- ExpressVPN
- NordVPN
- Norton VPN
- Proton VPN
- Surfshark VPN
- TunnelBear
Für alle, die sich beim Surfen um ihre Privatsphäre und Sicherheit sorgen, ist ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) unverzichtbar. Es verschlüsselt den gesamten Internetverkehr – nicht nur, um Identität und Standort vor Online-Trackern zu verbergen, sondern auch vor dem eigenen Internetanbieter. So schützt ein VPN auch beim Surfen über öffentliche WLAN-Hotspots.
Wir erleben eine Hochphase der VPN-Technologie: Bei Verbindungen zu lokalen Servern gibt es kaum noch Leistungseinbußen, langsame Datenraten gehören der Vergangenheit an. Dennoch sollte man genau hinsehen, um einen Dienst mit der passenden Kombination aus Funktionen und Sicherheitsstandards zu wählen. Wichtig ist zudem, dem Anbieter vertrauen zu können – vor allem mit Blick darauf, dass keine Protokolle erstellt werden, die Rückschlüsse auf das eigene Surfverhalten ermöglichen könnten.
In diesem Vergleich haben wir sechs große VPN-Anbieter ausgewählt und sie in den Bereichen Sicherheit, Datenschutz, Geschwindigkeit, Bedienkomfort und Vertrauenswürdigkeit getestet. Alle Dienste funktionieren sowohl auf Desktop- und Mobilgeräten, einige auch auf weiteren Plattformen wie etwa dem Apple TV. Im Folgenden zeigt sich, welches VPN am besten zu den eigenen Anforderungen passt.
Zunächst haben wir die Sicherheit überprüft, indem wir eine Reihe von Leak-Tests auf ipleak.net und dnsleaktest.com durchgeführt haben. Es galt sicherzustellen, dass der tatsächliche Standort und die IP-Adresse mit aktivem VPN verborgen bleiben. Alle sechs VPN-Dienste haben diese Tests mit Bravour bestanden.
Anschließend haben wir mit speedtest.net die Geschwindigkeit gemessen: lokal, auf der anderen Seite des Atlantiks und sogar in Australien. Die Tests erfolgten über das Festnetz mit 30 MBit/s.
1. Serverstandorte
Wer geografische Beschränkungen umgehen will, sollte prüfen, in welche Länder sich mit dem VPN „umziehen“ lässt. Achte außerdem auf Anbieter mit Servern, die vollständig im Arbeitsspeicher laufen und Verbindungen mit bis zu 10 GBit/s bieten.
2. Unabhängige Prüfungen
Ein vertrauenswürdiger VPN-Dienst lässt seine Sicherheitsrichtlinien und das Versprechen, keine Nutzungsprotokolle zu speichern, regelmäßig von unabhängigen Dritten prüfen.
3. Gerätekompatibilität
Wie viele gleichzeitige Verbindungen unterstützt der Dienst? Und läuft das VPN nur auf Mac, iPhone oder iPad – oder auch auf anderen Geräten?
4. Geld sparen
Viele VPN-Anbieter gewähren großzügige Rabatte bei mehrjährigen Laufzeiten. Wer im Voraus mehrere Jahre zahlt, kann substanziell sparen.
ExpressVPN
ExpressVPN steht mit Blick auf die Leistung zwar nicht mehr ganz oben in den Bestenlisten, bleibt aber dank seines blitzschnellen Lightway-Protokolls konkurrenzfähig. Der Dienst bietet eine ausgewogene Ausstattung und kommt mit einem einfachen Preismodell ohne versteckte Zusatzstufen.
Zwar ist die Anzahl an Servern geringer als bei der Konkurrenz, aber es stehen über 160 Standorte in 105 Ländern zur Wahl. ExpressVPN läuft auf fast allen Gerätetypen, auch auf Routern, Fernsehern und sogar Spielkonsolen. Geboten werden zudem Werbeblocker und Passwortmanager – jedoch fehlen Features, die andernorts Standard sind, etwa das Double-Hop.
Die Oberfläche der Anwendung wirkt etwas schlicht und liefert, das ist entscheidend, nur wenige Infos zur Verbindung. Zudem ist ExpressVPN im Vergleich recht teuer. Trotzdem bleiben Leistung und Basisfunktionen stark. Wer Wert auf Datenschutz legt, profitiert von regelmäßigen, unabhängigen Prüfungen des Dienstes.
Preis: 15,46 Euro/Monat (Basic)
Web: expressvpn.com
+ starke Leistung
+ regelmäßige Audits
- unübersichtliches Interface
- wenige Extras
Note: 2,0
NordVPN
NordVPN ist bekannt als zuverlässiger Alleskönner: Er glänzt nicht in einem bestimmten Bereich, bietet aber eine beeindruckende Mischung aus Funktionen, Sicherheitsmerkmalen und hoher Geschwindigkeit. Das NordLynx-Protokoll, eine angepasste Version von WireGuard, liefert Top-Werte, während die Benutzeroberfläche Elemente anderer Apps klug kombiniert: eine interaktive Weltkarte, eine gut zugängliche Serverliste und eine übersichtliche Oberfläche mit mehreren Tabs. Der Anbieter hat massiv in sein Netzwerk investiert, das mittlerweile fast 6.500 Server in 111 Ländern umfasst. Hinzu kommen hilfreiche Extras wie ein DNS-Filter zum Blockieren von Werbung und gefährlichen Seiten sowie Meshnet, eine Funktion, mit der sich ein virtuelles LAN erstellen lässt, über das Freundeskreise oder Familienmitglieder direkt miteinander verbunden werden können.
Negativ fallen der Preis und die Tatsache ins Gewicht, dass einige Funktionen extra kosten.
Preis: 15,46 Euro/Monat (Basis)
Web: nordvpn.com
+ starke Leistung
+ Meshnet als LAN-Ersatz
- teures Monatspaket
- nicht alle Funktionen inklusive
Note: 2,0
Norton VPN
Auf den ersten Blick erscheint Norton VPN mit einem Preis von unter 20 Euro als günstig. Doch beim genaueren Hinsehen wird klar: Dieses VPN ist kein zentraler Bestandteil von Nortons Produktpalette. Es bietet eine eingeschränkte Länderabdeckung mit 29 Staaten und weniger Servern als die Konkurrenz. Unterstützt werden lediglich zwei VPN-Protokolle, wobei keines davon WireGuard oder OpenVPN ist. Zudem fehlen Funktionen, die mittlerweile Standard sind, darunter Double-VPN-Routing oder unabhängige Prüfungen der Datenschutzrichtlinien. Außerdem konnten wir via Speedtest keine aussagekräftigen Werte ermitteln, wenn wir Server in weiter entfernten Regionen wie Japan oder Neuseeland genutzt haben – auch wenn die Verbindung stand.
Die App ist benutzerfreundlich gestaltet, was man vom Norton-Account-Bereich im Web indes nicht behaupten kann. So ist Norton VPN ein nettes Extra im Rahmen des Sicherheitspakets, als eigenständiges Produkt aber unterlegen.
Preis: 49,99 Euro/Jahr
Web: norton.com
+ leicht verständliche App
+ günstiger Einstiegspreis
- eingeschränkter Funktionsumfang
- schwache Leistung
Note: 3,0
Proton VPN
Proton VPN ist ein vergleichsweise neuer Anbieter, der aber in puncto Sicherheit, Leistung und Transparenz Maßstäbe setzt. Es ist zudem der einzige Dienst im Test, der einen dauerhaft kostenlosen Tarif ohne Datenlimit anbietet – allerdings ohne die Möglichkeit, den Serverstandort selbst zu wählen. Wer für den VPN-Plus-Tarif zahlt, erhält Zugriff auf Premiumfunktionen und ein individuell konfigurierbares Multi-Hop-Routing, das mehr Anonymität bietet.
Die Bedienung ist intuitiv, und das Interface liefert viele Informationen und Schnellzugriffe – etwa auf „Secure Core“, mit dem sich der Datenverkehr über besonders geschützte Server in datenschutzfreundlichen Ländern umleiten lässt. Der einzige Mangel: Die Karte ist im dunklen Design nur schwer zu lesen.
Was die Leistung betrifft, liegt Proton VPN weit vorn. In Kombination mit dem soliden Funktionsumfang und der starken Sicherheitsarchitektur ergibt sich ein wirklich rundes Gesamtpaket.
Preis: 9,99 Euro/Monat (Plus)
Web: protonvpn.com
+ sehr gute Leistung
+ viele Funktionen
+ fairer Gratis-Tarif
- Kartenansicht zu dunkel und schwer zu lesen
Note: 1,5
Surfshark VPN
Surfshark liefert Leistung und Sicherheit auf Augenhöhe mit den Marktführern und punktet darüber hinaus mit Extras. Dazu gehören „Alternative ID“, eine Online-Zweitidentität, und das Surfshark-Nexus-Netzwerk, das alle Server zu einem großen Verbund zusammenschließt. Das ermöglicht einen nahtlosen Server-Übergang.
Das Interface weiß zu gefallen: Es ist funktional und liefert detaillierte Infos zur Verbindung sowie zu verfügbaren Serveroptionen. Wichtige Funktionen wie Multi-Hop oder statische IP-Adressen sind direkt erreichbar, während sich Adblocker oder eine rotierende IP tiefer in den Einstellungen verstecken.
In Sachen Geschwindigkeit liegt Surfshark lokal und transatlantisch weit vorn, zeigt aber bei weit entfernten Servern deutliche Schwächen. Zudem liegt der Preis über dem Branchenschnitt. Ein guter Anbieter, aber kein Sieger.
Preis: 21,36 Euro/Monat
Web: surfshark.com
+ innovative Extras
+ unbegrenzte Geräteanzahl
- teures Monatsabo
- Geschwindigkeit schwankt bei Distanz
Note: 2,0
TunnelBear
TunnelBear richtet sich an VPN-Neulinge, die eine benutzerfreundliche Lösung suchen – dazu passt, dass die App auf das Wesentliche reduziert ist. TunnelBear unterstützt alle drei wichtigen Protokolle, darunter auch WireGuard, und bringt einige clevere Funktionen mit. Dazu zählt VigilantBear, das bei Verbindungsabbruch den Datenfluss kappt, sowie SplitBear, ein Tool, mit dem sich bestimmte Webseiten von der VPN-Nutzung ausschließen lassen.
SplitBear ist das herausragende Merkmal des Dienstes, in anderen Bereichen kann TunnelBear nicht mithalten. Die Verbindung ist im Vergleich zu anderen getesteten VPNs langsamer, insbesondere bei weit entfernten Servern.
TunnelBear ist für alle geeignet, die eine einfache Lösung mit geprüfter Datenschutzpolitik suchen. Empfehlenswert ist der kostenlose Tarif, der Zugriff auf ausgewählte Server und 2 GB Datenvolumen pro Monat bietet.
Preis: 11,49 Euro/Monat
Web: tunnelbear.com
+ einfach bedienbar
+ clevere SplitBear-Funktion
- mäßige Geschwindigkeit
- Geräteunterstützung
Note: 2,5
Der Gewinner: Proton VPN – Starker Allrounder mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis
Proton VPN überzeugt als recht neuer Anbieter in nahezu allen Bereichen. Alle der getesteten VPN-Dienste haben einen guten Eindruck hinterlassen, vor allem durch zusätzliche Funktionen und die spürbare Verbesserung der Verbindungsgeschwindigkeiten dank neuer Protokolle. Vier der sechs Anbieter lagen im Rennen um den Testsieg eng beieinander. Letztlich setzt sich Proton VPN durch, weil es in fast allen Disziplinen die Nase vorn hat. NordVPN ist ebenfalls stark, verliert jedoch Punkte, weil wichtige Funktionen nicht im Standardpaket enthalten sind. Surfshark verdient Anerkennung für seine Vielzahl an Innovationen, lässt aber bei weiter entfernten Servern deutlich in der Leistung nach.
ExpressVPN zeigt bei der Leistung keine Schwächen, wirkt aber insgesamt abgespeckt. TunnelBear und Norton VPN liegen im Vergleich klar zurück. TunnelBear punktet mit Einsteigerfreundlichkeit, Norton VPN bleibt leider eher ein günstiges Zusatzangebot für Gelegenheitsnutzung. Wer nach einem vollen Rundum-sorglos-Paket sucht, liegt mit Proton VPN genau richtig.














