Apple-Chips

Intel soll erste Apple-Chips für iPhone, iPad und Mac testen

Apple könnte bei der Chipfertigung künftig wieder enger mit Intel zusammenarbeiten. Laut Analyst Ming-Chi Kuo laufen bereits erste Tests für ausgewählte Chips, die in iPhone, iPad und Mac eingesetzt werden sollen.

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Apple könnte einen Teil seiner Chipfertigung künftig wieder bei Intel unterbringen. Laut dem Analysten Ming-Chi Kuo habe Intel mit kleineren Tests zur Produktion ausgewählter Apple-Chips begonnen. Betroffen sein sollen demnach günstigere Chips für iPhone, iPad und Mac. Eine offizielle Bestätigung von Apple oder Intel gibt es bislang nicht.

Quickread: Auf einen Blick
  • Intel soll laut Ming-Chi Kuo erste Tests für Apple-Chips gestartet haben.
  • Betroffen sein sollen günstigere Chips für iPhone, iPad und Mac.
  • Apple soll Intels 18A-Prozess prüfen.
  • Eine Serienfertigung könnte 2027 oder 2028 anlaufen.
  • TSMC soll weiterhin mehr als 90 Prozent von Apples Chipbedarf liefern.

Intel wäre dem Bericht zufolge nicht für das Chipdesign zuständig. Die Prozessoren würden weiterhin von Apple entwickelt, Intel käme lediglich als Auftragsfertiger ins Spiel. Das wäre ein wichtiger Unterschied zur früheren Mac-Ära mit Intel-Prozessoren, bei der Intel sowohl Design als auch Fertigung verantwortete.

Fertigung mit Intel 18A im Gespräch

Kuo zufolge nutzt Apple für die Tests Intels 18A-Prozess. Außerdem soll Apple weitere moderne Fertigungstechnologien von Intel prüfen. Konkrete Angaben dazu, welche A- oder M-Chips betroffen wären, nennt der Analyst nicht.

Intel 18A erklärt!

Intel 18A ist ein moderner Fertigungsprozess von Intel. Solche Prozesse bestimmen, wie effizient und leistungsfähig Chips produziert werden können. Für Apple wäre vor allem wichtig, ob Intel damit dauerhaft hohe Stückzahlen, gute Energieeffizienz und verlässliche Ausbeute erreicht.

Sollte es zu einer Serienfertigung kommen, rechnet Kuo mit einem Hochlauf im Laufe der Jahre 2027 und 2028. Damit wäre Intel zunächst eher eine Ergänzung als ein Ersatz für TSMC. Der taiwanische Auftragsfertiger soll laut Kuo weiterhin mehr als 90 Prozent von Apples Chipbedarf abdecken.

Apple könnte sich mehr Spielraum verschaffen

Für Apple hätte ein zweiter Fertigungspartner mehrere mögliche Vorteile. Das Unternehmen könnte die Lieferkette breiter aufstellen, Risiken reduzieren und bei Kostenverhandlungen mehr Spielraum gewinnen. Hinzu kommt der politische Faktor: Eine stärkere Produktion in den USA würde zu den industriepolitischen Zielen der US-Regierung passen.

Trotzdem wäre ein solcher Schritt kein einfacher Anbieterwechsel. Apple arbeitet seit Jahren eng mit TSMC zusammen, insbesondere bei fortschrittlichen Fertigungsprozessen für iPhone-, iPad- und Mac-Chips. Dass Intel zunächst nur ausgewählte, eher günstigere Chips übernehmen soll, passt daher zu einem vorsichtigen Einstieg.

Noch keine offizielle Ankündigung

Berichte über eine mögliche Rückkehr Intels in Apples Chip-Lieferkette kursieren bereits seit einiger Zeit. Neu ist nun Kuos Aussage, dass Intel angeblich bereits mit kleineren Fertigungstests begonnen habe.

Bis Apple oder Intel konkrete Vereinbarungen bestätigen, bleibt die Einordnung vorsichtig: Es handelt sich um einen Bericht aus der Lieferkette, nicht um eine offizielle Ankündigung. Für Nutzerinnen und Nutzer würde sich ohnehin im besten Fall nichts ändern. Auch als neben TSMC noch Samsung ein zweiter Fertiger von iPhone-Chips war, musste man Unterschiede förmlich suchen. Für den normalen Gebrauch machte es keinen Unterschied, wer die Wafer zu Chips verwandelt hat.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Kuo ist üblicherweise hervorragend informiert. Wenn sein Bericht also stimmt, macht Apple tatsächlich Nägel mit Köpfen. Denn die Berichte, dass Samsung und Intel in Gesprächen seien – und kurz darauf, dass es eine Absichtserklärung mit Intel geben soll – sind noch nicht so lange her.

Ich würde es Intel wünschen, dass sie bei dem Vorhaben, als Auftragsfertiger zu fungieren, erfolgreich sind. Konkurrenz ist immer gut und TSMC ist momentan ziemlich alleine mit modernen Chip-Technologien. Da käme ein zweiter Akteur gerade richtig. (Und vielleicht fallen ja die Preise für die Chips dann wieder, speziell Speicher-Chips … man wird ja noch träumen dürfen.)

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