MacBook Air

MacBook Air M5 im Test: Dünne Luft für die Konkurrenz

Schnellerer Chip, doppelter Speicher, WLAN 7 – das MacBook Air legt ordentlich nach. Nur beim Display hält sich Apple zurück. Und mit dem MacBook Neo gibt es eine neue Variable bei der Kaufentscheidung.

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Wer das MacBook Air aufklappt, fühlt sich zu Hause. Das Alugehäuse ist seit 2022 unverändert, und wer ehrlich ist, muss zugeben: Es gibt auch keinen Grund, daran etwas zu ändern. Das Gerät wiegt nur 1,24 Kilogramm, misst in der Höhe lediglich 11,3 Millimeter und passt in jede Tasche, die für mehr als eine Handvoll Legosteine konzipiert wurde.

In der Redaktion hat das Air den Praxistest im Dauerbetrieb bestanden: Safari mit zwei Dutzend Tabs, dazu Brave, Ulysses, Mail, Slack und die Musik-App parallel – der M5 hat nicht einmal gegähnt. Das lüfterlose Design bleibt auch unter Last komplett still. Wer in der Bibliothek oder im Großraumbüro arbeitet, wird das schätzen – die Lautsprecher bleiben für den Sitznachbarn die einzige potenzielle Lärmquelle.

Im mobilen Alltag zeigt sich das Air als zuverlässiger Begleiter. Ob Präsentationen im Konferenzraum, Städtefotos „on the road“ nachbearbeiten oder Videocalls aus dem Homeoffice: das MacBook Air erledigt alles ohne spürbares Zögern. Selbst das Arbeiten mit zwei angeschlossenen externen Monitoren funktioniert tadellos. Die Tastatur mit niedrigem Hub ist nach wie vor angenehm leise und präzise, das Force-Touch-Trackpad gehört zum Besten, was der Markt hergibt.

Die Akkulaufzeit gibt Apple mit bis zu 18 Stunden an, und im Test kamen wir bei gemischter Nutzung, also Office, Webbrowsing, gelegentliches Streaming, auf solide 14 bis 15 Stunden. Das reicht locker für einen langen Arbeitstag, ohne dass ein MagSafe- oder USB-C-Kabel in Sichtweite sein muss. Apropos MagSafe: Apple liefert kein Netzteil mehr mit. Wer bereits ein USB-C-Ladegerät mit mindestens 30 Watt besitzt, wird das verschmerzen. Alle anderen müssen zusätzlich investieren. Zumindest ein USB-C-auf-MagSafe-Ladekabel liegt mit im Karton.

Apples Mittelklasse

Der M5-Chip wird in der dritten Generation der 3-Nanometer-Fertigung von TSMC hergestellt – eine Stufe weiter als der M4. Die zehn CPU-Kerne, vier leistungsstarke „Super Cores“ und sechs Effizienzkerne, liefern laut Apple bis zu 15 Prozent mehr Multithreading-Leistung als der M4. In der Praxis äußert sich das vor allem bei Aufgaben, die alle Kerne fordern: Xcode-Kompilierung, der Export von Mittelformat-Fotos aus der Phocus-App von Hasselblad oder das Rendern in DaVinci Resolve laufen spürbar flotter. Die GPU mit bis zu zehn Kernen profitiert von einer neuen Architektur mit verbessertem Shader-Kern und Raytracing der dritten Generation bei Apple. Spiele wie das an „Die Sims“ angelehnte InZOI oder auch „Resident Evil Village“ laufen flüssiger als auf dem Vorgänger. Besonders eindrucksvoll: In jedem GPU-Kern steckt nun ein Neural Accelerator, der KI-Aufgaben beschleunigt. Beim Verarbeiten lokaler Sprachmodelle ist das Air mit M5 bis zu viermal schneller als der M4-Vorgänger – und knapp zehnmal schneller als das ursprüngliche M1-Modell.

Lieber Air oder Neo?

Das MacBook Neo ab 699 Euro ist Apples bislang günstigster Laptop, arbeitet aber mit einem iPhone-Chip, nur 8 GB gemeinsamem Arbeitsspeicher und maximal 512 GB SSD-Speicher. Es fehlen primär mehr und schnellere Schnittstellen, MagSafe und die Tastaturbeleuchtung. Wer hauptsächlich surft, mailt und streamt, fährt aber mit dem MacBook Neo gut. Sobald jedoch Ansprüche an das Multitasking wachsen, mehr als nur oberflächliche Bildbearbeitung oder ein zweiter externer Monitor ins Spiel kommen, führt kein Weg am Air vorbei – es bietet schlicht die bessere Grundlage für die nächsten Jahre.

Der gemeinsame Arbeitsspeicher beginnt bei 16 GB und lässt sich auf bis zu 32 GB konfigurieren. Die Speicherbandbreite steigt um knapp 30 Prozent auf 153 GB pro Sekunde – ein spürbarer Vorteil bei speicherhungrigen Anwendungen. Auch beim internen Speicher hat Apple endlich nachgelegt: eine SSD mit 512 GB ist nun Standard, doppelt so viel wie beim Vorgänger. Erstmals lässt sich das Air sogar auf bis zu 4 Terabyte konfigurieren – das ist ideal etwa für umfangreiche Fotobibliotheken. Die SSD liest und schreibt doppelt so schnell wie im M4-Modell, was sich beim Import von RAW-Dateien oder dem Laden großer Projekte unmittelbar bemerkbar macht.

Neu an Bord ist der Apple-N1-Chip für die drahtlose Konnektivität. Er bringt WLAN 7 und Bluetooth 6 mit – in der Praxis bedeutet das stabilere Verbindungen und höhere Transferraten – sofern denn ein kompatibler Router vorhanden ist. Die zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse unterstützen bis zu zwei externe Bildschirme gleichzeitig. Der MagSafe-3-Ladeanschluss und ein Kopfhöreranschluss vervollständigen die Schnittstellenausstattung.

Das 13,6-Zoll-Liquid-Retina-Display zeigt sich von seiner besten Seite: 500 Nits Helligkeit, P3-Farbraum und Unterstützung für eine Milliarde Farben sorgen für ein scharfes, farbtreues Bild. Was fehlt und mit jeder Generation schmerzlicher auffällt: ProMotion mit 120 Hertz bleibt weiterhin dem MacBook Pro vorbehalten. Bei einem Laptop ab 1.199 Euro wäre es an der Zeit, diese Grenze aufzuheben, beim iPhone beherrscht inzwischen ja auch das Standardmodell ProMotion.

MagSafe 3 und zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse
MagSafe 3 und zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse (Bild: Stefan Molz)

Die 12-Megapixel-Kamera hält Nutzende in Videokonferenzen automatisch im Bild und liefert auf Wunsch eine Draufsicht auf den Schreibtisch. Das Vier-Lautsprecher-System klingt für ein Notebook dieser Größe bemerkenswert räumlich und unterstützt 3D Audio mit Dolby Atmos. Und, als Teil des Ganzen, ebenfalls zu nennen: macOS. macOS Tahoe bringt mit seinem Liquid-Glass-Design eine frische Optik auf das Air: Dock, Menüleiste und Kontrollzentrum wirken moderner und lebendiger, auch wenn es hier und da noch einige Inkonsistenzen im Detail gibt.

Wer ist die Zielgruppe?

Das MacBook Air M5 richtet sich an alle, die einen leistungsstarken, lautlosen und ultraportablen Laptop suchen. Studierende, Kreative und Büroanwender finden hier das ideale Werkzeug. Wer von einem M1 oder M2 umsteigt, erlebt einen deutlichen Sprung in jeder Disziplin. Von einem M3 kommend ist das Upgrade solide, vor allem wegen des verdoppelten Basisspeichers und der schnelleren SSD. Wer das M4-Modell besitzt, muss ehrlich rechnen: Die Verbesserungen sind spürbar, aber nicht weltbewegend.

Der 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss
Der 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss (Bild: Stefan Molz)

Für Fotobearbeitung, Videoschnitt in moderatem Umfang und sogar kleine KI-Modelle reicht das Air mittlerweile locker aus. Erst bei dauerhafter Höchstlast, etwa beim Rendern großer 3D-Szenen oder professioneller Farbkorrektur – stößt das lüfterlose Design an seine thermischen Grenzen, und das MacBook Pro übernimmt.

Wer weniger ausgeben möchte, wirft einen Blick auf das MacBook Neo ab 699 Euro. Dem Preis zum Trotz ein vollwertiger Mac, wenn auch mit Kompromissen bei Leistung und Ausstattung. Das auslaufende MacBook Air M4 ist im Handel in Restmengen unter 1.000 Euro zu finden und bietet weiterhin exzellente Leistung. Wer mehr Power braucht, erhält das erste nennenswerte Leistungsupgrade mit dem MacBook Pro mit M5 Pro ab 2.499 Euro – mit ProMotion-Display, mehr Anschlüssen und einer für Dauerlast ausgelegten Kühlung.

Standpunkt von Stefan Molz

»Das MacBook Air ist und bleibt der Laptop, den ich am häufigsten empfehle. In der Redaktion arbeite ich seit zwei Jahren auf einem Air mit M3, und es bewältigt meinen Alltag klaglos. Privat greife ich nur deshalb zum MacBook Pro mit M4 Max, weil Mittelformat-Bildbearbeitung, Astrofotografie und aktuelle Spiele in hohen Details nach deutlich mehr Leistung verlangen. Für alle Aufgaben jenseits von Pro-Workflows ist das Air mit M5 die klügere Wahl.«

Fazit

Das Air ist der beste Allround-Laptop. Mehr Speicher, schnellere SSD und der leistungsstarke Chip machen es zur ersten Wahl für die meisten Mac-Anwender.

Testergebnis
ProduktnameMacBook Air M5
HerstellerApple
Preis1.199 €
Webseitewww.apple.de
Pro
  • + M5-Chip mit hoher KI-Leistung und effizientem Energiemanagement
  • + schnellere SSD mit 512 GB Basisspeicher
  • + Akkulaufzeit, WLAN 7 und Bluetooth 6
Contra
  • - Display weiterhin mit 60 Hertz
  • - Leistungssprung fällt moderat aus
  • - keine Aufrüstoptionen nach dem Kauf
Bewertung
1,2sehr gut

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