feedback sorgt. Das neue Trackpad lässt sich nämlich nicht mehr in das Gehäuse drücken. Der Motor  aber nach einem Druck auf das Trackpad eine horizontale Vibration aus, die einem vorgaukelt, man hätte das Trackpad nach unten gedrückt. Auch der Klick-Sound, den man hört, ist nicht echt. Das Force Touch Trackpad ist Klicksimulator. Das Ganze fühlt sich nicht wirklich anders als auf herkömmlichen Apple-Trackpads an. Genau das ist aber auch das Ziel.

Bessere Werte, gleiches Gefühl

Unser Testgerät ist das Einstiegsmodell. Es wird ab Werk mit 8 GB Arbeitsspeicher und einem Intel i5-Prozessor mit 2,7 GHz (Turbo Boost bis zu 3,1 GHz) geliefert. Etwas überraschend ist, dass Apple sich entschieden hat, nur 128 GB Flash-Speicher in das 1.449 Euro teure Gerät zu stecken. Wer 256 GB will, zahlt 200 Euro Aufpreis. Das Topmodell für 1.999 Euro bietet 512 GB Flash-Speicher – und einen schnelleren Prozessor. Einen separaten Grafik-Chip findet man nach wie vor nur im Topmodell der 15-Zoll-Baureihe. Der Hauptprozessor des 13-zölligen MacBook Pro kommt dafür jetzt mit der „Iris 6100“ getauften Grafikeinheit, die nochmals performanter als ihre Vorgängerin ist.

Das „Höher, Schneller, Weiter“ dieses Updates macht sich auch in den Benchmarks bemerkbar. Geekbench 3 als Test-Werkzeug spuckte einen Wert von 7.003 Punkten aus. Damit liegt das neue Gerät deutlich vor seinem Vorgänger (6.299) und auch über dem MacBook Air des Vorjahres (6062). Im Alltag merkt man von dieser Leistungssteigerung allerdings wenig. Selbst von der wahnwitzigen Performance-Steigerung des Flash-Speichers merkt man für gewöhnlich nur etwas, wenn man mit großen Datenmengen hantiert. Mit Blackmagic Disk Speed konnte wir Lesegeschwindigkeit von 1.327 MB pro Sekunde und eine Schreibgeschwindigkeit von 579 MB pro Sekunde messen.

Damit liegt die Lesegeschwindigkeit – wie von Apple angegeben – tatsächlich etwa beim doppelten Wert des Vorjahresmodells. Natürlich erwächst aus den höheren Geschwindigkeiten kein Nachteil. Bei den allermeisten Tätigkeiten aber eben auch kein Vorteil. Als dritten Vergleichstest setzen wir stets auf Cinebench. Im Vergleich zum Vorjahresgerät konnten wir hier deutliche Leistungszugewinne feststellen. Bei Single-Core-Operationen konnten 129 statt zuvor 111 Punkte und bei Multi-Core-Operationen 317 statt zuvor 282 Punkte erzielt werden. Das sind Zuwächse im Bereich von etwa 12 bis 14 Prozent. Der einzige Kritikpunkt beim Retina-Display- Einstiegsgerät war und bleibt die Grafikleistung.

Obwohl sich die Leistung mit Intels neuem Broadwell-Chip deutlich verbessert hat, gibt es doch immer mal wieder Situationen, in denen der Prozessor mit der Ansteuerung all der Pixel kurzzeitig überfordert scheint. Beispielsweise dann, wenn man mehrere Programm geöffnet hat und in den Übersichtsmodus „Mission Control“ wechselt, in dem eine Übersicht aller geöffneter Applikationen angezeigt wird. Bei einem Gerät, das ein „Pro“ im Namen trägt, ist das schon ein echter Minuspunkt – wenn auch der einzige.

Akku

Es lohnt sich fast schon nicht mehr, die Akku-Laufzeit der MacBooks zu erwähnen. Sie ist gigantisch. Vor allem mit Blick ein paar Jahre in die Vergangenheit. Apple bewirbt das neue MacBook Pro 13 Zoll mit einer Akku-Laufzeit von 10 Stunden. Im Redaktionsalltag konnten wir diese Vorgabe leicht und locker überbieten. Knappe 13 Stunden sind für das Gerät kein Problem, wenn man es nicht mit allzu rechenintensiven Aufgaben quält. Wer viel mit Bild- und Videobearbeitungssoftware arbeitet, erreicht naturgemäß eine geringere Akku-Laufzeit als jemand, der den Großteil seiner Zeit am Mac mit E-Mails und Excel-Tabellen verbringt.

Fazit

Das neue MacBook Pro 13 Zoll ist anders als das vorgestellte und bald verfügbare neue MacBook kein Gerät, das richtungsweisend für die Zukunft wäre. Es ist ein Gerät, das für das Hier und Jetzt gemacht ist und mit diesem Update auf den neuesten technischen Stand gebracht wurde. Es ist davon auszugehen, dass wir die Force- Touch-Technologie bald in allen Apple-Geräten sehen werden.

Die Apple Watch profitiert schon jetzt davon, das MacBook Air und das 15-zöllige MacBook Pro werden nachrücken. Und auch eine Integration in iPhone und iPad sind durchaus vorstellbar. Es wird spannend sein zu sehen, was die Entwickler aus den neuen Möglichkeiten des Force Touch machen werden. Immerhin steht dem Anwender damit eine weitere Eingabemöglichkeit zur Verfügung. Für das MacBook Pro 13 Zoll können wir besonders für ambitionierte Einsteiger nach wie vor bedenkenlos eine Kaufempfehlung aussprechen.

Testergebnis
ProduktnameMacBok Pro 13 Zoll
HerstellerApple
Preisab 1.449 €
Webseitehttps://www.apple.com/de
Pro
  • schnelles, schlankes Arbeitsgerät mit Retina-Display
Contra
  • Grafikleistung stößt gelegentlich an ihre Grenzen
Bewertung
1.4
sehr gut
 

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Hallo,

ich habe in einem anderen Test gelesen, dass Apple wohl auch die Tastatur an diesem Gerät verändert hat - sie soll nicht mehr so "wertig" sein. Könnt ihr das bestätigen?

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