MEGADEAL Jetzt gut informiert in den Apple-Herbst 2026 starten Deal sichern
ANC serienmäßig

AirPods 5 im Test: Weniger Lärm für weniger Geld

Außen alles beim Alten, innen mit besserer Geräuschunterdrückung und am Regal mit einem kleineren Preisschild: Die AirPods 5 wirken beim ersten Hinsehen unscheinbar, aber haben es in sich.

Von   Uhr
Mac Life bei Google bevorzugen
So verpassen Sie unsere Updates bei Google nicht mehr: Klicken Sie auf den Link, setzen Sie im Google-Menue das Haekchen neben maclife.de und speichern Sie. Google spielt Ihnen unsere neuen Beitraege dann bei Suchanfragen bevorzugt aus.

Wer die AirPods 5 neben ihre Vorgänger legt, sucht den Unterschied vergeblich: Ohrhörer und Ladecase übernehmen Design und Passform der AirPods 4, im Inneren arbeitet weiterhin der bewährte H2-Chip, den Apple 2022 mit den AirPods Pro 2 eingeführt hat. Neu ist eine Akustikarchitektur mit mehreren Luftkanälen nach Vorbild der AirPods Pro 3, dazu rauschärmere Mikrofone und eine verfeinerte automatische Klanganpassung. Die eigentliche Neuerung ist der Preis. Für die günstigsten AirPods mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) verlangte Apple bislang 199 Euro, jetzt bieten beide Varianten der AirPods 5 die Funktion ab 149 Euro. Das getestete Modell kostet 169 Euro – immerhin 30 Euro weniger als die AirPods 4 mit ANC und das zu Zeiten, in denen alles andere an Technik teurer wird. Obendrein schützt nun IP57 statt IP54 beide Varianten besser vor Wasser.

Herbst-Angebot

Eine Wischgeste am Stiel regelt die Lautstärke – allerdings nur beim 169-Euro-Modell.
Eine Wischgeste am Stiel regelt die Lautstärke – allerdings nur beim 169-Euro-Modell. (Bild: Apple)

Ruhe to go

Der grundlegende Unterschied zwischen AirPods Pro und regulären AirPods: Letztere dichten als offene Ohrhörer den Gehörgang nicht ab, der Geräuschunterdrückung fehlt damit die passive Dämpfung eines Silikonaufsatzes. Vor allem gleichmäßiges tiefes Brummen bekommen die Pro-Stöpsel deshalb besser in den Griff.

Unscheinbar kommen sie in ihrer Box daher.
Unscheinbar kommen sie in ihrer Box daher. (Bild: Stefan Molz)

Apple verspricht für die AirPods 5 bis zu 50 Prozent mehr Geräuschunterdrückung als bei den AirPods 4 mit ANC – und im direkten Vergleich ist ein Unterschied wahrnehmbar. Laute Umgebungen ermüden weniger, Podcasts in der Bahn bleiben verständlicher. Stille stellt sich allerdings nicht ein: Stimmen und hohe Töne schwächt das ANC nur ab, und weil keine Abdichtung mithilft, schwankt die Wirkung mit dem Sitz im Ohr. Wer den Druck abgedichteter In-Ears scheut, erhält einen guten Kompromiss. Wer jedoch maximale Stille sucht, greift zu den AirPods Pro 3.

Doch was ist alles drin? Viel ist es nicht …
Doch was ist alles drin? Viel ist es nicht … (Bild: Stefan Molz)

Mehr an Verbesserung nahmen wir am Transparenzmodus wahr, der Stimmen und Umgebung natürlicher durchleitete – ein kurzes Gespräch etwa am Bahnsteig gelingt ohne Herausnehmen. Adaptives Audio mischt beide Modi je nach Umgebung selbstständig, die Konversationserkennung senkt die Lautstärke, sobald man selbst zu sprechen beginnt.

Guter Ton

Klanglich liefern die AirPods 5 ein warmes, rundes Bild. Der Bass reicht erstaunlich tief, baut aber nicht den Druck abgedichteter In-Ears auf. Stimmen und Gitarren stehen klar und präsent im Mittelpunkt, die Höhen klingen luftig, aber gezähmt – auch spitz abgemischte Songs fräsen sich nicht in den Ohren. Wie viel Fundament bleibt, hängt vom Sitz ab: Liegt der Hörer locker in der Ohrmuschel, verliert der Bass hörbar an Kraft.

(Bild: Stefan Molz)

Das andere Szenario: Telefonieren. Hier kommt die eigene Stimme beim Gegenüber klar an, die Stimmisolation filtert Straßenlärm zuverlässig heraus. In sehr lauter Umgebung klingt die Stimme etwas dünner, bleibt aber gut verständlich, Wind ist noch immer ein Problem.

(Bild: Stefan Molz)

Drückt nicht, zwickt nicht

Für viele Menschen entscheiden Sitz und Tragegefühl. Hier punkten die AirPods 5, denn ohne Silikonaufsatz, der den Gehörgang verschließt, entsteht kein sogenannter Okklusionseffekt: Die eigene Stimme dröhnt nicht im Kopf, Schritte und Kieferbewegungen hallen nicht im Schädel nach. Auch das Druckgefühl, das manche bei abgedichteten Hörern mit ANC stört, bleibt hier in der Regel aus. Wer noch EarPods in der Schublade hat, kann das Tragegefühl grob simulieren – und wird bestätigen, dass es schlicht Ohren gibt, in denen solche Hörer nicht gut halten – Apples Bemühungen um eine möglichst universelle Bauform zum Trotz.

(Bild: Stefan Molz)

Wir indes hatten auch über Stunden keine Druckstellen und sowohl beim Rennen als auch beim Kauen – beides „Endgegner“ im Alltag mit Ohrhörern – nie das Gefühl, dass uns die AirPods 5 aus den Ohren fallen könnten. Auch mit Brille gab es keine Probleme: Beim Auf- und Absetzen blieb kein Bügel am Stiel der AirPods hängen.

Das Ladecase passt fast in das Kameraplateau des iPhone.
Das Ladecase passt fast in das Kameraplateau des iPhone. (Bild: Stefan Molz)

Bei mäßiger Lautstärke am iPhone und eingeschalteter Geräuschunterdrückung hielten die AirPods 5 im Test 5 Stunden und 25 Minuten durch und übertrafen damit Apples Angabe von 5 Stunden leicht. Nachtanken lassen sich die Ohrhörer wie gehabt im Ladecase.

Was es in Deutschland (noch) nicht gibt

Siri AI, Apples neuer Sprachassistent auf KI-Basis, startet in der EU vorerst nur auf dem Mac und der Vision Pro – und das auch nur auf Englisch. Am iPhone bleibt es hierzulande also bei der bekannten Siri. Anders die Live-Übersetzung: Sie ist bereits verfügbar, setzt aber ein iPhone mit Apple Intelligence voraus.

ANC serienmäßig

Die AirPods 5 sind sehr gute Ohrhörer, und das aus zwei Gründen: Sie bringen ANC ab 149 Euro und kommen ohne Stöpsel direkt im Gehörgang aus. Für sensorisch empfindliche Menschen, die abgedichtete In-Ears nicht vertragen, sind sie die naheliegende Alternative zu den ansonsten besseren AirPods Pro 3. Letztere messen die Herzfrequenz, bieten Hörgesundheitsfunktionen, dämpfen Lärm bauartbedingt stärker, und ihr Ladecase lässt sich im Fall der Fälle dank Präzisionssuche noch einfacher aufspüren.

Und die AirPods 4?

Apple hat die AirPods 4 nicht länger im Programm, im Handel finden sich aber Restbestände. Die Variante mit ANC lohnt sich nur noch unter 110 Euro: Sie dämpft schwächer und ist schlechter gegen Wasser geschützt, bietet aber ebenfalls kabelloses Laden und einen Lautsprecher im Case. Das Modell ohne Geräuschunterdrückung gehört höchstens unter 80 Euro in den Warenkorb. Beim Sparen hilft ein Preisalarm auf idealo.de oder mydealz.de. Alle AirPods im Vergleich zeigt die Kaufberatung ab Seite 60 – die verbesserten AirPods 5 ordnen wir im dortigen Gesamtgefüge den AirPods 4 als ebenbürtig ein.

Für eine Handvoll Euro mehr

Nur 20 Euro trennen die beiden Modelle, dennoch unterscheiden sie sich in vier Details. Erstens: Das Case der teureren Variante lädt nicht nur via USB-C, sondern auch kabellos auf Qi-Ladegeräten – und sogar auf dem Ladegerät einer Apple Watch. Zweitens: Mit aktiver Geräuschunterdrückung halten die teureren Ohrhörer laut Apple 5 statt 4 Stunden durch, in Kombination mit dem Case 22 statt 20 Stunden. Drittens: Die Lautstärke per Wischgeste am Stiel regelt nur das Modell zu 169 Euro. Das aus unserer Sicht am meisten unterschätzte Argument: der Lautsprecher im Case, den die „Wo ist?“-App zum Piepen bringt. Wer jemals AirPods verlegt hat, weiß diese Hilfe zu schätzen. Die 20 Euro Aufpreis sind daher gut angelegt – wir fragen uns eher, warum Apple überhaupt diese abgespeckte Variante der AirPods 5 im Sortiment hat.

Nur das Case des teureren Modells lädt kabellos, etwa auf dem Ladepuck der Apple Watch.
Nur das Case des teureren Modells lädt kabellos, etwa auf dem Ladepuck der Apple Watch. (Bild: Stefan Molz)
Stefan Molz // Chefredakteur
Stefan Molz

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.

Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.

Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

Weitere Artikel von Stefan Molz
Schleifenquadrat-Podcast

Fazit

Spürbar mehr Ruhe für wenig Geld und dazu durchweg guter Klang. Günstiger als das Pro-Modell und eine gute Alternative für alle, die keinen Silikonpfropfen im Gehörgang wollen.

Testergebnis
ProduktnameAirPods 5
HerstellerApple
Preis149 €
Webseiteapple.com/de
Pro
  • + ANC ohne Stöpsel
  • + kein Druck im Ohr
  • + guter Klang
  • + Case des 169-Euro-Modells lädt kabellos und piept
  • + günstiger als der Vorgänger
Contra
  • - ANC bauartbedingt schwächer als bei AirPods Pro 3
  • - Basismodell zu 149 Euro spart an den falschen Stellen
Bewertung
1,3sehr gut

Mehr zu diesen Themen: