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Es werde Dunkel! Und es ward Dunkel.

Test: Ikea Fyrtur – Smart Rollo mit HomeKit-Anbindung ausprobiert

„Licht an, Licht aus“ gehört zu den einfachsten Dingen, die man in einem Smarthome automatisieren kann. Ikea ergänzt mit dem smarten Verdunklungsrollo namens „Fyrtur“ nun die Option „Licht raus“.

Ikea revolutionierte die Welt der Möbel. Wer beim Aufbau selbst Hand anlegt und nicht immer ganz eindeutige Comic-Anleitungen hinzunehmen bereit ist, kann für zumeist kleines Geld komplette Straßenzüge neu einrichten – und das stilvoll, denn auf das Thema Design verstehen sich die Schweden. Neben Köttbullar, Pippi Langstrumpf und Bücherregal Billy sollen jetzt Smarthome-Komponenten zu den Exportschlagern aus dem Land der Elche zählen. Das Unternehmen baute sein Angebot an entsprechenden Produkten über die vergangenen Monate hinweg immer weiter aus – auch um das hier vorgestellte smarte Rollo names Fyrtur. Das versteht sich nach diversen softwareseitigen Updates endlich auch auf die Welt der Apple-Anwender und integriert sich in HomeKit und Siri. Was taugt das Smarthome zum Smartpreis?

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Fyrtur oder Kadrilji: Wie duster darf es sein?

Sinn und Zweck eines Rollos ist in erster Linie das Ab- und Verdunkeln eines Raumes. Ikea bietet seinen Smarthome-Raumverdunkler deshalb auch gleich in zwei Varianten an: Das Modell „Kadrilj“ ist halb lichtdurchlässig und schützt damit vor allem vor Licht, das bei der Bildschirmarbeit oder beim Fernsehen blenden könnte. Richtig dunkel wird es hingegen nur mit dem hier getesteten „Fyrtur“. In Bezug auf verfügbare Größen und Mechanik sind beide Varianten als absolut vergleichbar zu bezeichnen – bis auf den beim Modell Kadrilj lichtdurchlässigen Stoff ließen sich beim Vergleich im örtlichen Ikea-Markt keine nennenswerten Unterschiede feststellen.

Mit nach Hause hat es aber nur Fyrtur in der breitesten verfügbaren Variante von 140 mal 195 Zentimetern geschafft. Und die offenbart direkt nach dem Auspacken, dass Ikea das wichtigste Versprechen eines Verdunklungsrollos durchaus einhält: Der graue Stoff ist dick, blickdicht und somit auch absolut lichtundurchlässig.

Ikea Fyrtur glänzt mit einfacher Montage

Die Befestigung von Fyrtur stellt selbst den handwerklichen Laien mit den sprichwörtlichen zwei linken Händen vor keine zu große Herausforderung. Die zwei zum Anbringen am Mauerwerk mitgelieferten Metallwinkel lassen sich wahlweise an der Wand oder der Decke befestigen. Dafür benötigt man jeweils zwei Schrauben und Dübel, die sich Ikea-typisch nicht im Lieferumfang befinden. Sind die Metallwinkel angebracht, lässt sich das Rollo in den integrierten Haltemechanismus hineindrücken – und durch das Drücken eines Plastikclips auch wieder lösen.

Nicht in der Montageanleitung dokumentiert ist das Anbringen direkt am Fensterrahmen. Dazu bedient man sich des Montagesatzes „Klamby“ – das funktionierte an dem von uns gewählten Fenster hervorragend. Der einzige Haken: Das Fenster lässt sich bei einer Befestigung des Rollos direkt an dessen Rahmen nicht mehr gänzlich öffnen. Da die Stoffbahn zudem unmittelbar am Fenster entlangläuft, kann ein Wechsel des Fenstergriffs gegen ein flaches Modell nötig werden – sonst setzt das Rollo beim Schließen auf dem Fenstergriff auf. Unsere im Selbstversuch erprobte Empfehlung für einen entsprechenden Griff trägt die Modellbezeichnung „Juliane“, stammt von Alpertec und befindet sich beispielsweise beim Obi-Baumarkt im Sortiment.

Grundlegende Einrichtung des Ikea-Rollos

Hängt das Rollo, folgt die Einrichtung weiterer Hardware. Zuerst setzt man den Akku ein, der hinter einer etwas schwergängigen grauen Plastikabdeckung seinen Platz findet. Ikea nutzt zur Stromversorgung von Fyrtur und Kadrilj einen proprietären Akkusatz namens „Braunit“ (der sich auch einzeln nachkaufen lässt). Dieser lässt sich mithilfe eines beigefügten USB-auf-Micro-USB-Kabels von ordentlicher Länge laden. In mehreren Wochen des Testens war der Akku trotz mehrmaligem Öffnen und Schließen an allen Tagen eines Monats nicht leer zu bekommen. Diese Erfahrung deckt sich mit Berichten weiterer Anwender im Netz: Ein Ladestopp scheint erfreulich selten nötig – schön, wenn man diesbezüglich mal von Monaten sprechen darf.

Bedienen lässt sich Fyrtur direkt am Gerät, über die mitgelieferte Fernbedienung und nach Installation eines Tradfri-Gateways auch via HomeKit.
Bedienen lässt sich Fyrtur direkt am Gerät, über die mitgelieferte Fernbedienung und nach Installation eines Tradfri-Gateways auch via HomeKit. (Bild: Ikea)

Das ebenfalls in der Packung liegende USB-Ladegerät dient zeitgleich als Signalverstärker für das mithilfe des Zigbee-Protokolls angesteuerte Rollo. Ohne diese „Wandwarze“ geht nichts, sogar die beiliegende Fernbedienung ist ohne sie funktionslos. Hat der Signalverstärker einen Platz in einer in der Nähe angebrachten Steckdose gefunden und hat man die CR2032-Knopfzelle in die Fernbedienung gelegt, lässt sich das Rollo mit eben jener steuern. Wer mag, kann die Fernbedienung als Handteil nutzen: Eine magnetische Halteplatte für diese lässt sich mit dessen Klebefläche oder zwei Bohrungen an der Wand befestigen.

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Die maximale Länge der verdunkelnden Stoffbahn beträgt 195 Zentimeter. Sowohl das motorisierte Öffnen als auch das Schließen benötigte im Testaufbau auf 140 Zentimeter Länge jeweils 22 Sekunden – das Öffnen dauerte dabei einen kleinen Tick länger. Von Hand lässt sich das Rollo durch das Ziehen der Stoffbahn selbst weder öffnen noch schließen – „mal eben“ den Raum zu verdunkeln, funktioniert somit nicht. Immerhin: Neben dem Akkufach befinden sich zwei kleine Knöpfe, mit denen sich das Rollo ebenfalls bedienen lässt. Mit diesen legt man auch die maximale Länge des Rollos fest, denn es müssen mitnichten die vollen 195 Zentimeter abgefordert werden.

Das Rollo smart machen

Bis hierhin ist Fyrtur nicht mehr als ein motorisiertes Verdunklungsrollo. Smart wird es erst, wenn man ihm zusätzliche Hardware in Form des „Trådfri“-Gateways anbei stellt. 30 Euro kostet Ikeas hauseigener Smarthome-Hub – zusätzlich zu den mindestens 130 Euro für das Rollo an sich. Ist das Gateway kabelgebunden mit dem Netzwerk verknüpft und via USB-A-Stecker mit Strom versorgt, erfolgt die Integration in das eigene Apple-Smarthome mithilfe der für iOS und Android kostenfrei verfügbaren App „Ikea Home Smart (Trådfri)“.

Die weitere Einrichtung mittels der iPhone-App entpuppte sich trotz gut gemachter Erklärungen als zäh, da sich die einzelnen Komponenten (Gate, Signalverstärker, Fernbedienung, Rollo) nicht immer auf Anhieb „sahen“ und darüber hinaus diverse Firmware-Updates der Einzelbausteine nötig waren. Kurzum: Das Rollo an sich hängt schnell, doch bis alles reibungslos läuft, ist eine Extraportion Geduld aufzubringen.

Immerhin: Ist das Trådfri Gateway erst einmal Teil des eigenen HomeKit-Zuhauses, lassen sich auch Ikeas Smarthome-Lichtlösungen einbinden – durch das Tal der Tränen bei der Ersteinrichtung muss man somit nur einmal waten.

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In der Home-App angekommen, lässt sich Fyrtur mit dem bekannten Komfort einer HomeKit-Integration steuern: Auf Zuruf via Siri öffnet und schließt sich das Rollo sowohl vollständig als auch prozentual. Automationen, etwa das Schließen bei Sonnenuntergang, und die Integration in eine Szene, wie beispielsweise „Guten Morgen“, funktionieren problemlos.

Heißt: In der Praxis kann Fyrtur nicht nur durch sein Design, sondern auch seine Funktionalität bei zugleich angemessenem Preis überzeugen – typisch Ikea eben.

Ikea Fyrtur: Das Fazit

Günstiges Smart Rollo mit guter Hardware, dessen Ersteinrichtung etwas Geduld erfordert.

Das getestete Produkt wurde durch den Autoren des Testberichtes käuflich erworben. Es erfolgte keinerlei Kompensation durch Ikea oder sonstige Dritte.

Das Ikea-Smarthome im Überblick

Trådfri

(Bild: Ikea)

Günstiger als Philips: Ikea bietet diverse LED-Leuchtmittel zum kleinen Preis ab 8 Euro an. Fit für HomeKit macht man die via Zigbee angesteuerten smarten Glühbirnen mithilfe des „Trådfri“-Gateways, das einmalig pro Zuhause mit 30 Euro zu Buche schlägt. Auch diverse Lichtkacheln, Schalter und Fernbedienungen finden sich bei Ikea.

Kadrilj

(Bild: Ikea)

„Kadrilj“ ist „Fyrturs“ lichtdurchlässiger Zwilling. Während sich Letzterer vor allem in Räumen wie dem Schlafzimmer anbietet, in denen eine vollständige Verdunkelung gewünscht ist, ist Kadrilj gut vor Fenstern im Arbeits- oder Wohnzimmer aufgehoben. Diese verschattet er und verhindert so störende Reflexe auf Bildschirmen.

Symfonisk

(Bild: Ikea)

Ikea und Sonos machen gemeinsame Sache: Sowohl im Regallautsprecher als auch der Tischleuchte mit integriertem Speaker steckt das Know-how der Hi-Fi-Experten aus Santa Barbara, kombiniert mit dem gefälligen skandinavischen Design. Die Wandbefestigung und Fernbedienung sind optional erhältlich.

Hektar

(Bild: Ikea)

Die Arbeitsleuchten „Hektar“ und „Riggad“ kombinieren eine Qi-Lademöglichkeit für neuere iPhone-Modelle mit einer Lampe für den Schreib- oder Nachttisch. Bastler können die „Nordmärke“-Ladepads sogar in Möbel integrieren. Leider beträgt die maximale Ladeleistung bei allen Ikea-Chargern lediglich fünf Watt.

Testergebnis
ProduktnameIkea Fyrtur
HerstellerIkea
Preisab 130 €
Webseitewww.ikea.de
Pro
  • blickdicht, leicht anzubringen, HomeKit-, Alexa- und Google-Home-Anbindung
Contra
  • fummelige Inbetriebnahme, zu kurz für bodentiefe Fenster und Türen, proprietärer Akku
SystemvoraussetzungenTradfri-Gateway für HomeKit-Anbindung
Bewertung
2
gut
 

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Überflüssiger Schnickschnack und sowieso in Kürze Elektroschrott. So viel Kraft habe ich noch, dass ich mein Rollo händisch auf und runter machen kann. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich dieser ganze Smart Home Quatsch auf kurz über lang recht, weil nicht mehr unterstützt wird. Siehe Sonos und alte Hue Produkte. Oder die Osram Lichtlinie, oder Raumfeld Audio.

Ok bommer