Enthält Affiliate-Links [Was ist das?]Apple Watch und der gesunde Schlaf

Schlaftracking mit der Apple Watch: Besser schlafen mit der Apple Watch – so geht's

Die Apple Watch will als Fitnesstracker die Gesundheit ihres Nutzers verbessern. Doch neben regelmäßigem Sport ist erholsamer Schlaf die beste Medizin – gerade in anstrengenden Zeiten wie diesen. Wir zeigen dir, wie Schlaftracking mit der Apple Watch funktioniert:

Von   Uhr

Die Apple Watch ist Apples persönlichster Computer. Die Smartwatch ist im Alltag immer am Handgelenk dabei. Als Fitnesstracker, als EKG und als Sturzdetektor und sogar als Meditationshilfe will die smarte Uhr die Gesundheit ihrer Nutzerinnen und Nutzer nachhaltig verbessern. Das gelingt vor allem durch ihre vielen Sensoren – etwa dem Pulsmessgerät.

Doch die Apple Watch kann mehr, als nur die aktiven Phasen des Alltags zu begleiten und zu überwachen. Mit den richtigen Apps und in der Nacht getragen, kann das smarte Gadget auch Ihren Schlaf verbessern. Das Ganze nennt sich „Sleep-Tracking“, also die Beobachtung des Schlafs. Dank der Bewegungssensoren der Uhr kann die Apple Watch feststellen, wie ruhig oder unruhig Sie während des Schlafs sind. Das interne Mikrofon kann störende Geräusche aus der Umgebung oder gar Schnarchen feststellen. Mit dem Pulsmesser sind Rückschlüsse auf wache Phasen möglich. All diese Informationen kann die Apple Watch für Sie registrieren und am nächsten Morgen aufbereiten.

Apple und Schlaftracking

Die Apple Watch scheint wie gemacht für die Aufgabe der Schlafüberwachung – umso überraschender ist es, dass es bisher noch keinen eigenen Vorstoß von Apple in diese Richtung gibt. Die Gerüchteküche vermutet aber schon länger, dass der Konzern an entsprechenden Funktionen arbeitet.

Besserer Schlafdurch Meditation

Wer Probleme mit schlechtem Schlaf hat, besonders beim Einschlafen, hat vielleicht auch generell Probleme mit der Bewältigung von Stress. Ganz egal, ob es sich dabei um privaten Ärger zu Hause oder anspruchsvolle Projekte im Job handelt: Für einen gesunden Schlaf braucht es Ruhe. Deshalb kann neben der Erfassung von Schlafenszeiten durch Sleep-Tracker auch eine ganz andere Funktion der Apple Watch hilfreich sein: die Atmen-App. Regelmäßige Meditationsübungen können eine simple und einfache Hilfe zur Stressbewältigung darstellen. Zwei kurze Meditationsübungen täglich reichen meist schon aus; eine Übung nach dem Aufstehen und eine zum Feierabend sollte sich in jeden Alltag integrieren lassen.

Die vorinstallierte Atmen-App zeichnet Ihre Herzfrequenz auf und hilft beim tiefen Durchatmen. Die Ergebnisse überträgt die Anwendung zudem in die Health-App. Einfach mal ausprobieren!

Die Health-App kann zwar bereits Daten von Schlaf-Tracker-Apps aufnehmen, die Apple Watch erstellt diese allerdings noch nicht eigenständig. Apple arbeitet aber offensichtlich fleißig hinter den Kulissen an diesem Thema: Im Jahr 2017 übernahm die Firma einen Anbieter für Sleep-Tracker, im Oktober 2019 tauchte gar ein Verweis auf eine „Sleep“-App in einem Screenshot für die Wecker-App der Apple Watch auf. Es scheint also nur eine Frage der Zeit, bis Apple entsprechende Funktionen für seine Smartwatch nachrüstet. Diese könnten mit einem simplen Softwareupdate auch ältere Modelle der Uhr erreichen, sofern diese über die benötigten Sensoren verfügen.

Schlaftracking mit „Sleep Watch“

Im App Store gibt es eine Vielzahl von Gesundheitsapps. Darunter befinden sich auch einige Sleep-Tracker und Aufweckhilfen. Sleep Watch etwa kümmert sich um die automatische Aufzeichnung Ihrer Nachtruhe. Bei der erstmaligen Einrichtung der App legen Sie zunächst ein Nutzerkonto an und tragen dabei einige persönliche Daten, wie zum Beispiel Ihr Gewicht und Ihre Größe, ein. Anschließend können Sie die App auch mit Apples Health-App verknüpfen, um dort die Daten zu Ihren Schlafphasen einzusehen.

Die anschließende Nutzung des Sleep-Trackers funktioniert automatisch. Sie tragen die Apple Watch beim Schlafen, achten auf genügend Akkukapazität – und der Rest passiert ohne Ihr Zutun. Am nächsten Morgen erhalten Sie automatisch einen Bericht Ihrer Nachtruhe. Sleep Watch informiert Sie über Ihre Schlafdauer und -muster. Die App versucht, nachts automatisch zu erkennen, wann Sie wach werden, leicht oder tief schlafen. Diese Daten leitet die Anwendung aus Ihren Bewegungen und Ihrem Puls ab. Bei der Datenauswertung achtet Sleep Watch darauf, ob Sie mehrere Tage am Stück einen guten Schlaf hatten und zeigt Ihnen entsprechende Entwicklungen an. Tagsüber fragt die Anwendung mit eigenen Benachrichtigungen auf dem Handgelenk ab, wie ausgeruht Sie sich fühlen. All das fließt in die Datenauswertung ein, die tägliche, wöchentliche und monatliche Durchschnittswerte liefert.

Sleep Watch ist grundsätzlich kostenfrei. Mit einem kostenpflichtigen Abo schalten Sie jedoch weitere Funktionen frei. Dann bietet die Watch-App zum Beispiel einen Wecker an, der Sie aus leichten Schlafphasen weckt und somit das Aufwachen erleichtern soll. Daneben gibt es auch eine Datenerhebung bei der automatischen Einschlaferkennung sowie genauere Auswertungen, und Benachrichtigungen. Das Abonnement kostet rund 4,50 Euro pro Monat oder 33 Euro im Jahr.

Die automatische Datenerhebung funktionierte in unserem Langzeittest insgesamt recht zuverlässig, im Alltag kann es aber auch zu einigen falschen Aufzeichnungen kommen. Sleep Watch erfasste etwa den gemütlichen Kinobesuch am Sonntagnachmittag als leichte Schlafphase – der Film war zwar nicht besonders aufregend, aber auch nicht einschläfernd. Diese falschen Erhebungen können Sie aber auch löschen und so Ihr digitales Schlafkonto mit der Realität abgleichen.

Autosleep bereitet ihre Daten wie Apples Aktivität-App mit bunten Ringen auf.

Sleep Watch zeichnet beim nächtlichen Tragen der Apple Watch automatisch die Schlafphasen auf und präsentiert morgens eine Auswertung.

Die Wecker-App Sleep Cycle versucht, Sie während einer leichten Schlafphase anstatt zu einer festen Uhrzeit zu wecken.
Autosleep bereitet ihre Daten wie Apples Aktivität-App mit bunten Ringen auf. Sleep Watch zeichnet beim nächtlichen Tragen der Apple Watch automatisch die Schlafphasen auf und präsentiert morgens eine Auswertung. Die Wecker-App Sleep Cycle versucht, Sie während einer leichten Schlafphase anstatt zu einer festen Uhrzeit zu wecken. (Bild: Screenshots)

Schlaftracking mit „Autosleep“

Eine Alternative zu Sleep Watch ist Autosleep. Auch diese App erkennt Ihre Schlafphasen automatisch und liefert sie optisch ansprechende Datenauswertungen in deutscher Sprache. Analog zu Apples Aktivität-App für Workouts bereitet Autosleep die Auswertungen in bunten Ringen auf. Das Vervollständigen der Ringe soll auch hier zu besseren „Leistungen“, also einem besseren Schlaf, motivieren.

Allerdings unterscheiden sich manche Datenpunkte im direkten Vergleich. Autosleep erkannte im Test etwa geringere Tiefschlafphasen als Sleep Watch. Auch die Datenaufbereitung erscheint im ersten Moment etwas abstrakter. Autosleep arbeitet zwar mit Ringen, erklärt zunächst aber nicht ausreichend, wofür diese stehen beziehungsweise wie Sie diese Ringe schließen können. Erst ein Blick in die Einstellungen verschafft hier Hilfe.

So dürfen Sie selbst einstellen, welche Ziele Sie mit den einzelnen Ringen überhaupt erreichen können oder wollen. In den Einstellungen können Sie darüber hinaus die automatische Einschlaferkennung kalibrieren.

Im Test hat Autosleep zwar ebenfalls den Kinobesuch als Mittagsschläfchen verstanden. Dafür hat die voreingestellte Kalibrierung aber besser auf ruhige Schreibtischarbeit reagiert und diese nicht automatisch als Schlafphasen aufgezeichnet.

Autosleep kostet rund 3,50 Euro im einmaligen Kauf. Ein Abomodell oder zusätzliche In-App-Käufe gibt es nicht. Wer also erste Versuche in Sachen Sleep-Tracking mit der Apple Watch unternehmen möchte, greift am besten zunächst zu Sleep Watch. Für Geübte ist Autosleep die bessere Lösung.

Aufwachen mit dem iPhone

Für viele Nutzer ist das iPhone mittlerweile zum Ersatz des Weckers geworden. Allerdings hat das iPhone auch einige Nachteile bei diesem Einsatz: Der letzte Griff vor dem Schlafengehen und die erste Handlung nach dem Aufwachen gehen dann beide zum Smartphone. Das kann Einschlafen und Aufwachen sehr stören: Wer direkt vor dem Einschlafen noch Twitter checkt, wichtige E-Mails abarbeitet oder gar in Whatsapp-Gruppen schreibt, kann womöglich weniger gut abschalten und einschlafen. Auch wenn die erste Aufmerksamkeit morgens zum Telefon geht und die nächtlichen Nachrichten vom Chef grüßen, kann dies den eigentlich abgelegten Stress sofort wieder zurückbringen.

Das weiß auch Apple – und deshalb gibt es neben dem Wecker auch noch die „Schlafenszeit“-Funktion in der Uhr-App. Damit richten Sie ein Zeitfenster, in dem Sie auf jeden Fall im Bett sein möchten, sowie einen passenden Wecker für den nächsten Morgen ein. Diese groben Schlafenszeiten trägt die Uhr-App auch in die Health-Anwendung ein.

Datenschutz im Schlaf?

Unser Test der Sleep-Tracker auf der Apple Watch hat gezeigt, dass Apples möglicher Vorstoß in diese Richtung noch aus einer anderen Perspektive heraus interessant sein könnte: Der Datenschutz genießt bei Apple traditionell eine größere Bedeutung als bei der Konkurrenz. Denn die Apple Watch als Schlafbegleiter am Handgelenk fühlt sich erstaunlich intim an – nicht nur, weil das Gerät den Schlaf ihres Trägers hautnah beobachtet, sondern auch, weil es mit einem Mikrofon ausgestattet die nächtlichen Geräusche im Schlafzimmer mithört und aufzeichnen kann. Bei manchen Apps bedingt die Analyse etwa der Schnarchgeräusche diese Funktion. Wo diese Daten landen und was mit ihnen passiert, ist bei der Benutzung oftmals unklarer als nötig.

Apples Umgang mit persönlichen und sensiblen Daten konzentriert sich zumeist auf das lokale Speichern statt auf Cloud-Lösungen. Dieses Herangehen könnte die Nutzung eines Sleep-Trackers für viele erleichtern.

Anders als beim normalen Wecker schaltet das iPhone während dieser Zeit in den Nicht-Stören-Modus um. Das bedeutet, dass Sie zwar noch immer Benachrichtigungen erhalten, diese aber nicht auf dem Startbildschirm des iPhone als erste Begrüßung am neuen Morgen erscheinen. Stattdessen wünscht Ihnen Ihr Smartphone erst einmal einen guten Morgen und bietet Wetterinformationen zum neuen Tag an. Das Aufwachen ist somit potenziell sanfter als bei einem normalen Wecker. Die Schlafenszeit-Funktion können Sie auch ohne die Apple Watch als Sleep-Tracker verwenden, die erhobenen Daten bleiben allerdings ungenau – denn die App weiß nicht, wann genau Sie einschlafen und wie unruhig Ihr Schlaf ausfällt.

Neben Apples eigener Wecker-Funktion gibt es aber im App Store weitere Anwendungen für einen besseren Morgen. Mit Sleep Cycle nutzen Sie das iPhone nicht nur als Wecker, sondern auch als Einschlafhilfe. Verschiedene Geräuschkulissen, wie zum Beispiel Meeresrauschen, sollen beim Einschlafen für Beruhigung sorgen. Der Wecker für den nächsten Morgen ist flexibler als der klassische Alarmgeber mit einer festen Uhrzeit: Sie geben lediglich eine Uhrzeit zum Aufwachen an, und Sleep Cycle nutzt ein halbstündiges Zeitfenster, um Sie in einer leichten Schlafphase zu wecken.

Damit das funktioniert, müssen Sie Ihr iPhone nachts aber korrekt neben sich platzieren – auf einer festen Ablage zum Beispiel, damit das Mikrofon Ihre Schlafbewegungen analysieren kann. Der Bewegungssensor des iPhone hilft ebenfalls, allerdings müssen Sie das Smartphone dafür auf Ihrer Matratze ablegen – eine eher suboptimale Lösung. Sleep Cycle zeichnet auf Wunsch auch Ihr Schnarchen auf, um am nächsten Morgen Hinweise zu einem unruhigen Schlaf zu geben – falls das nicht bereits Ihr Partner erledigt.

Für den vollen Umfang benötigen Sie ein kostenpflichtiges Abo für knapp 30 Euro pro Jahr. Damit erhalten Sie neben der Einschlafhilfe und dem Schnarchsensor auch erweiterte Statistiken zu Ihrem Schlafverhalten.

Nachtruhe – trotz Apple Watch

Egal für welche Lösung Sie sich entscheiden: Sobald Sie die Smartwatch auch nachts benutzen, müssen Sie einige pragmatische Änderungen in der Benutzung von Apple Watch und iPhone beachten. Sehr wahrscheinlich betrifft das zunächst den Laderhythmus der Uhr. Falls Sie die Nächte bisher zum Aufladen des Akkus benutzt haben, müssen Sie nun auf ein anderes Zeitfenster ausweichen – zum Beispiel morgens direkt nach dem Aufstehen, abends vor dem Einschlafen oder auch tagsüber in der Mittagspause. Das Laden der Uhr geht zum Glück recht schnell vonstatten: Nach eineinhalb Stunden haben Sie bereits rund 80 Prozent des Akkus der aktuellen Apple Watch wieder aufgeladen.

Statt Sleep-Tracker gibt es in der Wecker-App des iPhone lediglich die Schlafenszeit-Funktion, die beim Aufwachen helfen will.
Statt Sleep-Tracker gibt es in der Wecker-App des iPhone lediglich die Schlafenszeit-Funktion, die beim Aufwachen helfen will. (Bild: Screenshots)

Nachts gilt es zudem, weitere Faktoren zu beachten. Da die Watch noch nicht selbsttätig zwischen Tag und Nacht unterscheiden kann, verhält Sie sich nachts genauso wie tagsüber. Das bedeutet: Jede Benachrichtigung lässt die Uhr vibrieren beziehungsweise aufleuchten. Bewegungen des Arms können die Uhr ebenfalls erhellen. Das kann die Nachtruhe stören – sowohl Ihre als auch die Ihres Partners.

Aktivieren Sie deshalb abends sowohl den Theatermodus als auch den Nicht-Stören-Modus der Uhr. Der Theatermodus verhindert dabei das Aufleuchten des Uhr-Displays durch Ihre Bewegungen, „Nicht-Stören“ eventuelle Benachrichtigungen mit Ton und Haptik. Diesen Modus können Sie sogar automatisch zu festen Uhrzeiten aktivieren und deaktivieren – das sorgt ohne viel Mühe für eine bessere Nachtruhe und ein erfrischtes Aufwachen.

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